
Drohnen über der Themse, Gitarren in Kalifornien: Die Rock-Veteranen bleiben in Bewegung
Während die Rolling Stones in London ihr neues Album mit einer Lichtshow feiern, kündigt Green Day einen Film-Soundtrack an – und in Indonesien übersetzt man die Texte von Oasis.
In der Nacht über der Themse formten Hunderte von Drohnen das berühmte Lippen-und-Zunge-Logo der Rolling Stones, dann die Umrisse einer Schallplatte, während die Band zur Launch-Party ihres neuen Albums „Foreign Tongues“ eintraf. Mick Jagger, 82, und Gitarrist Ronnie Wood, 79, gaben sich vor Journalisten zuversichtlich: „Wir hoffen, dass wir auf Tour gehen, Ronnie und ich sind wirklich scharf darauf“, sagte Jagger der Nachrichtenagentur Reuters. Es war ein Bild der Lebendigkeit, das die Frage nach dem Ende einer sechzigjährigen Karriere einstweilen vertagte.
Das vierzehn Stücke umfassende Album, das zweite Studiowerk seit dem Tod des Schlagzeugers Charlie Watts 2021, vereint nach Darstellung brasilianischer Kritiker bluesigen Rock, Country-Anklänge und Disco-Elemente, ohne in reiner Nostalgie zu verharren. Bereits der Opener „Rough and Twisted“ lebt von einem schwingenden Piano und lose miteinander kommunizierenden Gitarren, die an den Chicago Blues erinnern. Gäste wie Paul McCartney am Bass, Robert Smith von The Cure und Bruno Mars – letzterer schlägt eine Glocke in „Never Wanna Lose You“ – fügen sich in den Bandklang ein, während Watts auf der explosiven Nummer „Hit Me in the Head“ posthum zu hören ist. In Texten wie „Covered in You“ greift Jagger autokratische Herrscher an, und in „Mr. Charm“ zielt er auf einen „verrückten Magnaten Mr. Musk“ – so die Interpretation der brasilianischen Zeitung G1. Die US-amerikanische Produktion von Andrew Watt verleiht dem Ganzen eine druckvolle, aber nicht entseelte Klanglichkeit, wie Beobachter aus São Paulo anmerken. Weniger überzeugend falle, so G1, die Version von Amy Winehouses „You Know I‘m No Good“ aus, der die melancholische Schärfe des Originals fehle. Den Abschluss bildet eine rohe Fassung von Chuck Berrys „Beautiful Delilah“, die an die Anfänge der Band erinnert. Jagger selbst erklärte gegenüber Reuters, viele der Kollaborationen seien zufällig entstanden: „Robert Smith kam nur zum Zuhören, und ich sagte: ‚Robert, du kannst nicht nur zuhören, du musst singen.‘“
Zur gleichen Zeit, an der amerikanischen Westküste, kündigte die Band Green Day den Soundtrack zu ihrem Spielfilm „Nimrods“ an. Der Film, der im August in die Kinos kommen soll, erzählt von drei Jugendlichen, die in den 1990er Jahren im festen Glauben, als Vorband von Green Day engagiert zu sein, quer durch die USA nach Los Angeles reisen – eine Handlung, die auf echten Erlebnissen der Musiker um Billie Joe Armstrong beruht. Das Album erscheint bereits Ende Juli und enthält dreißig Stücke, darunter den neuen, als roh und kraftvoll beschriebenen Song „I’m Never Gonna R.I.P.“, sowie Beiträge einer fiktiven Band aus dem Film. Für die Dreharbeiten suchte die Band im vergangenen Jahr über offene Castings nach jungen Erwachsenen mit Punk-, Emo- und Hardcore-Ästhetik – ein Aufruf, der in der Szene aufmerksam registriert wurde. Der Film, ursprünglich unter dem Titel „New Years Rev“ entwickelt, wurde später in „Nimrods“ umbenannt, als Hommage an das gleichnamige, experimentelle Green-Day-Album von 1997.
Während die einen neue Werke vorlegen, leben die alten weiter: In Indonesien veröffentlichte das Nachrichtenportal Tribunnews eine vollständige Übersetzung des Oasis-Klassikers „Wonderwall“ von 1995. Der Text, der von einer Person handelt, die als emotionale Stütze und „Wonderwall“ empfunden wird, erreicht dort ein Publikum, das mit der Britpop-Ära nicht aufgewachsen ist. Die Übersetzung erklärt den Begriff als jemanden, der „nicht nur ein Liebespartner, sondern eine stets präsente, Trost spendende Gestalt“ sein kann. So schließt sich ein Kreis: Drohnenlichter über der Themse, ein Roadmovie aus Kalifornien und indonesische Zeilen über das Gerettetwerden – die Rockmusik der vergangenen Jahrzehnte erweist sich als erstaunlich wanderungsfähig.
| Südostasiatische Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Lateinamerikanische Presse | +0.70 | aligned |
Rock is a global landscape of active bands, and the Rolling Stones are one of them.
Trivialization by equating with news of other bands reduces the specificity of the message.
Missing the narrative of refusing nostalgia and the intimate show in London, central elements in Latin American coverage.
The Rolling Stones are proof that rock can age without becoming a relic.
Emphasis on continuity and surprise creates a narrative of rebirth, ignoring potential criticisms.
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