
Wall Street beendet bestes Quartal seit sechs Jahren – Technologiewerte treiben Erholung
Der S&P 500 und die Nasdaq verzeichneten den stärksten Quartalszuwachs seit 2020, während der Yen auf ein 40-Jahres-Tief fiel und die Anleger auf den US-Arbeitsmarktbericht blicken.
Die amerikanischen Aktienmärkte haben das zweite Quartal mit kräftigen Gewinnen abgeschlossen. Der S&P 500 stieg am Dienstag um 0,79 Prozent auf 7.499 Punkte und legte im Quartalsverlauf um mehr als 20 Prozent zu – das beste Ergebnis seit 2020. Die technologielastige Nasdaq gewann 1,5 Prozent auf 26.214 Zähler und verzeichnete ebenfalls den stärksten Quartalsanstieg seit sechs Jahren. Aus New Yorker Sicht wurde die Erholung von einer Rückkehr der Anleger in Halbleiter- und KI-Werte getragen, nachdem diese in den Vorwochen unter Gewinnmitnahmen gelitten hatten. Papiere von Nvidia, Apple und Alphabet legten deutlich zu.
Die Entspannungssignale im Konflikt zwischen den USA und dem Iran stützten die Stimmung. Nach der Unterzeichnung einer Absichtserklärung Mitte Juni trafen amerikanische Unterhändler in Doha ein, ohne dass es zu direkten Gesprächen mit Teheran kam. Die Ölpreise gaben dennoch nach: WTI fiel um ein Prozent auf 70 Dollar je Barrel, Brent notierte bei 73,60 Dollar. Am Metallmarkt erholten sich Kupfer und Aluminium von ihren kriegsbedingten Verlusten, wobei Aluminium im Juni noch immer den stärksten Monatsrückgang seit 2008 verzeichnete. Beobachter in London verwiesen auf die gesunkene Risikoprämie, da die Schifffahrt durch die Straße von Hormus wieder zunahm, wenn auch unter Vorkrisenniveau.
Konjunkturdaten zeichneten ein gemischtes Bild. Die offenen Stellen in den USA stiegen im Mai leicht auf 7,59 Millionen, das Verbrauchervertrauen legte im Juni moderat zu. In Washington verstärkte dies die Erwartung, dass die Federal Reserve unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh an ihrem straffen Kurs festhält. Die Terminmärkte preisen eine Zinserhöhung bis September mit einer Wahrscheinlichkeit von 65 Prozent ein. Die Zinsdifferenz belastete den japanischen Yen, der mit 162,67 je Dollar auf den tiefsten Stand seit 1986 fiel. Finanzministerin Satsuki Katayama bekräftigte in Tokio die Bereitschaft zu Interventionen, vermied jedoch eine schärfere Rhetorik.
Für die zweite Jahreshälfte richtet sich der Fokus auf die beginnende Berichtssaison der Unternehmen, von der sich Strategen wie Brian Levitt von Invesco eine Stabilisierung der Technologiebewertungen erhoffen. Zuvor steht am Donnerstag der US-Arbeitsmarktbericht für Juni an, der als entscheidender Impuls für die Zinserwartungen gilt. Analysten rechnen mit 110.000 neuen Stellen und einer unveränderten Arbeitslosenquote von 4,3 Prozent. Ein überraschend starker Wert könnte die Spekulation auf baldige Zinsschritte weiter anheizen und den Dollar zusätzlich stützen.
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Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran hat an der Wall Street neuen Optimismus entfacht und den S&P 500 zur besten Quartalsperformance seit 2020 geführt. Technologiewerte führten die Rally an und steigerten die Marktkapitalisierung um Hunderte Milliarden, obwohl vor Wirtschaftsdaten weiterhin eine gewisse Vorsicht herrscht.
Die Wall Street steuert auf das stärkste Quartal seit sechs Jahren zu, angetrieben von einer Mischung aus geopolitischer Entspannung und innenpolitischen Entwicklungen. Die Ausweitung der präsidialen Macht über Bundesbehörden durch den Obersten Gerichtshof fügt der Anlagelandschaft eine neue Ebene hinzu, während die Unabhängigkeit der Fed gewahrt bleibt.
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