
Zum 105. Jahrestag der KPCh: Kim Jong Un bekräftigt Bündnis mit China
In einem Glückwunschschreiben zum Parteigeburtstag bezeichnete Nordkoreas Machthaber den jüngsten Pjöngjang-Gipfel als historischen Moment und sicherte Peking die unveränderte sozialistische Solidarität zu.
Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un hat in einem Glückwunschschreiben an den chinesischen Präsidenten Xi Jinping zum 105. Gründungstag der Kommunistischen Partei Chinas die strategische Partnerschaft beider Staaten bekräftigt. Das von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreitete Schreiben bezeichnet den Gipfel in Pjöngjang von Anfang Juni als „historischen Anlass“, der das kameradschaftliche Vertrauen vertieft habe, und nennt die stetige Entwicklung der Beziehungen einen „unerschütterlichen Standpunkt“ der Partei und Regierung in Pjöngjang. Die Botschaft folgt auf den ersten Besuch Xis in der nordkoreanischen Hauptstadt seit 2019 und unterstreicht, dass die Führung in Pjöngjang trotz ihrer militärischen Annäherung an Moskau nicht gewillt ist, die Bande zu ihrem mit Abstand wichtigsten Wirtschaftspartner zu lockern.
Aus der Sicht Pjöngjangs, wie sie KCNA wiedergibt, wurzelt das Verhältnis in einer langen historischen Freundschaft und im gemeinsamen Sozialismus; der Gipfel habe einen „weitreichenden Plan“ für die bilateralen Beziehungen hervorgebracht. Chinesische Staatsmedien betonten, die traditionelle Freundschaft solle zur „mächtigsten und strategischsten Beziehung“ ausgebaut werden, und verwiesen auf eine vertiefte Kooperation in Diplomatie, Strafverfolgung, Militär und Wirtschaft. Die russische Wirtschaftszeitung Kommersant erinnerte an die Rolle Chinas als traditioneller Schutzmacht und Wirtschaftspate Nordkoreas, verankert im Beistandspakt von 1961, und hielt fest, dass Pjöngjang seinen Nuklearstatus nie aufgegeben habe, während Peking zu Stabilität auf der Halbinsel und zu „Objektivität“ bei der Sanktionsüberwachung aufrufe. Nach Angaben des südkoreanischen Ministeriums für Wirtschaft und Finanzen entfielen im Jahr 2024 nahezu 98 Prozent des nordkoreanischen Außenhandels auf die Volksrepublik.
Die erneute Beteuerung der Freundschaft zu Peking fällt in eine Phase, in der Nordkorea seine militärische Kooperation mit Russland erheblich ausgeweitet hat – einschließlich der Lieferung von Truppen und Waffen für den Krieg gegen die Ukraine. In ostasiatischen Hauptstädten wird dies als Signal gewertet, dass Pjöngjang seine strategische Partnerschaft mit China nicht zugunsten Moskaus aufs Spiel setzt. Für Peking, so die Lesart in Washington und Seoul, bleibt das Bündnis mit dem Nachbarland ein geopolitisches Faustpfand: Es dient als Puffer gegenüber dem amerikanischen Einfluss auf der koreanischen Halbinsel und als Hebel in den Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten. Der im kommenden Jahr anstehende 21. Parteitag der KPCh, auf dem eine neue Führung gewählt wird, bietet Xi Jinping zudem einen Anlass, außenpolitische Kontinuität und die Belastbarkeit der chinesischen Allianzen zu demonstrieren.
Rechtlich ruht das Verhältnis auf dem 1961 geschlossenen Vertrag über Freundschaft, Zusammenarbeit und gegenseitigen Beistand, der eine militärische Beistandsklausel enthält. In den vergangenen Jahren wurden der grenzüberschreitende Bahnverkehr wiederaufgenommen und die Visabestimmungen gelockert. China hat sich im UN-Sicherheitsrat wiederholt für eine Lockerung der Sanktionen gegen Nordkorea ausgesprochen, während Pjöngjang an seinem Atomwaffenprogramm festhält. Die nächste turnusmäßige Überprüfung der Sanktionen steht im Herbst an; Beobachter in New York erwarten, dass Peking und Moskau erneut auf eine Abschwächung der Maßnahmen drängen werden. Die Umsetzung der beim Gipfel vereinbarten Kooperationsprojekte und der weitere Umfang der nordkoreanischen Militärhilfe für Russland gelten als die nächsten Prüfsteine für das Dreiecksverhältnis zwischen Pjöngjang, Peking und Moskau.
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