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Geopolitik & PolitikDienstag, 30. Juni 2026

Eisenkot fordert Netanyahu heraus: Israels Wahlkampf beginnt mit scharfer Kritik an der Kriegsführung

Vier Monate vor der Parlamentswahl in Israel hat der frühere Generalstabschef Gadi Eisenkot seine Kandidatur offiziell lanciert und verspricht, die «Oktober-Regierung» abzulösen – während Netanyahus Koalition mit Siedlungsplänen und der Wehrpflichtkrise ringt.

Gadi Eisenkot, der frühere Generalstabschef der israelischen Streitkräfte, hat am Dienstag offiziell seine Kandidatur für das Amt des Premierministers bekannt gegeben. Vor Anhängern in der Scharonebene erklärte er, Israel müsse «ein neues Kapitel aufschlagen» und sicherstellen, dass die «schreckliche Oktober-Regierung» bei der Wahl im Oktober 2026 ihre Rolle in der Geschichte beende. Eisenkots Partei Yashar! (deutsch: Geradeaus!) präsentierte sich als professionelle politische Kraft mit einem ausgearbeiteten Regierungsprogramm. Jüngste Umfragen des Senders Channel 12 sehen die Partei bei 22 der 120 Knesset-Sitze, nur knapp hinter Netanyahus Likud mit 24 Mandaten.

Eisenkot, dessen Sohn und zwei Neffen im Gaza-Krieg fielen, wirft der amtierenden Führung vor, ohne Vision und Strategie zu handeln und das Land in die Orientierungslosigkeit zu führen. Er verspricht eine «ehrliche und würdevolle zionistische Führung». Inhaltlich setzt seine Partei auf einen Ausbau der Wehrpflicht, auch für ultraorthodoxe Juden, sowie auf eine Stärkung der inneren Sicherheit durch einen proaktiven Ansatz. Wie die Jerusalem Post berichtet, will Yashar! zudem das Bildungssystem reformieren und die Wirtschaft durch Steuererleichterungen für jene ankurbeln, die die Sicherheitslast tragen.

Die Kampagne beginnt in einem politisch aufgeheizten Klima. Ministerpräsident Netanyahu steht innenpolitisch unter Druck, weil die ultraorthodoxen Koalitionspartner mit einem Boykott von Knesset-Abstimmungen drohen, um eine Aussetzung der Verhaftungen von Wehrdienstverweigerern durchzusetzen. Netanyahu hat sich deren Argumentation zu eigen gemacht und behauptet, Polizeieinsätze in Jeschiwas schadeten der Rekrutierung. Gleichzeitig treiben Minister seiner Regierung Pläne voran, die international auf scharfe Kritik stoßen: Innovationsministerin Gila Gamliel erklärte, sie habe dem Kabinett eine Initiative zur «freiwilligen Migration» von Palästinensern aus dem Gazastreifen vorgelegt, an der auch der Auslandsgeheimdienst Mossad beteiligt sei. Energieminister Eli Cohen bekräftigte im Rundfunk, Israel werde seine Kontrolle über Gaza schrittweise auf 100 Prozent ausweiten.

Im Westjordanland bereiten Siedlergruppen nach Informationen der Zeitung Israel Hayom die Übernahme von rund 100 strategischen Orten in der Zone A vor, die nach den Oslo-Abkommen unter palästinensischer Verwaltung steht. Das palästinensische Außenministerium verurteilte diese Pläne als «systematisches Kriegsverbrechen» und warnte vor einer gewaltsamen Veränderung der Faktenlage. Aus europäischer Sicht drohen diese Schritte, die ohnehin belasteten Beziehungen weiter zu verschlechtern; die Bundesregierung hat wiederholt die Einhaltung des Völkerrechts angemahnt.

Die für Ende Oktober angesetzte Wahl wird damit zu einem Referendum über Netanyahus Kurs in den besetzten Gebieten und im Umgang mit der Wehrpflicht. Eisenkots Herausforderung gilt als ernstzunehmend, doch die Zersplitterung des Parteiensystems könnte eine stabile Regierungsbildung nach der Wahl erschweren. Der Wahlkampf dürfte von den Themen Sicherheit, Siedlungspolitik und gesellschaftlicher Zusammenhalt dominiert werden. Beobachter in Washington und Brüssel verfolgen die Entwicklung mit Sorge, da eine weitere Annexion palästinensischer Gebiete die Zweistaatenlösung endgültig unerreichbar machen könnte.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

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TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Israelische PresseSüdostasiatische Presse
Israelische Presse/ Sicherheit
SkepsisPragmatismus

Der ehemalige Generalstabschef Eisenkot eröffnete den Wahlkampf seiner Partei Yashar mit scharfer Kritik an der Regierung Netanjahu, der er vorwirft, jede Verantwortung für das Versagen abzulehnen und die Spaltung zu vertiefen. Er verspricht für den Fall eines Wahlsiegs eine staatliche Untersuchungskommission zum 7. Oktober und bezeichnet die Wahl als schicksalhaft für Sicherheit und Seele Israels.

Südostasiatische Presse
DistanzSkepsis

Israels ehemaliger Armeechef Gadi Eisenkot hat seinen Wahlkampf mit dem Ziel eröffnet, Ministerpräsident Netanjahu abzulösen. Er bezeichnet die amtierende Regierung als 'Regierung des 7. Oktober' und ruft nach einem neuen Kapitel in einem angespannten politischen Wettbewerb.

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Dienstag, 30. Juni 2026

Eisenkot fordert Netanyahu heraus: Israels Wahlkampf beginnt mit scharfer Kritik an der Kriegsführung

Vier Monate vor der Parlamentswahl in Israel hat der frühere Generalstabschef Gadi Eisenkot seine Kandidatur offiziell lanciert und verspricht, die «Oktober-Regierung» abzulösen – während Netanyahus Koalition mit Siedlungsplänen und der Wehrpflichtkrise ringt.

Gadi Eisenkot, der frühere Generalstabschef der israelischen Streitkräfte, hat am Dienstag offiziell seine Kandidatur für das Amt des Premierministers bekannt gegeben. Vor Anhängern in der Scharonebene erklärte er, Israel müsse «ein neues Kapitel aufschlagen» und sicherstellen, dass die «schreckliche Oktober-Regierung» bei der Wahl im Oktober 2026 ihre Rolle in der Geschichte beende. Eisenkots Partei Yashar! (deutsch: Geradeaus!) präsentierte sich als professionelle politische Kraft mit einem ausgearbeiteten Regierungsprogramm. Jüngste Umfragen des Senders Channel 12 sehen die Partei bei 22 der 120 Knesset-Sitze, nur knapp hinter Netanyahus Likud mit 24 Mandaten.

Eisenkot, dessen Sohn und zwei Neffen im Gaza-Krieg fielen, wirft der amtierenden Führung vor, ohne Vision und Strategie zu handeln und das Land in die Orientierungslosigkeit zu führen. Er verspricht eine «ehrliche und würdevolle zionistische Führung». Inhaltlich setzt seine Partei auf einen Ausbau der Wehrpflicht, auch für ultraorthodoxe Juden, sowie auf eine Stärkung der inneren Sicherheit durch einen proaktiven Ansatz. Wie die Jerusalem Post berichtet, will Yashar! zudem das Bildungssystem reformieren und die Wirtschaft durch Steuererleichterungen für jene ankurbeln, die die Sicherheitslast tragen.

Die Kampagne beginnt in einem politisch aufgeheizten Klima. Ministerpräsident Netanyahu steht innenpolitisch unter Druck, weil die ultraorthodoxen Koalitionspartner mit einem Boykott von Knesset-Abstimmungen drohen, um eine Aussetzung der Verhaftungen von Wehrdienstverweigerern durchzusetzen. Netanyahu hat sich deren Argumentation zu eigen gemacht und behauptet, Polizeieinsätze in Jeschiwas schadeten der Rekrutierung. Gleichzeitig treiben Minister seiner Regierung Pläne voran, die international auf scharfe Kritik stoßen: Innovationsministerin Gila Gamliel erklärte, sie habe dem Kabinett eine Initiative zur «freiwilligen Migration» von Palästinensern aus dem Gazastreifen vorgelegt, an der auch der Auslandsgeheimdienst Mossad beteiligt sei. Energieminister Eli Cohen bekräftigte im Rundfunk, Israel werde seine Kontrolle über Gaza schrittweise auf 100 Prozent ausweiten.

Im Westjordanland bereiten Siedlergruppen nach Informationen der Zeitung Israel Hayom die Übernahme von rund 100 strategischen Orten in der Zone A vor, die nach den Oslo-Abkommen unter palästinensischer Verwaltung steht. Das palästinensische Außenministerium verurteilte diese Pläne als «systematisches Kriegsverbrechen» und warnte vor einer gewaltsamen Veränderung der Faktenlage. Aus europäischer Sicht drohen diese Schritte, die ohnehin belasteten Beziehungen weiter zu verschlechtern; die Bundesregierung hat wiederholt die Einhaltung des Völkerrechts angemahnt.

Die für Ende Oktober angesetzte Wahl wird damit zu einem Referendum über Netanyahus Kurs in den besetzten Gebieten und im Umgang mit der Wehrpflicht. Eisenkots Herausforderung gilt als ernstzunehmend, doch die Zersplitterung des Parteiensystems könnte eine stabile Regierungsbildung nach der Wahl erschweren. Der Wahlkampf dürfte von den Themen Sicherheit, Siedlungspolitik und gesellschaftlicher Zusammenhalt dominiert werden. Beobachter in Washington und Brüssel verfolgen die Entwicklung mit Sorge, da eine weitere Annexion palästinensischer Gebiete die Zweistaatenlösung endgültig unerreichbar machen könnte.

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Neutral67%
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TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Israelische PresseSüdostasiatische Presse
Israelische Presse/ Sicherheit
SkepsisPragmatismus

Der ehemalige Generalstabschef Eisenkot eröffnete den Wahlkampf seiner Partei Yashar mit scharfer Kritik an der Regierung Netanjahu, der er vorwirft, jede Verantwortung für das Versagen abzulehnen und die Spaltung zu vertiefen. Er verspricht für den Fall eines Wahlsiegs eine staatliche Untersuchungskommission zum 7. Oktober und bezeichnet die Wahl als schicksalhaft für Sicherheit und Seele Israels.

Südostasiatische Presse
DistanzSkepsis

Israels ehemaliger Armeechef Gadi Eisenkot hat seinen Wahlkampf mit dem Ziel eröffnet, Ministerpräsident Netanjahu abzulösen. Er bezeichnet die amtierende Regierung als 'Regierung des 7. Oktober' und ruft nach einem neuen Kapitel in einem angespannten politischen Wettbewerb.

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