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Geopolitik & PolitikDienstag, 30. Juni 2026

Mercosur startet Handelsgespräche mit Japan und strebt China-Abkommen an

Der Mercosur leitete offiziell Verhandlungen mit Japan ein und kündigte Gespräche mit China an; zugleich verschärften sich interne Spannungen über das EU-Abkommen.

Die 68. Gipfelkonferenz des Mercosur in Asunción hat am Dienstag den offiziellen Start von Verhandlungen über eine wirtschaftliche Partnerschaft mit Japan beschlossen. Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva kündigte zudem an, der Block wolle „in Kürze“ Gespräche mit China aufnehmen, um sich den „dynamischsten Märkten der Welt“ zuzuwenden. Die Schritte markieren eine strategische Neuausrichtung des südamerikanischen Bündnisses in Richtung Asien, nachdem zuletzt bereits Abkommen mit der Europäischen Union und der Efta-Staatengruppe unterzeichnet worden waren.

Die Einigkeit nach außen wurde jedoch von deutlichen internen Spannungen überschattet. Paraguays Staatspräsident Santiago Peña, der die turnusgemäße Präsidentschaft an Uruguay übergab, kritisierte die Umsetzung des EU-Mercosur-Abkommens scharf. Aus paraguayischer Sicht benachteilige die Verteilung der zollbegünstigten Exportquoten die kleineren Mitgliedstaaten; Peña sprach von einem „bitteren Beigeschmack“ und forderte eine gerechtere Aufteilung, bevor die Europäische Union das Abkommen ratifiziere. Brasiliens Außenminister Mauro Vieira warnte seinerseits vor „Initiativen, die den Geist des Blocks bedrohen“ und die gemeinsame Außenzollpolitik untergraben – eine unverhohlene Anspielung auf das von Argentinien jüngst angekündigte Handelsabkommen mit den Vereinigten Staaten. Der argentinische Präsident Javier Milei sagte seine Teilnahme kurzfristig ab, nachdem sein Kabinettschef wegen eines Bereicherungsskandals zurückgetreten war.

Neben den handelspolitischen Weichenstellungen beschloss der Gipfel eine Aufstockung des brasilianischen Beitrags zum Strukturkonvergenzfonds Focem von 70 auf 100 Millionen US-Dollar jährlich über zehn Jahre, um Infrastrukturprojekte vor allem in Paraguay und Uruguay zu finanzieren. Zudem wurde ein Abkommen zur gegenseitigen Anerkennung der neuen brasilianischen Identitätskarte als Reisedokument unterzeichnet. Die Staatschefs bekundeten ihre Solidarität mit Venezuela nach den verheerenden Erdbeben und sicherten der bolivianischen Regierung unter Rodrigo Paz angesichts anhaltender Proteste ihre Unterstützung zu.

Die Hinwendung nach Asien erfolgt in einem Umfeld wachsender globaler Handelskonflikte. Aus brasilianischer Sicht hat China Handels- und Investitionslücken gefüllt, die westliche Staaten hinterlassen hätten. Die internen Verwerfungen über die Quotenverteilung und Argentiniens Alleingang stellen den Zusammenhalt des Blocks jedoch vor eine Belastungsprobe. Die Mercosur-Staaten müssen der EU bis September ein Quotenschema vorlegen; die erste Verhandlungsrunde mit Japan ist für die kommenden Monate vorgesehen. Uruguay, das nun die Präsidentschaft innehat, wird die Gespräche mit Kanada, Indien und den Vereinigten Arabischen Emiraten weiterführen.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

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Lateinamerikanische PresseKontinentaleuropäische Presse
Lateinamerikanische Presse/ Markt
SkepsisPragmatismus

Der Mercosur-Gipfel in Asunción begann mit scharfer Kritik des paraguayischen Präsidenten an den Asymmetrien des EU-Handelsabkommens, während der Block gleichzeitig Verhandlungen über eine Wirtschaftspartnerschaft mit Japan aufnahm. Die Staatschefs betonten die Notwendigkeit, die Partner zu diversifizieren, wobei Brasiliens Präsident ausdrücklich das Ziel eines künftigen Abkommens mit China nannte. Die Übergabe des rotierenden Vorsitzes an Uruguay markierte einen Wandel hin zu einer pragmatischeren und multipolaren Handelsstrategie.

Kontinentaleuropäische Presse
SkepsisDistanz

Der Mercosur-Gipfel wurde von erneuten Spannungen über das Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union überschattet, da Paraguays Präsident die mangelnde Fairness beim Marktzugang anprangerte. Die Kritik verdeutlicht anhaltende Hindernisse für die Ratifizierung des nach jahrzehntelangen Verhandlungen besiegelten Abkommens. Die Hinwendung des Blocks zu Japan und China signalisiert unterdessen eine mögliche Fragmentierung der Handelsallianzen.

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Dienstag, 30. Juni 2026

Mercosur startet Handelsgespräche mit Japan und strebt China-Abkommen an

Der Mercosur leitete offiziell Verhandlungen mit Japan ein und kündigte Gespräche mit China an; zugleich verschärften sich interne Spannungen über das EU-Abkommen.

Die 68. Gipfelkonferenz des Mercosur in Asunción hat am Dienstag den offiziellen Start von Verhandlungen über eine wirtschaftliche Partnerschaft mit Japan beschlossen. Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva kündigte zudem an, der Block wolle „in Kürze“ Gespräche mit China aufnehmen, um sich den „dynamischsten Märkten der Welt“ zuzuwenden. Die Schritte markieren eine strategische Neuausrichtung des südamerikanischen Bündnisses in Richtung Asien, nachdem zuletzt bereits Abkommen mit der Europäischen Union und der Efta-Staatengruppe unterzeichnet worden waren.

Die Einigkeit nach außen wurde jedoch von deutlichen internen Spannungen überschattet. Paraguays Staatspräsident Santiago Peña, der die turnusgemäße Präsidentschaft an Uruguay übergab, kritisierte die Umsetzung des EU-Mercosur-Abkommens scharf. Aus paraguayischer Sicht benachteilige die Verteilung der zollbegünstigten Exportquoten die kleineren Mitgliedstaaten; Peña sprach von einem „bitteren Beigeschmack“ und forderte eine gerechtere Aufteilung, bevor die Europäische Union das Abkommen ratifiziere. Brasiliens Außenminister Mauro Vieira warnte seinerseits vor „Initiativen, die den Geist des Blocks bedrohen“ und die gemeinsame Außenzollpolitik untergraben – eine unverhohlene Anspielung auf das von Argentinien jüngst angekündigte Handelsabkommen mit den Vereinigten Staaten. Der argentinische Präsident Javier Milei sagte seine Teilnahme kurzfristig ab, nachdem sein Kabinettschef wegen eines Bereicherungsskandals zurückgetreten war.

Neben den handelspolitischen Weichenstellungen beschloss der Gipfel eine Aufstockung des brasilianischen Beitrags zum Strukturkonvergenzfonds Focem von 70 auf 100 Millionen US-Dollar jährlich über zehn Jahre, um Infrastrukturprojekte vor allem in Paraguay und Uruguay zu finanzieren. Zudem wurde ein Abkommen zur gegenseitigen Anerkennung der neuen brasilianischen Identitätskarte als Reisedokument unterzeichnet. Die Staatschefs bekundeten ihre Solidarität mit Venezuela nach den verheerenden Erdbeben und sicherten der bolivianischen Regierung unter Rodrigo Paz angesichts anhaltender Proteste ihre Unterstützung zu.

Die Hinwendung nach Asien erfolgt in einem Umfeld wachsender globaler Handelskonflikte. Aus brasilianischer Sicht hat China Handels- und Investitionslücken gefüllt, die westliche Staaten hinterlassen hätten. Die internen Verwerfungen über die Quotenverteilung und Argentiniens Alleingang stellen den Zusammenhalt des Blocks jedoch vor eine Belastungsprobe. Die Mercosur-Staaten müssen der EU bis September ein Quotenschema vorlegen; die erste Verhandlungsrunde mit Japan ist für die kommenden Monate vorgesehen. Uruguay, das nun die Präsidentschaft innehat, wird die Gespräche mit Kanada, Indien und den Vereinigten Arabischen Emiraten weiterführen.

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TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Lateinamerikanische PresseKontinentaleuropäische Presse
Lateinamerikanische Presse/ Markt
SkepsisPragmatismus

Der Mercosur-Gipfel in Asunción begann mit scharfer Kritik des paraguayischen Präsidenten an den Asymmetrien des EU-Handelsabkommens, während der Block gleichzeitig Verhandlungen über eine Wirtschaftspartnerschaft mit Japan aufnahm. Die Staatschefs betonten die Notwendigkeit, die Partner zu diversifizieren, wobei Brasiliens Präsident ausdrücklich das Ziel eines künftigen Abkommens mit China nannte. Die Übergabe des rotierenden Vorsitzes an Uruguay markierte einen Wandel hin zu einer pragmatischeren und multipolaren Handelsstrategie.

Kontinentaleuropäische Presse
SkepsisDistanz

Der Mercosur-Gipfel wurde von erneuten Spannungen über das Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union überschattet, da Paraguays Präsident die mangelnde Fairness beim Marktzugang anprangerte. Die Kritik verdeutlicht anhaltende Hindernisse für die Ratifizierung des nach jahrzehntelangen Verhandlungen besiegelten Abkommens. Die Hinwendung des Blocks zu Japan und China signalisiert unterdessen eine mögliche Fragmentierung der Handelsallianzen.

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