
Nach WM-Aus: Japans Verband hält an Moriyasu fest, Südkoreas Trainer tritt zurück
Während Hajime Moriyasu nach dem Achtelfinal-Aus gegen Brasilien ein neues Angebot erhält, tritt Hong Myung-bo nach dem Scheitern Südkoreas und Fanprotesten zurück.
Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 endete für Japan und Südkorea früher als erhofft. Japan unterlag Brasilien im Achtelfinale mit 1:2, nachdem die Mannschaft von Hajime Moriyasu in Führung gegangen war und erst in der Nachspielzeit den entscheidenden Treffer hinnehmen musste. Zuvor hatte sich das Team als Gruppenzweiter der Gruppe F mit einem Sieg und zwei Unentschieden für die K.-o.-Runde qualifiziert. Südkorea schied bereits nach der Gruppenphase aus, als die Demokratische Republik Kongo mit einem 3:1 gegen Usbekistan die letzte Chance auf ein Weiterkommen als einer der besten Gruppendritten zunichtemachte.
Die Reaktionen auf das jeweilige Abschneiden könnten unterschiedlicher kaum sein. Südkoreas Trainer Hong Myung-bo trat unmittelbar nach dem Ausscheiden zurück. Laut Berichten südkoreanischer Medien sah er sich Morddrohungen aus der Anhängerschaft ausgesetzt und wurde bei der Ankunft am Flughafen Incheon von Hunderten Fans mit Pfiffen und Schmährufen empfangen. In Japan hingegen signalisierte der nationale Verband JFA umgehend Unterstützung für Moriyasu. Wie die Zeitung Asahi Shimbun und die Nachrichtenagentur Kyodo berichteten, unterbreitete die JFA dem Trainer informell ein Angebot zur Vertragsverlängerung um ein Jahr. Verbandspräsident Tsuneyasu Miyamoto wurde mit den Worten zitiert, man müsse die nötigen Vorkehrungen treffen, um dieses Ziel zu erreichen.
Die Entscheidung der JFA fügt sich in eine langfristig angelegte Strategie. Seit 2005 verfolgt der Verband das Ziel, bei der Weltmeisterschaft 2050 den Titel zu gewinnen. Dafür wurden die Liga gestärkt, die Nachwuchsförderung ausgebaut und Spieler gezielt nach Europa transferiert. Moriyasu, seit 2018 im Amt, hatte Japan bereits 2022 ins Achtelfinale geführt, wo man Kroatien im Elfmeterschießen unterlag. Die Verlängerung soll ihn bis zur Asienmeisterschaft 2027 in Saudi-Arabien an der Seitenlinie halten. Aus Sicht der JFA überwiegt die kontinuierliche Entwicklung den kurzfristigen Turniererfolg. Der ehemalige Nationalspieler Keisuke Honda kritisierte das Angebot jedoch als Lückenfüller und warf dem Verband vor, keinen anderen Kandidaten gefunden zu haben. Diese Wortmeldung zeigt, dass innerhalb des japanischen Fußballs durchaus unterschiedliche Auffassungen über den künftigen Kurs bestehen.
Nun liegt die Entscheidung bei Moriyasu. Das Angebot umfasst lediglich ein Jahr und keine langfristige Perspektive bis zur nächsten Weltmeisterschaft. Für Japan steht mit der Asienmeisterschaft das nächste große Turnier an, bei dem die Mannschaft als einer der Favoriten gilt. Südkorea muss derweil einen neuen Trainer finden, um die Mannschaft auf die kommenden Aufgaben vorzubereiten.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die japanische Presse begleitet die Rückkehr und Pressekonferenz von Trainer Moriyasu und vermerkt das Angebot eines neuen Vertrags trotz des Ausscheidens im Achtelfinale. Der Ton ist maßvoll, fokussiert auf die Kontinuität des Projekts und den Kontrast zum südkoreanischen Trainer, der Morddrohungen erhält, jedoch ohne Sensationslust.
Südostasiatische Medien dramatisieren die gegensätzlichen Schicksale: Japans Trainer wird mit einer Vertragsverlängerung belohnt, während Südkoreas Trainer nach dem Ausscheiden Morddrohungen erhält. Die Berichterstattung ist alarmistisch und betont die extremen Reaktionen sowie den 'himmelweiten' Unterschied zwischen den beiden Situationen.
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