
Iran beginnt sechstägiges Staatsbegräbnis für Ali Khamenei mit Warnungen an USA und Israel
Millionen Trauernde werden erwartet, während die Führung Vergeltung fordert und die Abwesenheit des neuen Obersten Führers Mojtaba Khamenei Fragen aufwirft.
Am 4. Juli beginnen in Teheran die sechstägigen Trauerfeierlichkeiten für den am 28. Februar bei US-israelischen Luftangriffen getöteten früheren Obersten Führer Ayatollah Ali Khamenei. Der Kommandeur des Khatam-al-Anbiya-Hauptquartiers, Ali Abdollahi, warnte die Vereinigten Staaten und Israel in einer von Staatsmedien verbreiteten Erklärung vor jeglichem „Fehlkalkulation“ und drohte mit einer „harten Vergeltung“ durch die iranischen Streitkräfte bei jeder Aggression. Außenminister Abbas Araqchi bekräftigte diese Haltung. Parallel dazu verhängten die Behörden temporäre Luftraumsperrungen über Teheran und Maschhad, ordneten die Schließung öffentlicher Einrichtungen an und setzten umfangreiche Sicherheitskräfte ein, um die Prozessionen durch die Hauptstadt, Ghom, Nadschaf, Kerbela und die Beisetzung am 9. Juli in Maschhad abzusichern.
Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf rief die Bevölkerung zu einer massiven Beteiligung auf, um eine „glorreiche Seite in der Geschichte des islamischen Iran“ zu schreiben und den „Ruf nach Rache“ weltweit hörbar zu machen. Der Freitagsprediger von Ghom, Ayatollah Mohammad Saidi, bezeichnete die Trauerfeierlichkeiten laut Staatsmedien als „Referendum für die Islamische Republik“. Die Behörden stellen Transport, Unterkünfte und Verpflegung bereit, um eine Mobilisierung von Millionen zu gewährleisten. Gleichzeitig bleibt die Frage nach dem öffentlichen Auftritt des neuen Obersten Führers Mojtaba Khamenei offen. Seit seiner Ernennung am 8. März hat er sich nicht öffentlich gezeigt; iranische Stellen verweisen darauf, dass die Entscheidung allein bei seinem Büro liege. Beobachter werten eine mögliche Abwesenheit als Indiz für anhaltende gesundheitliche Beeinträchtigungen durch die Verletzungen bei dem Angriff, bei dem auch seine Mutter und Ehefrau starben.
Nach Angaben des iranischen Außenministeriums werden hochrangige Vertreter aus mehr als 30 Staaten sowie religiöse Würdenträger aus über 90 Ländern erwartet. Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif reist laut Außenministerium in Islamabad an und wird auch bilaterale Gespräche führen. Indien entsendet Gouverneur Syed Ata Hasnain und Vizeminister Pabitra Margherita; der Kongressabgeordnete Salman Khurshid vertritt seine Partei. Aus China nimmt der stellvertretende Vorsitzende des Ständigen Ausschusses des Nationalen Volkskongresses, He Wei, teil, aus Russland der frühere Präsident Dmitri Medwedew als Sondergesandter. Diese Präsenz unterstreicht die diplomatische Bedeutung, die Teheran der Zeremonie beimisst.
Die Trauerfeierlichkeiten finden unter den Bedingungen eines fragilen Waffenstillstands und eines vorläufigen Abkommens zwischen Iran und den USA statt. Laut dem pakistanischen und dem katarischen Außenministerium haben die indirekten Gespräche in Doha Fortschritte erzielt, sollen jedoch während der Beisetzung pausieren. Der iranische Vizeaußenminister Kazem Gharibabadi betonte, die Straße von Hormus unterstehe iranischem Kommando, nicht dem US-Zentralkommando. Gleichzeitig berichtete das Wall Street Journal, Washington erwäge eine Reduzierung seiner Militärpräsenz in Saudi-Arabien. Die Verhandlungen über ein dauerhaftes Abkommen, einschließlich nuklearer Fragen, sollen nach Abschluss der Trauerfeierlichkeiten fortgesetzt werden.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die indische Berichterstattung konzentriert sich auf die diplomatische Choreografie und die innenpolitischen Aspekte von Khameneis Beerdigung und führt auf, welche Führer eingeladen sind und wer das Land vertreten wird. Sie unterstreicht auch die Angst Irans vor einer erneuten Massenkatastrophe und erinnert an die tödlichen Gedränge bei den Beisetzungen von Khomeini und Soleimani. Die Berichterstattung ist maßvoll, pragmatisch und eher auf die indische Vertretung als auf den regionalen Machtkampf ausgerichtet.
Südostasiatische Medien rahmen die Beerdigung als massive Machtdemonstration Teherans ein und verstärken die Racheaufrufe gegen die USA und Israel. Die Erzählung betont die Mobilisierung von Millionen, die starke Sicherheitspräsenz und die eskalierenden Spannungen zwischen dem Iran und seinen Gegnern. Der Ton ist dringlich und alarmistisch und stellt das Ereignis als potenziellen Brennpunkt in einer ohnehin instabilen Region dar.
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