
Meta-Aktie steigt zweistellig nach Cloud-Plänen – interne Unruhe und KI-Finanzierungswelle im Blick
Die Aussicht auf ein eigenes Cloud-Geschäft für KI-Rechenleistung treibt den Kurs von Meta um über 10 Prozent, während Mitarbeiterproteste und die milliardenschwere Verschuldung der Branche das Bild prägen.
Die Aktie von Meta Platforms legte am 1. Juli an der Wall Street um mehr als 10 Prozent zu, nachdem Bloomberg über Pläne des Konzerns berichtet hatte, ein Cloud-Infrastrukturgeschäft für externe Kunden aufzubauen. Demnach erwägt das Unternehmen, überschüssige Rechenkapazitäten und KI-Modelle Dritten zugänglich zu machen – ein Schritt, der es in direkte Konkurrenz zu Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google Cloud bringen würde. Die Kurse spezialisierter KI-Cloud-Anbieter wie CoreWeave und Nebius gaben daraufhin um 14 bis 17 Prozent nach.
Hinter dem Vorstoß stehen gewaltige Investitionen in die KI-Infrastruktur. Meta hat für das laufende Jahr Gesamtausgaben zwischen 125 und 145 Milliarden Dollar vorgesehen, darunter ein Rechenzentrum im Bundesstaat Mississippi im Wert von rund 10 Milliarden Dollar. Konzernchef Mark Zuckerberg hatte bereits im Mai vor Aktionären erklärt, man werde „praktisch jede Woche“ von Unternehmen angefragt, ob Rechenleistung oder KI-Plattformen bezogen werden könnten. Ein Cloud-Geschäft nach dem Vorbild von AWS würde es Meta erlauben, einen Teil der Aufwendungen zu refinanzieren und Investoren zu beruhigen, die angesichts der Summen zunehmend auf Rentabilität drängen.
Die Expansion vollzieht sich indes vor einem angespannten internen Klima. Wie die französische Zeitung Le Devoir berichtet, haben Entlassungen von rund 8000 Beschäftigten, die Versetzung von 6500 Mitarbeitern in KI-Teams und ein inzwischen ausgesetztes Programm zur Erfassung von Mitarbeiterdaten eine „Kultur der Angst“ entstehen lassen. Über 1600 Angestellte unterzeichneten eine Petition gegen die sogenannte Model Capability Initiative. Der renommierte KI-Forscher Yann LeCun verließ das Unternehmen Ende 2025, nachdem der erst 29-jährige Alexandr Wang von Scale AI die Leitung eines neuen Labors für „Superintelligenz“ übernommen hatte. LeCun kritisierte im Gespräch mit der Financial Times, Wang habe „keinerlei Forschungserfahrung“.
Parallel dazu verändert die KI-Finanzierungswelle die Kapitalmärkte. Nach Schätzungen von Goldman Sachs werden Hyperscaler wie Microsoft, Amazon, Alphabet und Meta bis 2030 rund 5,3 Billionen Dollar in KI-Infrastruktur investieren. Barclays rechnet allein für dieses Jahr mit einer Anleiheemission dieser Unternehmen von über 200 Milliarden Dollar. Während der Apollo-Chefökonom Torsten Slok warnt, die Kreditaufnahme verdränge bereits die Nachfrage nach US-Staatsanleihen, sehen Portfoliomanager bei Columbia Threadneedle und Wellington Management dafür bislang keine Belege. Stattdessen profitieren Bankaktien: Der Invesco KBW Bank ETF legte im laufenden Jahr um 13,7 Prozent zu, während der Roundhill Magnificent Seven ETF nahezu unverändert notiert. Die kombinierte Verschuldung der vier großen Technologiekonzerne stieg binnen zwölf Monaten um 60 Prozent auf 533 Milliarden Dollar.
Die Pläne für das Cloud-Geschäft befinden sich noch in einem frühen Stadium; ein offizieller Starttermin wurde nicht genannt. Die nächste greifbare Wegmarke dürfte eine Konkretisierung der Strategie durch das Management oder eine entsprechende Ankündigung im Rahmen der Quartalszahlen sein.
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The market rewards those who dare: Meta picked the right moment to challenge the old cloud dominators.
Presents Meta's entry as a natural and positive development, using the stock surge as objective proof of success, without questioning risks or asymmetries.
Omits geopolitical concerns about tech power concentration and privacy criticisms that follow Meta.
Europe watches with caution: Meta's cloud entry is a fact, but the consequences remain to be seen.
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Russia denounces yet another hegemonic move by the United States: Meta is not a company, it is a weapon of American digital dominance.
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