
Marokko bezwingt Kanada 3:0 und steht erneut im WM-Viertelfinale
Die Nordafrikaner sichern sich mit einem effizienten Auftritt 19 Millionen Dollar und treffen nun auf Frankreich – die zweite Viertelfinalteilnahme in Folge.
Mit einem 3:0-Sieg über Kanada hat sich Marokko zum zweiten Mal nacheinander für das Viertelfinale einer Fußball-Weltmeisterschaft qualifiziert. Die Mannschaft von Trainer Mohammed Wahbi setzte sich im Achtelfinale durch Tore von Youssef En-Nesyri, Azzedine Ounahi und Ibrahim Diaz durch, obwohl sie nur fünf Schüsse auf das gegnerische Tor abgab – die niedrigste Zahl für einen Sieger in einem K.-o.-Spiel der WM-Geschichte. Die Partie war von vielen Unterbrechungen geprägt; allein in der ersten Halbzeit überstieg die Zahl der Gelben Karten die der Torschüsse.
Der Erfolg festigt eine bemerkenswerte Serie: Marokko ist seit 34 Pflichtspielen ungeschlagen, eine Bilanz, die bis zu einer Niederlage gegen Kenia im August 2025 zurückreicht. Aus spanischer Perspektive sieht der Journalist Julio Maldonado das Team als ernsthaften Titelkandidaten. Er verweist auf die taktische Reife und die Qualität des Mittelfelds um Ounahi, Ayoub Bouaddi und Naïl El Aynaoui. Marokkanische Trainer wie Youssef Chami und Hassan Moumen betonen indes die Bedeutung der physischen Regeneration und eines disziplinierten Umgangs mit Gelben Karten vor dem Duell mit Frankreich.
Finanziell hat der Verband bereits 19 Millionen Dollar aus dem FIFA-Preispool sicher. Der Weltmeister erhält in diesem Jahr 50 Millionen Dollar, der unterlegene Finalist 33 Millionen. Zum Vergleich: Beim Titelgewinn 2022 in Katar hatte Argentinien 42 Millionen Dollar kassiert. Die FIFA schüttet bei diesem auf 48 Teams erweiterten Turnier insgesamt 655 Millionen Dollar an die Verbände aus, hinzu kommen 1,5 Millionen Dollar Vorbereitungszuschuss pro Teilnehmer.
Der sportliche Aufstieg Marokkos wird international auf eine langfristige Strategie zurückgeführt. Seit 2011 investiert das Land systematisch in die Nachwuchsförderung, unter anderem durch die 2009 eröffnete Mohammed-VI.-Akademie und ein 2019 fertiggestelltes Trainingszentrum. Die gezielte Einbindung von in Europa geborenen Spielern mit marokkanischen Wurzeln – darunter Achraf Hakimi und Ibrahim Diaz – hat die Wettbewerbsfähigkeit erhöht. Beobachter in der arabischen Welt sehen darin ein Modell für andere afrikanische und arabische Nationen.
Im Viertelfinale trifft Marokko am Donnerstag auf Frankreich. Die Partie gilt als Neuauflage des Halbfinals von 2022, das Frankreich mit 2:0 für sich entschied. Ein Sieg würde nicht nur den Einzug ins Halbfinale und mindestens 27 Millionen Dollar bedeuten, sondern auch den vierten K.-o.-Runden-Erfolg des Landes bei Weltmeisterschaften – so viele wie alle anderen afrikanischen Teams zusammen.
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Marokko feiert seinen Triumph und blickt ambitioniert in die Zukunft.
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