
Nasa startet riskante Rettungsmission für alterndes Weltraumteleskop Swift
Ein Roboter soll das Observatorium in eine stabile Umlaufbahn heben; der US-Erstversuch könnte den Weg für die Wartung weiterer alternder Satelliten ebnen.
Das Gammaastronomie-Observatorium Swift der Nasa, das seit zwei Jahrzehnten nach Gammablitzen und explodierenden Sternen fahndet, verliert rascher als erwartet an Höhe. Grund ist eine durch erhöhte Sonnenaktivität ausgeweitete Hochatmosphäre, die den Luftwiderstand steigert. Ohne Gegeneingriff würde das Teleskop noch in diesem Jahr in die Erdatmosphäre eintreten und verglühen. Die Nasa hat daher in einem beispiellosen Schritt das Start-up Katalyst Space Technologies beauftragt, die 1,6 Tonnen schwere Sonde mit einer automatischen Robotermission in eine stabilere Umlaufbahn zu heben.
Der für diese Woche geplante Start vom Kwajalein-Atoll der Marshallinseln soll mit einer Pegasus-Trägerrakete erfolgen, die von einem Flugzeug aus zündet. An Bord: die etwa kühlschrankgroße Robotersonde Lift, ausgestattet mit drei Greifarmen und Ionentriebwerken. Ihr Auftrag ist dreistufig: über mehrere Wochen hinweg zu Swift aufschließen, das nie für mechanische Bergung ausgelegte Teleskop mit fingerähnlichen Greifern fassen und es dann in eine Zielhöhe von 600 Kilometern hinaufschieben. Derzeit kreist Swift in lediglich 360 Kilometern Höhe; sinkt er unter 300 Kilometer, sinken die Erfolgsaussichten drastisch. Um Zeit zu gewinnen, schaltete die Nasa bereits im Februar alle wissenschaftlichen Instrumente ab.
Die mit 30 Millionen Dollar veranschlagte Mission gilt in mehrfacher Hinsicht als richtungsweisend. „Niemand hätte das für möglich gehalten“, sagt der Astrophysik-Direktor der Nasa, Shawn Domagal-Goldman. Nur China hat bislang eine vergleichbare Orbitanhebung bei einem Satelliten durchgeführt. Gelingt das Manöver, könnte das Hubble-Weltraumteleskop als nächster Kandidat folgen und eine Art Markt für die Wartung und Nachjustierung älterer Observatorien entstehen. Katalyst-Chef Ghonhee Lee sieht darin einen neuen Eintrag im „Spielbuch“ der Raumfahrt.
Derweil sorgt eine andere Mission für Rätsel: Die SpaceX-Kapsel „Starfall“, die am 23. Juni im Rahmen eines Falcon-9-Starts in eine niedrige Erdumlaufbahn gebracht wurde, nährt Spekulationen über Doppelnutzungen. Behördendokumente sprechen von schneller Punkt-zu-Punkt-Logistik und orbitaler Fertigung; Militärexperten halten aber auch die Verteilung von Drohnenschwärmen für denkbar. Während die Swift-Rettung also ein Beispiel für offene Kooperation bietet, zeigt der Starfall, dass im Orbit auch sicherheitspolitische Ambitionen voranschreiten.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die NASA liefert sich einen Wettlauf mit der Zeit, um das Swift-Teleskop mit einer 30-Millionen-Dollar-Rettungsmission auf eine sicherere Umlaufbahn zu bringen. Die Operation, die wegen des durch starke Sonnenaktivität erhöhten Luftwiderstands notwendig wurde, wird als riskante Bergungsaktion dargestellt. Es wird angedeutet, dass in Zukunft ähnliche Wartungsmissionen für andere alternde Observatorien wie Hubble nötig sein könnten.
Die NASA testet im Orbit einen Kryokoppler, eine Schlüsselkomponente für künftige autonome Weltraumbetankungen. Das System wird als automatische 'Tankstelle' beschrieben, die lang andauernde Tiefraummissionen ermöglicht. Die Berichterstattung zeichnet sich durch einen nüchternen, technischen Ton aus und konzentriert sich allein auf die technischen Fortschritte ohne Dramatik.
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