
US-Militär mit über 900 Soldaten in Venezuela nach verheerenden Erdbeben
Nach zwei Beben der Stärke 7,2 und 7,5 mit fast 2000 Toten leisten amerikanische Kräfte umfangreiche Hilfe – ein Wandel nach der Festnahme von Nicolás Maduro im Januar.
Zwei schwere Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 haben am vergangenen Mittwoch den Norden Venezuelas erschüttert. Nach offiziellen Angaben kamen dabei nahezu 2000 Menschen ums Leben, die Zahl der Toten steigt weiter. Tausende wurden unter den Trümmern eingeschlossen. Wie örtliche Medien berichten, konnten Rettungskräfte bis zum Dienstag lediglich ein überlebendes Kind bergen; die Chancen, weitere Überlebende zu finden, schwanden mit jeder Stunde.
Angesichts der Katastrophe hat das US-Militär nach Angaben des Südkommandos mehr als 900 Soldaten ins Land verlegt, weitere rund 800 Kräfte sind auf Stützpunkten in Puerto Rico und Curaçao stationiert. Die amerikanischen Einheiten beteiligen sich an Such- und Rettungsarbeiten, halfen bei der Wiederinbetriebnahme des Flughafens und stellen Luft- und Seetransportkapazitäten bereit. Zudem setzt das Pentagon mindestens vier bis fünf MQ-9-Reaper-Drohnen ein, um gemeinsam mit einer Auswertezelle in Miami die Lagebilder der venezolanischen Behörden zu verbessern. Das US-Außenministerium sprach von einer „vollständigen Kooperation“ der Übergangsregierung in Caracas.
Der humanitäre Einsatz steht in scharfem Kontrast zu den Ereignissen vom 3. Januar, als amerikanische Spezialkräfte den damaligen Präsidenten Nicolás Maduro festnahmen und in die Vereinigten Staaten brachten. Ihm wird dort in New York der Prozess wegen Drogenhandels gemacht. Die Festnahme war in Washington von mehreren Abgeordneten der Demokratischen Partei als völkerrechtswidrig kritisiert worden. Nach der Aktion setzte das Oberste Gericht Venezuelas Delcy Rodríguez als Interimspräsidentin ein; die USA betrachten ihre Amtsführung als vorübergehend, haben aber die diplomatischen Beziehungen wiederaufgenommen.
Trotz der internationalen Hilfe sieht sich die Übergangsregierung in Caracas dem Vorwurf ausgesetzt, in den ersten Tagen nach den Beben zu zögerlich gehandelt und keine schweren Räumgeräte bereitgestellt zu haben. General Francis Donovan, Kommandeur des Südkommandos, räumte ein, dass jahrzehntelange Misswirtschaft die Infrastruktur des Landes ruiniert habe. Die US-Mission ist nach seinen Worten zeitlich befristet; man bereite sich nicht auf einen langfristigen Einsatz vor. Die Such- und Bergungsarbeiten dauern unterdessen an. Die endgültige Opferzahl bleibt vorläufig, und die politische Zukunft des Landes ist offen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die Vereinigten Staaten haben nach den verheerenden Erdbeben eine massive humanitäre Operation in Venezuela gestartet, bei der die Übergangsregierung voll kooperiert. Dies markiert ein neues Kapitel nach der Absetzung von Diktator Nicolás Maduro und zeigt amerikanische Führungskraft und Wohlwollen in der Region.
Die USA haben unter dem Vorwand der Erdbebenhilfe Hunderte von Soldaten und Überwachungsdrohnen nach Venezuela entsandt. Diese militärische Präsenz weckt Bedenken hinsichtlich einer möglichen langfristigen Intervention und erinnert an frühere Muster amerikanischer Präsenz in der Region.
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