
Vier Polizisten in Venezuela nach Plünderungen in Erdbebengebiet festgenommen
In La Guaira wurden Beamte des CICPC dabei gefilmt, wie sie Geld aus Trümmern entwendeten; sie wurden entlassen und der Justiz überstellt.
In La Guaira, dem am schwersten von den Erdbeben betroffenen Bundesstaat Venezuelas, sind vier Beamte des Cuerpo de Investigaciones Científicas, Penales y Criminalísticas (CICPC) festgenommen worden. Zuvor waren sie von Anwohnern dabei gefilmt worden, wie sie Bargeld – offenbar US-Dollar – aus den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes entwendeten. Die Aufnahmen, die in sozialen Netzwerken verbreitet wurden, zeigen, wie aufgebrachte Bürger die Polizisten zur Rede stellen und die Geldscheine zerreißen. Nach Angaben der venezolanischen Behörden wurden die vier Männer umgehend aus dem Dienst entfernt und der Justiz überstellt.
Der Direktor des CICPC, Douglas Rico, erklärte in einer Mitteilung, die Beamten hätten sich „ihrer Pflichten entzogen und die Rettungs- und humanitären Hilfsmaßnahmen ausgenutzt, um sich auf unanständige Weise wirtschaftliche Werte aus den Trümmern anzueignen“. Innenminister Diosdado Cabello sprach von „schamlosen, unanständigen und unmoralischen Handlungen“ und kündigte an, man werde „vollkommen intolerant“ gegen jene vorgehen, die in der Notlage Straftaten begingen. Die Oppositionspartei Primero Justicia verurteilte den Vorfall als Ausdruck der „Bereicherung an der Tragödie“ durch einzelne Staatsbedienstete.
Internationale Medienberichte und in sozialen Netzwerken kursierende Videos legen nahe, dass es sich nicht um einen Einzelfall handelt. So sollen Angehörige von Militär und Polizei in La Guaira Fernsehgeräte und andere Wertgegenstände aus zerstörten Wohnungen abtransportiert haben; zudem wird von inszenierten Rettungseinsätzen für Kameras und der Beschlagnahmung von Mobiltelefonen unter dem Vorwurf der „Spionage“ berichtet. Die venezolanische Regierung wies diese Darstellungen als Desinformation zurück und rief die Bevölkerung dazu auf, sich auf offizielle Informationen zu verlassen. Unabhängig überprüfen lassen sich die Vorwürfe derzeit nicht.
Die Erdbeben vom 24. Juni mit Stärken von 7,2 und 7,5 haben nach offiziellen Angaben fast 2.000 Menschen das Leben gekostet, mehr als 10.000 weitere wurden verletzt. Zehntausende gelten noch als vermisst. Der UN-Koordinator in Venezuela, Gianluca Rampolla del Tindaro, wies darauf hin, dass die tatsächliche Opferzahl höher liegen dürfte. Die vier festgenommenen Polizisten befinden sich in Gewahrsam; die Ermittlungen dauern an.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die Festnahme von vier Polizisten, die Geld aus den Trümmern des Erdbebens gestohlen haben sollen, ist ein Zeichen für tiefe Korruption in den venezolanischen Sicherheitskräften. Die Behörden handeln, aber der Vorfall wirft Fragen zur Rechenschaftspflicht und Rechtsstaatlichkeit im Land auf.
Die Polizeikorruption in Venezuela ist ein weiteres Beispiel für den institutionellen Verfall des Landes. Der Diebstahl von Geld, das für Erdbebenopfer bestimmt war, ist besonders schwerwiegend und zeigt die Straflosigkeit der Sicherheitskräfte und das Versagen der Maduro-Regierung, grundlegende Ordnung zu gewährleisten.
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