
Mbappé erlöst Frankreich, Marokko überrollt Kanada – Viertelfinalduell perfekt
An einem von taktischer Vorsicht und großer Hitze geprägten Tag in den USA sichern sich Frankreich und Marokko die ersten Viertelfinaltickets der WM 2026.
Erst ein von Kylian Mbappé souverän verwandelter Handelfmeter in der 70. Minute brach den paraguayischen Widerstand und ebnete Frankreich den Weg ins Viertelfinale. Zuvor hatte sich die Elf von Didier Deschamps bei glühender Hitze in Philadelphia an der kompromisslosen Fünferkette der Südamerikaner festgelaufen, fand fast eine Halbzeit lang keine Lücke und musste schließlich auf die Intervention des Videoassistenten warten. Der eingewechselte Désiré Doué provozierte im Strafraum den entscheidenden Kontakt, den der Unparteiische nach Ansicht der Bilder ahndete. Mbappé, mit nun sieben Treffern gemeinsam mit Lionel Messi bester Torschütze des Turniers, übernahm die Verantwortung und erzielte sein bereits neunzehntes WM-Tor – nur noch ein Treffer trennt ihn von der Bestmarke des Argentiniers.
Wenige Stunden zuvor hatte Marokko in Houston einen Co-Gastgeber aus dem Turnier genommen. Kanada, das bei diesem Turnier erstmals ein WM-Spiel gewann und die Gruppenphase überstand, lieferte vor allem im ersten Durchgang einen beherzten Auftritt, lief hoch an und ließ die Atlas-Löwen kaum zur Entfaltung kommen. Doch kurz nach dem Seitenwechsel bestrafte Azzedine Ounahi einen der wenigen Ballverluste mit einem präzisen Abschluss und brach damit den kanadischen Widerstand. In der Folge öffneten sich Räume, und Marokko spielte seine Konterstärke aus: Erneut Ounahi sowie in der Nachspielzeit Soufiane Rahimi erhöhten auf 3:0. Der Doppelpack Ounahis ist ein historisches Detail: Er ist der erste afrikanische Spieler seit 2002, dem in einer K.-o.-Partie einer WM zwei Treffer gelangen.
Für den französischen Fußball bestätigt sich unterdessen ein bemerkenswerter Stabilitätsmuster. Zum vierten Mal in Folge erreicht Les Bleus mindestens das Viertelfinale, eine Serie, die in der jüngeren Turniergeschichte nur von wenigen Nationen übertroffen wird. Der Paraguyanischen Auswahl, die im Achtelfinale Deutschland ausgeschaltet hatte, blieb gegen die effizienten Europäer nur die Rolle des moralischen Siegers. Aus nordafrikanischer Perspektive wiederum setzt Marokko seinen kometenhaften Aufstieg fort: Erstmals steht eine afrikanische Mannschaft zum zweiten Mal nacheinander in einem WM-Viertelfinale.
Damit ist das erste Viertelfinal-Duell besiegelt: Am 9. Juli treffen in Boston der amtierende Vizeweltmeister und der afrikanische Herausforderer aufeinander – eine Neuauflage der Halbfinalbegegnung von 2022, als Frankreich mit 2:0 die Oberhand behielt. Die übrigen Achtelfinalpartien werden an den kommenden drei Tagen gespielt; aus deutschsprachiger Sicht bleibt die Partie Schweiz gegen Kolumbien am Dienstag der letzte Fixpunkt, nachdem Österreich und Deutschland bereits ausgeschieden sind.
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