
Mund-zu-Regel: Hincapié als zweiter Spieler bei dieser WM des Feldes verwiesen
Ecuadors Verteidiger sah in der Nachspielzeit gegen Mexiko die Rote Karte, weil er sich im Wortgefecht den Mund zuhielt – eine neue FIFA-Direktive greift erneut.
In der fünften Minute der Nachspielzeit verlor Piero Hincapié die Fassung. Der ecuadorianische Abwehrspieler, beim FC Arsenal unter Vertrag, geriet nach der bereits besiegelten 0:2-Niederlage im Achtelfinale gegen Mexiko mit Santi Giménez aneinander. Er bedeckte seinen Mund mit der Hand, während er auf den mexikanischen Stürmer einsprach – eine Geste, die in diesem Turnier einem Automatismus gleichkommt: Der slowenische Schiedsrichter Slavko Vinčić wurde vom VAR an den Bildschirm gerufen und zückte unmittelbar danach die Rote Karte. Es war der zweite Platzverweis dieser Art binnen weniger Tage.
Die Partie selbst war zu diesem Zeitpunkt längst entschieden. Vor ausverkauftem Haus im Aztekenstadion, das bei drei Weltmeisterschaften als Festung des mexikanischen Teams gilt, überrannte der Co-Gastgeber Ecuador in der ersten halben Stunde. Julián Quiñones traf in der 22. Minute mit einem wuchtigen Abschluss zur Führung, neun Minuten später legte er für Raúl Jiménez auf, der zum 2:0 vollstreckte. Mexiko kontrollierte das Geschehen fortan und feierte den ersten Sieg in einer K.-o.-Runde seit vier Jahrzehnten. Der Gegner im Achtelfinale, erneut im Aztekenstadion, heißt England oder die Demokratische Republik Kongo.
Die neue Regel, die in lateinamerikanischen Medien als „Ley Vinícius“ oder „Ley Prestianni“ firmiert, wurde von der FIFA nach einem Eklat in der Champions League eingeführt. Im Februar hatte der Brasilianer Vinícius Júnior den argentinischen Spieler Gianluca Prestianni beschuldigt, ihn mit dem Wort „mono“ (Affe) rassistisch beleidigt zu haben, während dieser sich den Mund mit dem Trikot zuhielt. Die IFAB reagierte und untersagte das Verdecken des Mundes bei Wortgefechten, um versteckte verbale Entgleisungen zu unterbinden. Ein direkter Platzverweis ist die Folge, unabhängig davon, ob ein Schiedsrichter die Worte tatsächlich hört oder Kameras sie aufzeichnen.
Hincapié ist nicht der erste Spieler, der unter dieser Direktive vom Platz fliegt. Bereits in der Gruppenphase hatte der Paraguayer Miguel Almirón im Spiel gegen die Türkei für dieselbe Geste die Rote Karte gesehen und eine Sperre von einem Spiel verbüßt. Für Ecuador markiert der Vorfall zudem den erst zweiten Platzverweis bei einer Weltmeisterschaft überhaupt – nach Antonio Valencia, der 2014 in der Vorrunde gegen Frankreich des Feldes verwiesen worden war. Die Sperre wird Hincapié im nächsten Pflichtspiel der Nationalmannschaft absitzen, sei es in der Qualifikation für die WM 2030 oder bei der Copa América 2028.
Aus europäischer Perspektive unterstreicht der wiederholte Vollzug der Regel die Entschlossenheit des Weltverbands, verdeckte Provokationen und rassistische Äußerungen auf dem Spielfeld zu ahnden. Für die deutschsprachigen Verbände, deren Spieler bei internationalen Turnieren regelmäßig im Fokus stehen, schafft die strikte Handhabung eine klare Erwartung: Wer sich im Disput den Mund zuhält, riskiert unmittelbar den Ausschluss. Die Linie der Unparteiischen ist damit ebenso unmissverständlich wie die Konsequenz für den Einzelnen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Eine neue FIFA-Regel, die Missbrauch auf dem Platz eindämmen soll, hat zur zweiten Roten Karte der Weltmeisterschaft geführt. Ecuadors Piero Hincapié, Verteidiger des FC Arsenal, wurde vom Platz gestellt, weil er sich beim Sprechen mit einem Gegner den Mund zuhielt – eine Geste, die nun automatisch bestraft wird. Der Vorfall krönte einen miserablen Abend für Ecuador, das bereits mit 0:2 gegen Mexiko zurücklag.
Das sogenannte 'Vini Jr.-Gesetz', das Rassismus im Fußball bekämpfen soll, hat bei dieser Weltmeisterschaft sein zweites Opfer gefordert. Der ecuadorianische Verteidiger Piero Hincapié wurde hart bestraft, weil er sich bei einem hitzigen Wortwechsel mit einem mexikanischen Spieler den Mund zuhielt – eine Entscheidung, die viele als unverhältnismäßige Anwendung der Regel ansehen. Die Rote Karte fügte der 0:2-Niederlage Ecuadors noch eine Demütigung hinzu und warf Fragen nach der Fairness des Gesetzes auf.
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