
Argentinien passt Sozialtransfers an Inflation an – Italien zahlt Rentenzuschlag
Im Juli 2026 steigen Argentiniens Sozialleistungen infolge des Inflationsindex um 2,15 Prozent, während Italien die Quattordicesima auszahlt und Mexiko planmäßige Pensionen erbringt.
Argentiniens Sozialversicherung (Anses) hat die Renten, Pensionen und Familienzulagen mit Wirkung zum Juli 2026 um 2,15 Prozent erhöht. Maßgeblich war die monatliche Mobilitätsformel, die sich am Verbraucherpreisindex orientiert – im Mai betrug die Inflationsrate 2,1 Prozent. Die Allgemeine Kinderzulage (AUH) klettert auf 148.049 Pesos, für Kinder mit Behinderung auf 482.062 Pesos; das Mindesteinkommen für Rentner steigt um 70.000 Pesos durch einen befristeten Bonus. Die gestaffelten Auszahlungstermine nach Personalausweisnummer begannen am 8. Juli, wurden durch den Nationalfeiertag unterbrochen und liefen ab dem 13. Juli wieder an. Auch die Essenskarte (Tarjeta Alimentar) wird unverändert mit bis zu 108.062 Pesos für dreiköpfige Familien weitergeführt.
In Italien schüttete das INPS mit der Juli-Rente die sogenannte „Quattordicesima“ aus – einen steuerfreien Zuschlag für Pensionäre ab 64 Jahren mit niedrigem Einkommen. Die Beträge staffeln sich nach Beitragsjahren und liegen zwischen 336 und 655 Euro; wer die Voraussetzungen erst im zweiten Halbjahr erfüllt, erhält die Zahlung im Dezember. Ein Teil der Berechtigten wird vorläufig bedacht, die endgültige Prüfung anhand der vom Fiskus gemeldeten Einkommen steht noch aus.
Mexikos Sozialministerium (Bienestar) setzt unterdessen die Auszahlung der zweimonatlichen Grundrente für über 65-Jährige (6.400 Pesos pro Bimestre) und der Frauenpension für 60- bis 64-jährige (3.100 Pesos) fort. Die Staffelung erfolgt im Juli nach dem Anfangsbuchstaben des ersten Nachnamens; die Termine bieten eine verlässliche Planung, auch wenn die Beträge – anders als in Argentinien – nicht an die Preisentwicklung gekoppelt sind.
Über die laufenden Transfers hinaus weisen Stimmen aus Nairobi und São Paulo auf strukturelle Defizite hin. Kenias Rentenaufsicht (RBA) beziffert das verwaltete Vermögen auf 2,8 Billionen Shilling bei 7,5 Millionen Mitgliedern, warnt aber vor einer wachsenden Versorgungslücke, weil selbst erhöhte Pflichtbeiträge im Alter kaum den Lebensstandard sichern. Steigende Gesundheitskosten (jährlich etwa 11 Prozent) verschärfen die Lage. In Brasilien rät die Finanzplanerin Myrian Lund (FGV) dazu, frühzeitig mit privaten Vorsorgeprodukten zu beginnen, nachdem die gesetzliche Rente (INSS) infolge der Reform nur noch 60 Prozent des Durchschnittseinkommens plus 2 Prozentpunkte pro Beitragsjahr über 15 (Frauen) bzw. 20 (Männer) ersetzt. Als erster Schritt wird die Überprüfung des digitalen Beitragskontos (Cnis) empfohlen.
Der argentinische Mobilitätsmechanismus sieht die nächste Aktualisierung auf Basis des Juni-Verbraucherpreisindex vor; Italiens INPS wird nach Übermittlung der tatsächlichen Einkommensdaten durch die Agenzia delle Entrate die Quattordicesima endgültig berechnen.
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