
Kolumbianischer Peso auf Sechsjahreshoch – Schwache US-Arbeitsmarktdaten setzen Dollar unter Druck
Während der kolumbianische Peso von Zinsdifferenzgeschäften profitiert, setzt der argentinische Peso seine Abwertung fort; der mexikanische Peso zeigt sich stabil.
Der kolumbianische Peso hat am Donnerstag mit 3.362,67 Peso je Dollar den höchsten Stand seit Februar 2020 erreicht. Auslöser war ein überraschend schwacher US-Arbeitsmarktbericht: Im Juni entstanden lediglich 57.000 neue Stellen, deutlich weniger als erwartet und weit unter den 129.000 des Vormonats. Die Daten nährten an den Märkten die Erwartung, dass die Federal Reserve ihren Zinserhöhungszyklus drosseln könnte, und ließen den Dollar global nachgeben. In Bogotá verstärkte sich der Abwärtstrend, der bereits seit Anfang Juli strukturell angelegt ist, wie Mauricio Acevedo, Devisenstratege bei Corficolombiana, erläuterte.
Hinter der Aufwertung des Peso stehen massive Carry-Trade-Ströme. Internationale Anleger leihen sich Kapital in Niedrigzinsländern wie der Schweiz oder Japan und investieren es in kolumbianische Anleihen, die nach der jüngsten Leitzinsanhebung auf 12 Prozent eine attraktive Rendite bieten. Dieser Zinsvorteil hat den Peso zum stärksten Gewinner unter den Schwellenländerwährungen der vergangenen Wochen gemacht. Zugleich fielen die Rohölpreise um rund ein Prozent, nachdem Katar Fortschritte in indirekten Gesprächen zwischen Iran und den USA über die Straße von Hormus vermeldet hatte – ein Faktor, der den Druck auf die kolumbianische Leistungsbilanz mildert.
Ein gegensätzliches Bild bietet der argentinische Peso. Der offizielle Wechselkurs stieg am Donnerstag auf 1.510 Peso je Dollar und markierte den höchsten Stand seit November 2025. In Buenos Aires verweisen Analysten auf das saisonal bedingte Ausbleiben von Devisen aus der Agrarexportkampagne sowie auf die globale Dollarstärke, die Schwellenländerwährungen generell belastet. Die Zentralbank interveniert am Terminmarkt und mit dollarindexierten Anleihen, um die Abwertungserwartungen zu dämpfen. Die impliziten Kurse der Futures-Kontrakte deuten auf einen graduellen Anstieg auf etwa 1.655 Peso bis Dezember hin, was die Erwartung eines kontrollierten, nicht sprunghaften Anpassungspfads widerspiegelt.
Der mexikanische Peso zeigte sich mit 17,46 Peso je Dollar stabil. Die Aussicht auf Nearshoring-Investitionen und die Devisenzuflüsse im Umfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 stützen die Währung. Politische Unsicherheit brachte hingegen die Entscheidung der USA, das Freihandelsabkommen T-MEC nicht in seiner jetzigen Form zu verlängern. Aus Washington hieß es, man benötige mehr Zeit, um Handelsdefizite zu adressieren. In Mexiko-Stadt bewertete die Regierung die Entwicklung gelassen; Wirtschaftsminister Marcelo Ebrard sah keine substanziellen Differenzen, die nicht lösbar seien. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 20. Juli angesetzt.
Der weitere Verlauf des Dollars hängt nun maßgeblich von den anstehenden US-Arbeitsmarktdaten ab. Sollten die offiziellen Beschäftigungszahlen außerhalb der Landwirtschaft die Erwartungen übertreffen, könnte der Dollar kurzfristig wieder anziehen, warnte Akihiko Yokoo von der Mitsubishi UFJ Bank. Für den kolumbianischen Peso bleibt die Zinsdifferenz der entscheidende Treiber, während in Argentinien die Fähigkeit der Zentralbank, die Abwertung zu steuern, im Fokus steht.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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In Kolumbien fiel der Dollar auf ein Sechsjahrestief, angetrieben von Carry-Trade-Nachfrage und US-Arbeitsmarktschwäche. In Argentinien bewegt sich der offizielle Dollar innerhalb des staatlichen Bandes, und der Parallelkurs zeigt eine moderate Lücke – Ausdruck anhaltender Dollarknappheit trotz gelockerter Kontrollen.
Der Yen zeigte im späten Handel heftige Ausschläge und wertete plötzlich auf – ein Zeichen für die Fragilität der globalen Carry-Trade-Ströme. Diese Unruhe überträgt sich auf Schwellenländerwährungen: Der kolumbianische Peso profitiert, der argentinische leidet weiter unter Dollarknappheit.
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