
Defizitwelle in Schwellenländern: Indonesien mit erstem Handelsdefizit seit sechs Jahren
Wachsende Handels- und Haushaltslücken in Indonesien, Brasilien, Indien, Kolumbien und Marokko engen den fiskalischen Spielraum ein und erhöhen den Anpassungsdruck auf die kommenden Regierungen.
Erstmals seit sechs Jahren wies die indonesische Handelsbilanz im Mai 2026 ein Defizit auf. Mit 1,61 Mrd. US-Dollar fiel die Lücke deutlich aus, nachdem die Exporte auf 23,20 Mrd. Dollar sanken, während die Importe 24,81 Mrd. Dollar erreichten. Aus Jakartaer Sicht markiert dies das Ende einer seit Mai 2020 anhaltenden Überschussserie. Die Zentralbank kündigte an, durch Interventionen am Devisen- und Anleihemarkt, die Förderung der Hinterlegung von Exporterlösen im Inland sowie den Ausbau lokaler Währungstransaktionen die externe Stabilität zu sichern.
Parallel dazu verschärfen sich in mehreren großen Schwellenländern die fiskalischen Ungleichgewichte. In Brasilien zeigt ein Szenario des Schatzamtes, dass die Primärziele 2028 bis 2030 selbst bei optimistischen Wachstums- und Zinsannahmen verfehlt werden; die Schuldenquote könnte von 81 auf 88 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen. In Neu-Delhi erreichte das Haushaltsdefizit in den ersten zwei Monaten des Fiskaljahres 9,6 Prozent des Jahressolls, obwohl die Notenbank eine Rekorddividende von 2,8 Billionen Rupien ausschüttete. Die Ausgaben stiegen um 18 Prozent, während die Einnahmen infolge von Verbrauchsteuersenkungen auf Kraftstoffe zurückgingen.
In Kolumbien klafft nach Angaben der Rechnungsprüfungsbehörde eine Finanzierungslücke von 303 Billionen Pesos, was 54,5 Prozent des genehmigten Haushalts entspricht. Die Steuereinnahmen blieben bis Mitte Juni mit 138,17 Billionen Pesos deutlich hinter der angepassten Zielmarke von 294,28 Billionen Pesos zurück. Die Behörde verweist auf eine schleppende Investitionsumsetzung in Verkehr und Gesundheit sowie auf hohe ausstehende Zahlungen aus Vorjahresreserven. Der Schuldendienst beansprucht bereits 47,1 Prozent der Haushaltsmittel.
Marokko verzeichnete in den ersten fünf Monaten 2026 ein Handelsbilanzdefizit von über 159 Mrd. Dirham, ein Anstieg um 20,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Importe legten um 11,8 Prozent zu, getrieben von Rohstoffen und Energie, während die Exporte nur um 5,8 Prozent wuchsen – gestützt vor allem auf die Automobil- und Luftfahrtindustrie. Ein kräftiger Überschuss im Dienstleistungsverkehr von 64,3 Mrd. Dirham federt den Außenbeitrag jedoch teilweise ab.
Die Gleichzeitigkeit von externen und fiskalischen Defiziten erhöht den Handlungsdruck auf geld- und finanzpolitische Entscheidungsträger. In Jakarta stehen weitere Zentralbankmaßnahmen zur Stützung der Rupiah an, in Brasília wird die nächste Regierung über Ausgabenkürzungen oder Einnahmesteigerungen entscheiden müssen, und in Bogotá obliegt die Haushaltskonsolidierung der kommenden Administration. Die indische Regierung wiederum muss im weiteren Jahresverlauf die Ausgabendynamik mit den Einnahmeausfällen in Einklang bringen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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The suspension of US tariffs on Moroccan fertilizers is portrayed as a diplomatic success that eases trade pressures on Morocco, strengthening its position as a key agricultural partner. The coverage highlights American consensus and the strategic importance of the sector, without mentioning potential drawbacks.
The Latin American bloc dedicates its coverage to local topics such as motorcycle recovery, celebrity news, and sports, completely ignoring the alarming signals on global trade deficits. This editorial choice suggests a priority towards domestic concerns over international economic dynamics.
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