
Schwächer als erwarteter US-Arbeitsmarktbericht dämpft Zinserhöhungsängste und beflügelt Börsen
Die US-Wirtschaft schuf im Juni nur 57.000 Stellen, was die Wahrscheinlichkeit von Zinsschritten der Federal Reserve sinken ließ und Aktien sowie Gold Auftrieb gab.
Die amerikanische Wirtschaft hat im Juni mit 57.000 neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft deutlich die Erwartungen verfehlt – Ökonomen hatten mit 110.000 gerechnet, nach revidiert 129.000 im Mai. Die Arbeitslosenquote sank zwar leicht auf 4,2 Prozent, doch der überraschend schwache Stellenzuwachs ließ die an den Terminmärkten gehandelte Wahrscheinlichkeit für mindestens eine Zinserhöhung der Federal Reserve in diesem Jahr von 84 auf 76 Prozent fallen. An der Wall Street drehten die Kurse daraufhin ins Plus: Der S&P 500 legte im frühen Handel 0,6 Prozent zu, der Dow Jones Industrial Average gewann 0,9 Prozent, während der technologielastige Nasdaq Composite moderater um 0,6 Prozent stieg.
Aus Washingtoner Sicht lieferte der Arbeitsmarktbericht ein Argument für geldpolitische Zurückhaltung. Fed-Chef Kevin Warsh hatte noch am Vortag bekräftigt, die Notenbank werde strikt an ihrem Inflationsziel von zwei Prozent festhalten, zugleich aber eingeräumt, dass die Inflationsrisiken zuletzt nachgelassen hätten. Marktteilnehmer in New York werteten die Daten als Signal, dass der Arbeitsmarkt nicht überhitzt und damit keinen zusätzlichen Preisdruck erzeugt. „Es ist das beste Ergebnis, das wir uns erhoffen konnten. Der Arbeitsmarkt läuft rund, ist aber nicht heiß genug, um die Inflation zu beschleunigen“, kommentierte Florian Ielpo, Leiter Makroökonomie bei Lombard Odier Investment Managers. Die Renditen kurzlaufender US-Staatsanleihen gaben nach, und der Dollar verlor an Wert.
Parallel dazu stieg der Goldpreis um 0,7 Prozent auf 4.057 Dollar je Feinunze, gestützt durch die gesunkenen Zinserwartungen und den schwächeren Ölpreis. Rohöl der Sorte Brent fiel um rund ein Prozent auf 70,89 Dollar je Barrel, nachdem indirekte Gespräche zwischen den USA und dem Iran in Doha nach katarischen Angaben „positive Fortschritte“ erzielt hatten, ohne jedoch eine dauerhafte Entspannung am Persischen Golf zu erreichen. Die anhaltende Unsicherheit über die Straße von Hormus bleibt ein latenter Risikofaktor für die Energiepreise, der aus Sicht von Beobachtern in der Golfregion jederzeit wieder aufflammen könnte.
An den Aktienmärkten zeigte sich eine Sektorrotation: Während zinssensible Bereiche wie Grundstoff- und Konsumgüterwerte führten, tendierte der Halbleiterindex nach den jüngsten Gewinnmitnahmen im KI-Segment nahezu unverändert. Die nächste richtungsweisende Wegmarke ist die Sitzung des Offenmarktausschusses der Federal Reserve Ende des Monats, bei der die Notenbanker ihre Einschätzung zur konjunkturellen Lage und zum geldpolitischen Kurs aktualisieren werden.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | 0.00 | neutral |
|---|---|---|
| Lateinamerikanische Presse | +0.20 | neutral |
Global markets scale back rate hike expectations after weak US labor data, as the Fed signals inflation progress and the ECB maintains a cautious stance.
A hierarchy of risks is built: first the labor data, then Warsh's statements, then the ECB's position, to present an orderly and rational market reaction.
The effect on gold prices, central to the Latin American coverage, is not mentioned.
Gold rises as Warsh eases rate speculation: the market reads his words as a green light for accommodative policy.
The Fed is personified in Warsh, attributing direct power to his statements to move commodity prices, simplifying the causal chain.
The broader context of US labor data and reactions in other markets like equities and currencies are not mentioned.
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