
Ghana und Indonesien verzeichnen Inflationsanstieg, Argentinien vor weiterer Abschwächung
Steigende Transport- und Energiekosten treiben die Teuerung in afrikanischen und asiatischen Schwellenländern, während Südamerika eine Verlangsamung erwartet.
Die Inflationsdaten für Juni 2026 zeichnen ein gespaltenes Bild in den Schwellenländern: Während Ghana mit einem Anstieg der Jahresrate auf 5,3 Prozent (nach 3,7 Prozent im Mai) und Indonesien mit 3,34 Prozent (nach 3,08 Prozent) deutliche Sprünge verzeichnen, setzt sich in Argentinien der Abwärtstrend fort – private Prognosen sehen die Rate bei etwa 1,8 Prozent. In São Paulo verlangsamte sich der IPC-Fipe auf 0,18 Prozent im Monatsvergleich, nach 0,45 Prozent im Mai. Gemeinsamer Treiber der Preisbeschleunigung in Afrika und Asien sind höhere Transport- und Energiekosten, während in Südamerika vor allem stabilere Nahrungsmittelpreise und eine graduellere Tarifanpassung dämpfend wirken.
Aus Accra gemeldete Daten zeigen, dass die nicht-nahrungsmittelbedingte Inflation mit 6,3 Prozent inzwischen 68,5 Prozent der Gesamtteuerung ausmacht. Bus- und Sammeltaxitarife allein steuern 10,5 Prozentpunkte zur Headline-Inflation bei, gefolgt von Mieten (8,4 Prozent) und Sekundarschulgebühren (7,2 Prozent). Die Lebensmittelpreise stiegen moderat um 3,9 Prozent, allerdings mit extremer Spreizung: Ingwer verteuerte sich binnen Jahresfrist um 102,5 Prozent, während Grundnahrungsmittel wie Mais (–32,1 Prozent) oder Bohnen (–21,3 Prozent) deutlich günstiger wurden. In Indonesien schlug die Anhebung des nicht-subventionierten Kraftstoffs Pertamax von 12.300 auf 16.250 Rupiah je Liter am 10. Juni voll auf die Transportgruppe durch; Benzin trug allein 0,24 Prozentpunkte zur Monatsinflation von 0,44 Prozent bei. Hinzu kamen höhere Flugtarife infolge gestiegener globaler Kerosinpreise.
Die Zentralbanken beider Länder betonen, dass die Raten innerhalb der Zielkorridore lägen. Bank Indonesia verweist auf das Inflationsziel von 2,5±1 Prozent und führt die Kontrolle auf die enge Abstimmung mit regionalen Inflationskontrollteams sowie das nationale Nahrungsmittelsicherungsprogramm zurück. In Yogyakarta, wo die Monatsinflation auf 0,37 Prozent kletterte, wurden als Gegenmaßnahme 10.000 Chilisetzlinge an 66 Dörfer verteilt und eine Kampagne für preisbewussten Einkauf gestartet. Ghanas Statistikbehörde unterstreicht, dass die Teuerung im Vergleich zum Vorjahreswert von 13,7 Prozent weiterhin moderat sei, auch wenn regional große Unterschiede bestehen – von 10,2 Prozent in der North East Region bis zu –4,4 Prozent in Bono East.
Für die kommenden Wochen richtet sich der Blick auf die am 14. Juli erwartete Veröffentlichung der argentinischen Juni-Inflation durch das INDEC. Sollte sich die Prognose von rund 1,8 Prozent bestätigen, wäre es der dritte Monat in Folge mit nachlassendem Preisdruck. Zugleich bleibt zu beobachten, ob die Energiepreisschübe in Ghana und Indonesien einmalige Anpassungen darstellen oder einen breiteren Aufwärtstrend einleiten. Die nächsten Konjunkturberichte aus Jakarta und Accra werden zeigen, ob die Notenbanken ihre geldpolitische Linie beibehalten können.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Ghanas Gesamtinflation stieg im Juni auf 5,3 %, doch die eigentliche Geschichte liegt in den wilden Schwankungen einzelner Lebensmittelpreise. Ingwer verteuerte sich im Jahresvergleich um mehr als das Doppelte, während Grundnahrungsmittel wie Mais und Bohnen stark nachgaben – ein Beleg dafür, wie energiegetriebene Transportkosten und lokale Angebotsschocks eine ungleichmäßige Spur durch die Wirtschaft ziehen. Diese Divergenz spiegelt die wachsende Kluft zwischen den Schwellenländern wider, da die Energiepreise die Inflationslandschaften neu formen.
Die jährliche Inflation in Indonesien stieg im Juni auf 3,34 %, angetrieben durch nicht subventionierte Kraftstoffe und höhere Flugpreise. Bank Indonesia beeilte sich zu versichern, dass die Rate innerhalb des Zielkorridors bleibt und der Preisdruck unter Kontrolle ist. Die Botschaft ist eine ruhige Handhabung, im Gegensatz zu den dramatischeren energiebedingten Ausschlägen in anderen Schwellenländern.
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