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Energie & KlimaSonntag, 21. Juni 2026

Infantinos Jet-Reisen: Das strukturelle Emissionsproblem der FIFA-WM

Die häufigen Privatflüge von FIFA-Präsident Infantino während der WM 2026 in Nordamerika verdeutlichen ein Modell, das strukturell auf Flugreisen setzt – Kritiker sehen ein systemisches Problem.

Zehn Stadionbesuche in sieben Tagen, per Privatjet zwischen Mexiko-Stadt, Los Angeles, Vancouver und weiteren Spielorten: Die Reisetätigkeit von FIFA-Präsident Gianni Infantino während der laufenden Weltmeisterschaft 2026 hat bei Umweltschützern scharfe Kritik ausgelöst. Nach Berechnungen des französischen Unternehmens Greenly emittiert eine Stunde in der von Infantino genutzten Qatar-Airways-Maschine etwa so viel CO₂ wie ein durchschnittlicher Mensch in einem ganzen Jahr. Hochgerechnet auf das Turnier könnten allein durch sein Flugzeug 300 bis 500 Tonnen CO₂ anfallen – die jährliche Pro-Kopf-Bilanz von 35 bis 55 Franzosen.

Der Vorgang steht jedoch nicht isoliert: Der Geograph David Gogishvili von der Universität Lausanne verweist auf ein von der FIFA geschaffenes strukturelles Nachhaltigkeitsparadoxon. Die Wiederverwendung bestehender, aber über einen Kontinent verstreuter NFL-Stadien habe ein Modell hervorgebracht, das für seinen Betrieb zwingend auf emissionsintensiven Flugverkehr angewiesen sei. Die Art der Turnierorganisation normalisiere eine Hyper-Mobilität, während Transportkosten und CO₂-Lasten auf Gastgeberregionen und Fans verlagert würden. Die FIFA selbst betont, die Wahl zwischen Linien- und Privatflügen erfolge nach Effizienz- und Kostengesichtspunkten; die Organisation trage die Reisekosten.

Die Kritik aus den USA – etwa von John Hocevar, Kampagnenleiter bei Greenpeace USA – zielt darauf, dass tägliche Führungsflüge mit hochgradig umweltschädlichen Privatjets nicht das Signal sendeten, dass die FIFA ihre Verantwortung beim Klimawandel erkenne. Die Gesamtbelastung geht indes weit über die Spitze der Organisation hinaus: Die WM 2022 in Katar zog nach Erhebungen der Fachzeitschrift Nature 1.846 Privatjets an – mehr als Super Bowl, Filmfestspiele von Cannes, Weltwirtschaftsforum und COP28 zusammen. Der amerikanische Akademiker Tim Walters sieht darin reine Luxusemissionen, die in keiner Notwendigkeit gründen.

Eine Rückkehr zu kompakteren Turnieren zeichnet sich nicht ab. Die Frauen-WM 2027 in Brasilien setzt auf ein ähnlich weiträumiges Konzept, und die Herren-WM 2030 erstreckt sich von Marokko über Portugal und Spanien bis nach Südamerika. Die noch offene Entscheidung über eine Aufstockung auf 64 Mannschaften würde die Emissionen weiter steigern. Beobachter sehen darin eine Verstetigung eines Modells, das den Widerspruch zwischen globaler Fußballvermarktung und Klimarhetorik der FIFA vertieft.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 6 Sprachen

48%
TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Lateinamerikanische PresseArabische Levante-Maghreb-Presse
Lateinamerikanische Presse
EmpörungSkepsis

Latin American press harshly criticizes Infantino's use of a private jet during the World Cup, highlighting his indifference to climate austerity measures. The FIFA president's omnipresence is seen as a symbol of power detached from environmental concerns.

Arabische Levante-Maghreb-Presse
EmpörungAlarm

Arab media vehemently denounce Infantino's abuse of private flights, calling it a sign of contempt for climate issues. They highlight the continuity of behavior already criticized in the past, with details on the routes covered in a few days.

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Sonntag, 21. Juni 2026

Infantinos Jet-Reisen: Das strukturelle Emissionsproblem der FIFA-WM

Die häufigen Privatflüge von FIFA-Präsident Infantino während der WM 2026 in Nordamerika verdeutlichen ein Modell, das strukturell auf Flugreisen setzt – Kritiker sehen ein systemisches Problem.

Zehn Stadionbesuche in sieben Tagen, per Privatjet zwischen Mexiko-Stadt, Los Angeles, Vancouver und weiteren Spielorten: Die Reisetätigkeit von FIFA-Präsident Gianni Infantino während der laufenden Weltmeisterschaft 2026 hat bei Umweltschützern scharfe Kritik ausgelöst. Nach Berechnungen des französischen Unternehmens Greenly emittiert eine Stunde in der von Infantino genutzten Qatar-Airways-Maschine etwa so viel CO₂ wie ein durchschnittlicher Mensch in einem ganzen Jahr. Hochgerechnet auf das Turnier könnten allein durch sein Flugzeug 300 bis 500 Tonnen CO₂ anfallen – die jährliche Pro-Kopf-Bilanz von 35 bis 55 Franzosen.

Der Vorgang steht jedoch nicht isoliert: Der Geograph David Gogishvili von der Universität Lausanne verweist auf ein von der FIFA geschaffenes strukturelles Nachhaltigkeitsparadoxon. Die Wiederverwendung bestehender, aber über einen Kontinent verstreuter NFL-Stadien habe ein Modell hervorgebracht, das für seinen Betrieb zwingend auf emissionsintensiven Flugverkehr angewiesen sei. Die Art der Turnierorganisation normalisiere eine Hyper-Mobilität, während Transportkosten und CO₂-Lasten auf Gastgeberregionen und Fans verlagert würden. Die FIFA selbst betont, die Wahl zwischen Linien- und Privatflügen erfolge nach Effizienz- und Kostengesichtspunkten; die Organisation trage die Reisekosten.

Die Kritik aus den USA – etwa von John Hocevar, Kampagnenleiter bei Greenpeace USA – zielt darauf, dass tägliche Führungsflüge mit hochgradig umweltschädlichen Privatjets nicht das Signal sendeten, dass die FIFA ihre Verantwortung beim Klimawandel erkenne. Die Gesamtbelastung geht indes weit über die Spitze der Organisation hinaus: Die WM 2022 in Katar zog nach Erhebungen der Fachzeitschrift Nature 1.846 Privatjets an – mehr als Super Bowl, Filmfestspiele von Cannes, Weltwirtschaftsforum und COP28 zusammen. Der amerikanische Akademiker Tim Walters sieht darin reine Luxusemissionen, die in keiner Notwendigkeit gründen.

Eine Rückkehr zu kompakteren Turnieren zeichnet sich nicht ab. Die Frauen-WM 2027 in Brasilien setzt auf ein ähnlich weiträumiges Konzept, und die Herren-WM 2030 erstreckt sich von Marokko über Portugal und Spanien bis nach Südamerika. Die noch offene Entscheidung über eine Aufstockung auf 64 Mannschaften würde die Emissionen weiter steigern. Beobachter sehen darin eine Verstetigung eines Modells, das den Widerspruch zwischen globaler Fußballvermarktung und Klimarhetorik der FIFA vertieft.

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Lateinamerikanische PresseArabische Levante-Maghreb-Presse
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EmpörungSkepsis

Latin American press harshly criticizes Infantino's use of a private jet during the World Cup, highlighting his indifference to climate austerity measures. The FIFA president's omnipresence is seen as a symbol of power detached from environmental concerns.

Arabische Levante-Maghreb-Presse
EmpörungAlarm

Arab media vehemently denounce Infantino's abuse of private flights, calling it a sign of contempt for climate issues. They highlight the continuity of behavior already criticized in the past, with details on the routes covered in a few days.

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