
Cerundolo schreibt in Queen’s Geschichte, Tiafoe triumphiert in Halle
Der Argentinier ringt Tommy Paul in der längsten Finalpartie der Turnierhistorie nieder, während Frances Tiafoe im deutschen Halle das US-Derby gegen Taylor Fritz dominiert.
Francisco Cerúndolo hat das ATP-500-Turnier im Queen’s Club gewonnen und damit als erster Argentinier den traditionsreichen Rasenwettbewerb in London für sich entschieden. Im Finale bezwang der 27-Jährige den US-amerikanischen Titelverteidiger Tommy Paul nach 3:04 Stunden mit 6:7(4), 6:4, 6:3 und feierte den größten Erfolg seiner Karriere. Es war zugleich das längste Endspiel in der Geschichte des Queen’s Club, sieben Minuten mehr als der bisherige Rekord von Marin Čilić gegen Novak Đoković 2018. Vier seiner fünf Matches in dieser Woche hatte Cerúndolo über drei Sätze gehen müssen – ein Beleg für seine mentale Widerstandskraft.
Der Argentinier, der mit einem Diego-Maradona-Trikot in seiner Box antrat, zeigte von Beginn an aggressives Grundlinienspiel und erarbeitete sich im ersten Satz eine Breakführung. Beim Stand von 5:4 und eigenem Aufschlag vergab er jedoch den Satzgewinn, Paul glich aus und entschied den Tiebreak mit 7:4 für sich. Cerúndolo ließ sich davon nicht beirren, steigerte seinen Aufschlag und glich nach einem erneuten Breakrückstand im zweiten Durchgang zum 6:4 aus. Im entscheidenden Satz gelang ihm das entscheidende Break zum 4:2; er verwertete seinen fünften Matchball mit einem Smash. Besondere emotionale Bedeutung erhielt der Triumph durch die Anwesenheit seiner Eltern, die eigens aus Buenos Aires angereist waren. Vater Alejandro, selbst ehemaliger Tennisprofi, hatte seine Flugangst überwunden und sah seinen Sohn erstmals außerhalb Argentiniens spielen – ausgerechnet am Vatertag.
Cerúndolos fünfter ATP-Titel und sein zweiter auf Rasen nach Eastbourne 2023 markiert einen deutlichen Entwicklungsschritt. Während südamerikanische Spieler auf dem schnellen Untergrund traditionell Nachteile haben, überzeugte er in London mit geringem Körperschwerpunkt, sicherem Gleitverhalten und druckvollem Spiel von der Grundlinie. Mit dem Erfolg, der ihm am Montag Platz 18 der Weltrangliste und damit die Einstellung seiner Bestmarke einbringt, untermauert er zugleich den gelungenen Start der Zusammenarbeit mit dem chilenischen Doppel-Olympiasieger Nicolás Massú, der neu in sein Trainerteam eingetreten ist.
Parallel zum Queen’s Club fand in Halle/Westfalen das zweite große ATP-500-Rasenturnier der Woche statt. Dort sicherte sich der US-Amerikaner Frances Tiafoe seinen ersten Titel dieser Kategorie. Im Finale bezwang er seinen an Nummer eins gesetzten Landsmann Taylor Fritz mit 6:4, 6:4 in nur 67 Minuten. Tiafoe, der im gesamten Match am eigenen Aufschlag lediglich sieben Punkte abgab, hatte auf dem Weg ins Endspiel mit dem kanadischen French-Open-Finalisten Felix Auger-Aliassime und dem Italiener Flavio Cobolli zwei weitere Top-Ten-Spieler ausgeschaltet. Für Fritz war es die zweite Finalniederlage binnen einer Woche, nachdem er in Stuttgart bereits Ben Shelton unterlegen war; zuvor hatte er im Halbfinale von Halle den deutschen Hoffnungsträger Alexander Zverev in drei Sätzen bezwungen.
Beide Sieger gehen mit Rückenwind nach Wimbledon. Cerúndolo hat sich als einer der formstärksten Rasenspieler des Frühsommers etabliert und darf sich berechtigte Hoffnungen auf ein tiefes Vordringen machen. Tiafoe kehrt nach seinem Halle-Triumph pünktlich zum Grand-Slam-Höhepunkt in die Top 20 zurück. Das dritte Major des Jahres beginnt am 29. Juni und wird zeigen, ob die in Queen’s und Halle gezeigten Leistungen auf der ganz großen Bühne Bestand haben.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der Argentinier Cerúndolo bezwingt Paul in einem dreistündigen Kampf und sichert sich seinen ersten ATP-500-Titel. Er ist der erste argentinische Sieger beim Queen's-Turnier, was in seiner Heimat historisch gefeiert wird.
Der Amerikaner Tiafoe besiegt Fritz glatt in zwei Sätzen und gewinnt seinen ersten ATP-500-Titel in Halle. Die Golf-Presse würdigt seinen Aufschlag und blickt optimistisch auf Wimbledon.
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