
Vance und Ghalibaf eröffnen technische Gespräche zur Umsetzung des Waffenstillstands in der Schweiz
Unter Vermittlung Pakistans und Katars konzentrieren sich die Verhandlungen in Bürgenstock auf das iranische Atomprogramm, die Aufhebung von Sanktionen und die fragile Waffenruhe im Libanon, während Teheran die Straße von Hormus für geschlossen erklärt.
Im Schweizer Bürgenstock haben am Sonntag technische Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran begonnen, um das am 18. Juni unterzeichnete 14-Punkte-Memorandum zur Beendigung des Nahostkriegs in verbindliche Schritte zu überführen. Der amerikanische Vizepräsident J. D. Vance und der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf leiten die Delegationen, denen auch Außenminister Abbas Araghchi, der Gouverneur der iranischen Zentralbank sowie die US-Sondergesandten Jared Kushner und Steve Witkoff angehören. Pakistan und Katar agieren als Vermittler; aus Islamabad reisten Premierminister Shehbaz Sharif und Armeechef Asim Munir an. Das Abkommen sieht eine 60-tägige Frist für ein endgültiges Abkommen vor, das insbesondere das iranische Nuklearprogramm und die Lockerung von Sanktionen regeln soll.
Aus Washingtoner Sicht steht die nukleare Frage im Zentrum. Vance äußerte vor seinem Abflug die Hoffnung auf Fortschritte bei der Begrenzung des iranischen Atomprogramms und bei der Durchsetzung der Waffenruhe im Libanon. Präsident Donald Trump drohte gleichzeitig mit der Erhebung amerikanischer Nutzungsgebühren für die Straße von Hormus, falls binnen 60 Tagen kein umfassender Frieden erreicht werde. Das US-Zentralkommando widersprach der von Teheran verkündeten Schließung der Wasserstraße und gab an, allein am Samstag hätten 55 Handelsschiffe mit über 17 Millionen Barrel Rohöl den Engpass passiert. Amerikanische Kräfte würden die Handelsfreiheit weiterhin sicherstellen.
Aus Teheraner Perspektive ist die Einstellung der israelischen Angriffe im Libanon die Voraussetzung für jede weitere Annäherung. Die Führung der Revolutionsgarden erklärte, die Schließung der Straße von Hormus sei eine direkte Antwort auf die „ununterbrochenen Verstöße des zionistischen Regimes gegen die Waffenruhe im Südlibanon“ und auf die aus ihrer Sicht unzureichende Umsetzung der amerikanischen Verpflichtungen. Irans oberster Führerberater Mohammad Mokhber warf Washington vor, den ersten Punkt des Memorandums – einen Waffenstillstand an allen Fronten – nicht einzuhalten. Präsident Masoud Pezeshkian versicherte am Sonntag, Iran werde auf den Bau von Atomwaffen verzichten, bestehe jedoch auf dem Recht zur Urananreicherung. Außenministeriumssprecher Esmaeil Baghaei betonte, ohne ein Ende der Kämpfe im Libanon könne die „Verhandlungsphase des endgültigen Abkommens“ nicht beginnen.
Die Lage im Libanon bleibt unübersichtlich. Trotz einer erneuerten Waffenruhe-Meldung kam es am Samstag erneut zu Gefechten zwischen den israelischen Streitkräften und der Hisbollah, die einander den Bruch der seit April mehrfach gescheiterten Waffenstillstände vorwerfen. Libanesische Behörden meldeten allein am Samstag über 30 Tote durch israelische Luftangriffe; die Gesamtzahl der Toten seit Beginn der Kampfhandlungen am 2. März übersteigt laut Gesundheitsministerium 4.000. Israelische Militärvertreter erklärten, die Armee habe von der politischen Führung die Anweisung erhalten, das Feuer einzustellen, und agiere nun defensiv innerhalb einer Sicherheitszone. Israel betrachtet sich nicht als Partei des amerikanisch-iranischen Memorandums und behält sich das Recht auf Selbstverteidigung vor.
Für die technischen Gespräche, die nach Angaben des Schweizer Außenministeriums zunächst eintägig angesetzt sind, sind zwei Verhandlungsrunden vorgesehen: zunächst getrennte Treffen mit den Vermittlern, anschließend eine Viererrunde. Die iranische Delegation wird dabei vor allem auf die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte, die Aufhebung der Seeblockade und die Wiederherstellung des Ölexports drängen. Die Schweiz stellt ihr traditionelles Gute Dienste-Angebot zur Verfügung. Das Ergebnis der ersten direkten Begegnung auf Ebene der Chefverhandler seit der Unterzeichnung des Pakts soll die Einsetzung technischer Arbeitsgruppen und eines Mechanismus zur Überwachung der Waffenruhe sein.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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The Latin American press reports the start of US-Iran negotiations in Switzerland as a crucial diplomatic step, highlighting the arrival of delegations and the issues on the table: nuclear program, Lebanon ceasefire, and the Strait of Hormuz. The coverage is factual, detailing the 14-point memorandum and the 60-day timeline, without taking a strong editorial stance. Emphasis is on the high-level delegations and the multilateral mediation effort.
The Russian press frames the talks as a technical negotiation facilitated by Pakistan and Qatar, with a focus on the mediation process and the formation of technical groups. The coverage is calm and procedural, highlighting the roles of the mediators and the Iranian delegation's arrival. There is no strong bias, but the narrative underscores the importance of the Islamabad memorandum and the need for a comprehensive agreement.
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