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Geopolitik & PolitikSonntag, 21. Juni 2026

Unter dem Schatten von Ormuz: USA und Iran nehmen Friedensgespräche in der Schweiz auf

Nach Teherans erneuter Blockade der strategischen Meerenge haben im schweizerischen Bürgenstock die technischen Verhandlungen über ein dauerhaftes Abkommen begonnen, vermittelt von Pakistan und Katar.

Vizepräsident J. D. Vance und die iranische Delegation unter Leitung von Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf sind am Sonntag im schweizerischen Bürgenstock zu den ersten direkten Gesprächen seit der Unterzeichnung des Memorandum of Understanding vom 17. Juni zusammengekommen. Die von Islamabad und Doha vermittelten technischen Verhandlungen sollen binnen sechzig Tagen ein finales Abkommen über das iranische Atomprogramm, die Aufhebung der Sanktionen und einen umfassenden Waffenstillstand im Nahen Osten vorbereiten. Ursprünglich waren die Gespräche bereits für Freitag vorgesehen, mussten jedoch nach der jüngsten Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon kurzfristig verschoben werden. Die Delegationen aus Washington und Teheran trafen nun in dem vom Golfemirat Katar mitfinanzierten Resort oberhalb des Vierwaldstättersees ein.

Aus Washingtoner Sicht soll die Runde vor allem Fortschritte bei der nuklearen Abrüstung und der Stabilisierung der Waffenruhe im Libanon bringen. Vizepräsident Vance betonte unmittelbar vor seinem Abflug, man könne „die Beziehungen zum iranischen Volk grundlegend verändern“, falls die Führung in Teheran dauerhaft auf die Rolle eines „Treibers regionaler Instabilität“ verzichte und nukleare Ambitionen aufgebe. Präsident Donald Trump drohte zugleich auf seiner Plattform Truth Social, die Vereinigten Staaten könnten bei einem Scheitern der Verhandlungen „Gebühren für die Schutzengel-Dienste“ im Persischen Golf erheben. Aus Teheraner Perspektive erklärte Außenamtssprecher Esmaeil Baqaei, die Gespräche über ein endgültiges Abkommen stünden unter dem Vorbehalt der vollständigen Umsetzung des bestehenden Memorandums – zuvorderst der Beendigung der israelischen Militäroperationen im Libanon. Die iranische Militärführung hatte am Samstagabend die erneute Schließung der Straße von Hormuz verfügt und dies mit einem „eindeutigen Bruch der amerikanischen Verpflichtungen“ begründet. Die iranische Delegation reiste unter dem Namen „Minab 168“ an, in Gedenken an die 168 Todesopfer eines Luftschlags auf eine Schule in der südiranischen Hafenstadt Minab zu Beginn des Krieges.

Die Wirksamkeit des Rahmenwerks bemisst sich damit wesentlich an zwei Schauplätzen: der Lage im Südlibanon und der Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormuz, durch die ein Fünftel des globalen Öl- und Gashandels läuft. Nach Angaben des U.S. Central Command blieb der Transit am Samstag trotz der iranischen Blockadeerklärung intakt; 55 Handelsschiffe mit über 17 Millionen Barrel Rohöl passierten die Meerenge. Gleichzeitig hielten israelische Luftangriffe und Gefechte mit der Hisbollah an – libanesischen Behörden zufolge starben allein am Samstag mehr als dreißig Zivilisten. Israel, das nicht Partei des amerikanisch-iranischen Abkommens ist, erklärte, die Armee habe von der politischen Führung die Weisung erhalten, die Kampfhandlungen im Südlibanon einzustellen und lediglich defensiv in der Sicherheitszone zu operieren. Die fragile Waffenruhe zwischen Israel und der vom Iran gestützten Miliz ist der erste Stresstest für das Memorandum, das einen Waffenstillstand „an allen Fronten“ vorsieht und Iran im Gegenzug die ungehinderte Wiederaufnahme seiner Ölexporte sowie den Zugriff auf eingefrorene Guthaben gestattet.

Die technischen Gespräche, an denen neben Vance auch der Sondergesandte Steve Witkoff und Präsidentenberater Jared Kushner teilnehmen, sollen in den kommenden Tagen die Struktur der weiteren Verhandlungen festlegen und Arbeitsgruppen zu den Kernfragen Atomprogramm, Sanktionsaufhebung und maritime Sicherheit einsetzen. Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif und Armeechef Asim Munir trafen als federführende Vermittler in der Schweiz ein; Katar flankiert die Initiative. Das seit Mittwoch gültige Abkommen setzt die militärischen Sperrzonen im Golf aus und erlaubt Iran den freien Ölverkauf, knüpft die endgültige Sanktionsaufhebung jedoch an die Verdünnung der angereicherten Uranbestände. Die nächste Runde auf Ministerebene wird innerhalb der vereinbarten sechzigtägigen Frist erwartet.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

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Lateinamerikanische PresseRussische & GUS-Presse
Lateinamerikanische Presse
PragmatismusDistanz

The Latin American press reports the start of US-Iran negotiations in Switzerland as a crucial diplomatic step, highlighting the arrival of delegations and the issues on the table: nuclear program, Lebanon ceasefire, and the Strait of Hormuz. The coverage is factual, detailing the 14-point memorandum and the 60-day timeline, without taking a strong editorial stance. Emphasis is on the high-level delegations and the multilateral mediation effort.

Russische & GUS-Presse/ Staatlich
PragmatismusDistanz

The Russian press frames the talks as a technical negotiation facilitated by Pakistan and Qatar, with a focus on the mediation process and the formation of technical groups. The coverage is calm and procedural, highlighting the roles of the mediators and the Iranian delegation's arrival. There is no strong bias, but the narrative underscores the importance of the Islamabad memorandum and the need for a comprehensive agreement.

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Unter dem Schatten von Ormuz: USA und Iran nehmen Friedensgespräche in der Schweiz auf

Nach Teherans erneuter Blockade der strategischen Meerenge haben im schweizerischen Bürgenstock die technischen Verhandlungen über ein dauerhaftes Abkommen begonnen, vermittelt von Pakistan und Katar.

Vizepräsident J. D. Vance und die iranische Delegation unter Leitung von Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf sind am Sonntag im schweizerischen Bürgenstock zu den ersten direkten Gesprächen seit der Unterzeichnung des Memorandum of Understanding vom 17. Juni zusammengekommen. Die von Islamabad und Doha vermittelten technischen Verhandlungen sollen binnen sechzig Tagen ein finales Abkommen über das iranische Atomprogramm, die Aufhebung der Sanktionen und einen umfassenden Waffenstillstand im Nahen Osten vorbereiten. Ursprünglich waren die Gespräche bereits für Freitag vorgesehen, mussten jedoch nach der jüngsten Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon kurzfristig verschoben werden. Die Delegationen aus Washington und Teheran trafen nun in dem vom Golfemirat Katar mitfinanzierten Resort oberhalb des Vierwaldstättersees ein.

Aus Washingtoner Sicht soll die Runde vor allem Fortschritte bei der nuklearen Abrüstung und der Stabilisierung der Waffenruhe im Libanon bringen. Vizepräsident Vance betonte unmittelbar vor seinem Abflug, man könne „die Beziehungen zum iranischen Volk grundlegend verändern“, falls die Führung in Teheran dauerhaft auf die Rolle eines „Treibers regionaler Instabilität“ verzichte und nukleare Ambitionen aufgebe. Präsident Donald Trump drohte zugleich auf seiner Plattform Truth Social, die Vereinigten Staaten könnten bei einem Scheitern der Verhandlungen „Gebühren für die Schutzengel-Dienste“ im Persischen Golf erheben. Aus Teheraner Perspektive erklärte Außenamtssprecher Esmaeil Baqaei, die Gespräche über ein endgültiges Abkommen stünden unter dem Vorbehalt der vollständigen Umsetzung des bestehenden Memorandums – zuvorderst der Beendigung der israelischen Militäroperationen im Libanon. Die iranische Militärführung hatte am Samstagabend die erneute Schließung der Straße von Hormuz verfügt und dies mit einem „eindeutigen Bruch der amerikanischen Verpflichtungen“ begründet. Die iranische Delegation reiste unter dem Namen „Minab 168“ an, in Gedenken an die 168 Todesopfer eines Luftschlags auf eine Schule in der südiranischen Hafenstadt Minab zu Beginn des Krieges.

Die Wirksamkeit des Rahmenwerks bemisst sich damit wesentlich an zwei Schauplätzen: der Lage im Südlibanon und der Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormuz, durch die ein Fünftel des globalen Öl- und Gashandels läuft. Nach Angaben des U.S. Central Command blieb der Transit am Samstag trotz der iranischen Blockadeerklärung intakt; 55 Handelsschiffe mit über 17 Millionen Barrel Rohöl passierten die Meerenge. Gleichzeitig hielten israelische Luftangriffe und Gefechte mit der Hisbollah an – libanesischen Behörden zufolge starben allein am Samstag mehr als dreißig Zivilisten. Israel, das nicht Partei des amerikanisch-iranischen Abkommens ist, erklärte, die Armee habe von der politischen Führung die Weisung erhalten, die Kampfhandlungen im Südlibanon einzustellen und lediglich defensiv in der Sicherheitszone zu operieren. Die fragile Waffenruhe zwischen Israel und der vom Iran gestützten Miliz ist der erste Stresstest für das Memorandum, das einen Waffenstillstand „an allen Fronten“ vorsieht und Iran im Gegenzug die ungehinderte Wiederaufnahme seiner Ölexporte sowie den Zugriff auf eingefrorene Guthaben gestattet.

Die technischen Gespräche, an denen neben Vance auch der Sondergesandte Steve Witkoff und Präsidentenberater Jared Kushner teilnehmen, sollen in den kommenden Tagen die Struktur der weiteren Verhandlungen festlegen und Arbeitsgruppen zu den Kernfragen Atomprogramm, Sanktionsaufhebung und maritime Sicherheit einsetzen. Der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif und Armeechef Asim Munir trafen als federführende Vermittler in der Schweiz ein; Katar flankiert die Initiative. Das seit Mittwoch gültige Abkommen setzt die militärischen Sperrzonen im Golf aus und erlaubt Iran den freien Ölverkauf, knüpft die endgültige Sanktionsaufhebung jedoch an die Verdünnung der angereicherten Uranbestände. Die nächste Runde auf Ministerebene wird innerhalb der vereinbarten sechzigtägigen Frist erwartet.

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The Russian press frames the talks as a technical negotiation facilitated by Pakistan and Qatar, with a focus on the mediation process and the formation of technical groups. The coverage is calm and procedural, highlighting the roles of the mediators and the Iranian delegation's arrival. There is no strong bias, but the narrative underscores the importance of the Islamabad memorandum and the need for a comprehensive agreement.

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