
Ungewisser Status der Iran-Gespräche nach harschen Drohungen Trumps
Widersprüchliche Berichte über Abbruch oder Pause der Verhandlungen in Bürgenstock; Teheran knüpft Fortsetzung an Ende der Kämpfe in Libanon.
Die Zukunft der bilateralen Gespräche zwischen den Vereinigten Staaten und Iran über die Umsetzung des unterzeichneten Waffenstillstandsmemorandums ist am Sonntagabend ungewiss geworden. Während mehrere iranische Staatsmedien unter Berufung auf mit der Delegation vertraute Quellen meldeten, die Verhandlungsmannschaft habe den Tagungsort in Bürgenstock aus Protest gegen Drohungen von Präsident Donald Trump verlassen, berichteten amerikanische und internationale Nachrichtenagenturen unter Hinweis auf Diplomatenkreise, die Gespräche seien lediglich unterbrochen worden und würden über Mittelsmänner fortgeführt. Die widersprüchlichen Darstellungen bilden den vorläufigen Höhepunkt eines von gegenseitigen Ultimaten und öffentlichen Drohungen geprägten Verhandlungstags.
Nach Darstellung Teheraner Nachrichtenagenturen wie Irna, Tasnim und Fars reagierte die iranische Delegation um Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf auf Äußerungen Trumps, die dieser zuvor auf seiner Plattform Truth Social sowie in einem Interview mit Fox News gemacht hatte. Der US-Präsident hatte die iranische Führung aufgefordert, ihre „großzügig bezahlten Vertreter“ der libanesischen Hisbollah unverzüglich zu stoppen; andernfalls werde man Iran „erneut mit großer Härte treffen“. Mit Blick auf die von Teheran zwischenzeitlich wieder blockierte Straße von Hormus drohte Trump, das Land werde im Fall einer dauerhaften Schließung „kein Land mehr haben“. Ghalibaf wies die Drohungen auf der Plattform X als Zeichen von Verzweiflung zurück und erklärte, die Streitkräfte Irans seien „bereit, auf andere Weise zu reagieren“. Teheran knüpft die Fortsetzung der Gespräche an ein sofortiges Ende der israelischen Militäroperationen im Libanon, die trotz des allgemeinen Waffenstillstands andauern.
Die Verhandlungen unter Vermittlung Katars und Pakistans hatten am Sonntagmorgen mit getrennten Treffen begonnen und sollten in eine multilaterale Sitzung münden. Im Mittelpunkt stand die Umsetzung des am 18. Juni unterzeichneten Memorandums, das neben der Beendigung der Kampfhandlungen auch die schrittweise Aufhebung von Sanktionen, die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte und einen dauerhaften Verzicht Irans auf Kernwaffen vorsieht. Aus Washingtoner Sicht soll das diplomatische Format zudem den Weg für weiterführende Verhandlungen über das iranische Nuklearprogramm ebnen. Die libanesische Front gilt dabei als zentrales Hindernis: Während Israel seine Angriffe auf Hisbollah-Stellungen mit dem Argument der Selbstverteidigung fortsetzt, besteht Teheran auf der Einbeziehung des Libanon in die Gesamtlösung. Die zwischenzeitliche Abriegelung der Straße von Hormus durch Iran unterstreicht den regionalen Eskalationsdruck.
Ob und in welchem Format die Gespräche am Montag fortgesetzt werden können, war zunächst unklar. Aus diplomatischen Kreisen verlautete, Katar bemühe sich intensiv um eine Wiederaufnahme der direkten Begegnungen. Während die USA unter Vizepräsident JD Vance zuvor von „großen Fortschritten“ gesprochen hatten, deutet die iranische Reaktion auf tiefes Misstrauen gegenüber der Verhandlungsatmosphäre hin. In europäischen Hauptstädten, darunter Berlin, wird die Entwicklung mit Sorge beobachtet, da ein Scheitern der Gespräche eine neue Runde militärischer Konfrontation und eine Unterbrechung der globalen Energieversorgung nach sich ziehen könnte. Für die kommenden Stunden ist mit weiteren Sondierungsgesprächen der Mediatoren zu rechnen.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Continental European media report that Iran left the peace talks in Switzerland in protest against new threats from US President Trump. The narrative focuses on Iran's action as a reaction to Trump's belligerent statements, without taking a clear stance. Details include Trump's remarks about 'well-paid proxies' and Tehran's decision to halt negotiations.
Russian media, citing Iranian sources, portray the walkout as a legitimate protest against Trump's existential threats. The harshness of US statements, including the threat to 'destroy' Iran, is emphasized. The narrative sympathizes with Iran's position and criticizes US intransigence.
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