
Geheimer Millionenauftrag für Trump-Ballsaal: Weißes Haus umging Vergaberegeln
Ein vertraulicher Vertrag über bis zu 500 Millionen Dollar wurde laut Washington Post ohne Ausschreibung an Clark Construction vergeben – finanziert über ein von Transparenzpflichten befreites Büro.
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat für den Bau eines neuen Ballsaals im Ostflügel des Weißen Hauses einen umstrittenen Direktauftrag im Wert von bis zu 500 Millionen Dollar erteilt. Wie die Washington Post unter Berufung auf interne Dokumente berichtet, wurde der Vertrag mit dem Baukonzern Clark Construction ohne wettbewerbliche Ausschreibung geschlossen. Abgewickelt wurde der Auftrag über das Büro der Executive Residence, eine für die laufende Instandhaltung des Amtssitzes zuständige Einheit, die nach Angaben aus Washingtoner Regierungskreisen von den üblichen Vergaberegeln für Bundesbehörden ausgenommen ist. Präsident Trump selbst war demnach direkt in die Verhandlungen über einzelne Kostenpositionen eingebunden.
Der Vorgang reiht sich in eine Serie von Bauprojekten ein, mit denen die Trump-Regierung das Erscheinungsbild zentraler Bundeseinrichtungen in Washington verändert. Neben dem Ballsaal wurden auch die Erneuerung des Lafayette Square, die Vergoldung von Pferdestatuen am Lincoln Memorial und der Bau eines neuen Hubschrauberlandeplatzes auf dem South Lawn ohne öffentliche Ausschreibung vergeben. Für den Helipad, dessen Bau nach Berichten der Washington Post bereits begonnen hat, spendet der Rüstungskonzern Lockheed Martin fünf Millionen Dollar. Auslöser war demnach ein technisches Problem: Die Abgase der neuen Marine-One-Hubschrauberflotte beschädigten den Rasen, weshalb eine befestigte Landefläche nötig wurde.
Vergaberechtsexperten äußerten gegenüber der Washington Post Bedenken, dass die Nutzung der Executive Residence für einen Großauftrag dieser Größenordnung den Geist der Wettbewerbsregeln unterlaufe. Der frühere GSA-Beamte Anthony Costa erklärte, er hätte bei einem Projekt dieser Dimension und Komplexität eine Ausschreibung erwartet. Die Kosten für den Ballsaal sind zudem drastisch gestiegen: Interne Schätzungen, die der Zeitung vorliegen, zeigen einen Anstieg von ursprünglich rund 200 Millionen auf bis zu 600 Millionen Dollar. Während Trump zunächst versicherte, das Projekt werde überwiegend durch private Spenden finanziert, und Clark Construction habe angeboten, die Arbeiten unentgeltlich auszuführen, belegen die Dokumente eine Gewinnmarge von drei Prozent für die Anfangsphase und geschätzte 65 Millionen Dollar an Gewinn, Gemeinkosten und Personalkosten für das Unternehmen.
Rechtlich steht das Vorhaben auf unsicherem Boden. Ein Bundesrichter entschied, dass die präsidiale Befugnis zur Umgestaltung des Weißen Hauses nicht den Abriss des Ostflügels und den Neubau eines Ballsaals ohne weitere Genehmigung umfasse. Die Regierung hat gegen dieses Urteil Berufung eingelegt. Parallel dazu stieß Trumps Antrag auf eine Milliarde Dollar an Steuergeldern für Sicherheitsmaßnahmen im Kongress auf Widerstand: Republikanische Senatoren lehnten die Forderung mit Blick auf die Kongresswahlen im November ab. Der Ausgang des Berufungsverfahrens bleibt abzuwarten; eine Entscheidung wird in den kommenden Monaten erwartet.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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The Trump administration secretly awarded a $500 million no-bid contract for a new East Wing ballroom, bypassing competitive bidding rules designed to protect taxpayers. The deal, routed through a little-known office exempt from transparency requirements, has sparked concerns about accountability and waste.
Trump's White House awarded a $500 million no-bid contract for the ballroom, the latest in a series of projects bypassing competitive bidding. The new presidential helipad, built with private donations, adds to a pattern of opaque spending and questionable priorities.
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