
Kolumbianische Zentralbank erhöht Leitzins auf 12 Prozent – Regierung unterliegt im Rat
Der Banco de la República strafft die Geldpolitik mit einem Schritt von 75 Basispunkten, während Finanzminister Ávila vergeblich für eine Senkung plädierte.
Der kolumbianische Banco de la República hat seinen Leitzins am Dienstag um 75 Basispunkte auf 12,0 Prozent angehoben. Es ist die erste Straffung seit März und der höchste Stand seit 2024. An den Märkten in Bogotá legten nach der Bekanntgabe sowohl die Landeswährung als auch die Kurse kolumbianischer Staatsanleihen zu. Die Entscheidung fiel mit vier zu drei Stimmen denkbar knapp aus: Zwei Direktoriumsmitglieder votierten für eine Senkung um 50 Basispunkte, eines für unveränderte Sätze.
Ausschlaggebend für den Zinsschritt war die anhaltend über dem Zielwert von 3 Prozent liegende Inflation. Die Jahresrate stieg im Mai auf 5,8 Prozent, die um Nahrungsmittel und administrierte Preise bereinigte Kerninflation erreichte 6,0 Prozent. Auch die Inflationserwartungen – sowohl aus Umfragen als auch aus den Renditen öffentlicher Anleihen abgeleitet – verharren auf Sicht aller Fristen deutlich oberhalb der Zielmarke. Das Direktorium verwies zudem auf die robuste Binnennachfrage, das historisch niedrige Arbeitslosenniveau von 8,0 Prozent und die kräftigen Lohnzuwächse nach der Anhebung des Mindestlohns.
Die Zinsentscheidung ist zugleich Ausdruck eines monatelangen institutionellen Konflikts. Finanzminister Germán Ávila, der dem Gremium angehört, hatte im Frühjahr mit einem Boykott der Sitzungen gedroht und der Notenbank vorgeworfen, die Konjunktur abzuwürgen und private Banken zu bereichern. Ein Gericht suspendierte im Mai die Vorschrift, die seine Anwesenheit zwingend vorschrieb, und entzog der Regierung damit faktisch ihr Vetorecht. Ávila stimmte nun erneut für eine Lockerung und bezeichnete den Beschluss der Mehrheit als „verfehlt“; er werde das Wachstum und die Entwicklung des Landes beeinträchtigen.
Die politische Großwetterlage hat sich unterdessen verschoben. Der Sieg des konservativen Kandidaten Abelardo de la Espriella bei der Präsidentschaftswahl in diesem Monat dämpfte unter Investoren die Sorge vor einer Fortsetzung des Drucks auf die Notenbank durch das Lager von Präsident Gustavo Petro. Die neue Regierung wird künftig mit der geldpolitischen Ausrichtung umgehen müssen; die Amtszeit der übrigen Direktoriumsmitglieder läuft noch zwei Jahre.
Der nächste Zinsentscheid ist zugleich die letzte Sitzung, an der Finanzminister Ávila teilnimmt. Die Übergabe an das Team de la Espriellas beginnt unmittelbar. Für die weitere Entwicklung richtet sich der Blick auf die Inflationsdaten der kommenden Monate und die Frage, ob die Notenbank ihren Straffungskurs fortsetzt oder die Konjunktur bei einem erwarteten Jahresendwert der Inflation von rund 6,5 Prozent stärker belastet sieht.
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Die Entscheidung der Zentralbank, die Zinsen auf 12 % anzuheben, hat den Konflikt mit der Regierung neu entfacht, die eine Pause gefordert hatte. Das gespaltene Votum offenbart tiefe interne Differenzen, der Finanzminister stimmte dagegen. Kritiker befürchten, die Straffung ersticke die Erholung und verteuere Kredite für Haushalte.
Kolumbiens Zentralbank hat die Straffung wieder aufgenommen, nachdem ein Gerichtsurteil ihre Autonomie wiederherstellte, und den Leitzins auf 12 % angehoben. Der Schritt unterstreicht das Engagement, die Inflation zu zähmen, die weiterhin deutlich über dem Ziel von 3 % liegt. Die Märkte werten die Entscheidung als notwendigen Schritt zur Verankerung der Erwartungen.
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