
Hamas-Delegation in Kairo: Verhandlungen über Waffenstillstand und Wiederaufbau unter US-Druck
Während eine Hamas-Delegation in Kairo über die Umsetzung der Waffenruhe berät, drängt Washington Israel einem Bericht zufolge zu einem Wiederaufbauplan ohne vorherige Entwaffnung der Miliz.
Eine Delegation der Hamas unter Führung von Zaher Jabarin, dem Leiter der Bewegung im Westjordanland, ist am Dienstag in Kairo eingetroffen, um mit ägyptischen Vermittlern die Umsetzung des Waffenstillstandsabkommens für den Gazastreifen zu erörtern. Nach Angaben des Hamas-Medienberaters Taher al-Nunu stehen dabei die Beendigung der als israelische Verstöße bezeichneten anhaltenden Angriffe, die Einfuhr humanitärer Güter und Baumaterialien sowie die Erörterung des Fahrplans für die zweite Phase des Abkommens im Vordergrund. Diese Phase sieht, so die Hamas, die Einsetzung einer internationalen Verwaltung, die Stationierung internationaler Stabilisierungskräfte und den vollständigen Abzug der israelischen Truppen vor.
Parallel zu den Gesprächen in Kairo hat Washington aus israelischer Sicht den Druck auf die Regierung in Tel Aviv erhöht. Wie die israelische Rundfunkbehörde (Kan) am Montag berichtete, übermittelten die Vereinigten Staaten ein Dokument, das einen Rahmen für den Wiederaufbau des Gazastreifens auch ohne eine vorherige Entwaffnung der Hamas skizziert. Demnach soll Israel größere Infrastrukturprojekte in den Bereichen Wasser, Strom und andere Basisdienste zulassen, die Umsiedlung von Bewohnern aus von der Hamas kontrollierten Gebieten in Zonen unter der Aufsicht eines „Peace Council“ bis Ende 2026 ermöglichen und die Errichtung eines Hauptquartiers einer technokratischen Regierung sowie von Stützpunkten internationaler Kräfte gestatten. Das Dokument, für das Washington laut Bericht eine schriftliche Zustimmung Israels anstrebt, sieht zudem die schrittweise Anerkennung dieser technokratischen Verwaltung als Regierungsinstanz und die Übertragung von Steuereinnahmen der Palästinensischen Autonomiebehörde an den Peace Council vor.
Aus Kairoer Sicht zielen die Vermittlungsbemühungen darauf ab, eine Wiederaufnahme des Krieges zu verhindern und die im Oktober 2025 zwischen Israel und der Hamas vereinbarte und durch die UN-Resolution 2803 gestützte Waffenruhe in eine dauerhafte Ordnung zu überführen. Die Hamas bekräftigte unterdessen ihre Bereitschaft, Waffen ausschließlich an eine palästinensische Autorität zu übergeben, wie bereits im Juni von Vize-Politbürochef Mousa Abu Marzouk erklärt. Israelische Quellen, zitiert von Kan, bewerten die Verhandlungsposition der Hamas derweil als verhärtet; die Gespräche bewegten sich „größtenteils rückwärts“, wobei nun die Definition von schweren und leichten Waffen im Zentrum der Debatte stehe. Gleichzeitig berichtete Kan über direkte Kontakte zwischen dem US-Berater Aryeh Lightstone und dem Hamas-Funktionär Khalil al-Hayya, was auf eine mehrgleisige Diplomatie Washingtons hindeutet.
Die jüngsten Entwicklungen verdeutlichen eine Verschiebung der amerikanischen Prioritäten: Laut dem israelischen Sender sieht Washington die Wiederaufnahme des Krieges nicht länger als bevorzugte Option und drängt auf die rasche Etablierung einer alternativen Regierungsstruktur, selbst wenn die Hamas ihre Waffen behält. Der von Präsident Trump vorgelegte Plan, dessen zweite Phase der US-Sondergesandte Steve Witkoff bereits Mitte Januar eingeleitet hatte, bleibt damit der zentrale Referenzrahmen, auch wenn seine Finanzierung durch den „Board of Peace“ angesichts internationaler Skepsis als prekär gilt. Die Gespräche in Kairo werden in den kommenden Tagen fortgesetzt; eine offizielle Stellungnahme Israels oder der USA zu dem übermittelten Dokument steht noch aus.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Eine Hamas-Delegation traf in Kairo ein, um die Umsetzung der Waffenruhe zu verhandeln, während ein durchgesickertes US-Dokument vorschlägt, Israel die Verwaltung des Wiederaufbaus in Gaza zu übertragen, ohne zuvor die Entwaffnung der Gruppe zu verlangen. Der Plan spiegelt den Druck Washingtons wider, Trumps Nachkriegsvision voranzutreiben und einen neuen Konflikt zu vermeiden.
Die Hamas-Delegation traf in Kairo ein, um israelische Verstöße zu stoppen und die Einfuhr von Baumaterial sicherzustellen, während ein US-Dokument angeblich vorschlägt, den Wiederaufbau Gazas unter israelischer Aufsicht ohne Entwaffnung des Widerstands voranzutreiben. Der Schritt wird als amerikanischer Druck auf Israel gesehen, Trumps Plan umzusetzen und einen neuen Krieg zu verhindern, ohne die Wurzeln der Aggression anzugehen.
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