
Vance und Rubio: Konkurrierende Nahost-Diplomatie spaltet Trumps Regierung
Während Vizepräsident Vance mit Iran ein Abkommen sucht, setzt Außenminister Rubio auf eine israelfreundliche Libanon-Vereinbarung – mit widersprüchlichen Folgen für die Region.
Zwei Memoranden aus Washington offenbaren eine tiefe außenpolitische Rivalität innerhalb der Trump-Administration. Das von Vizepräsident J.D. Vance in Islamabad ausgehandelte 14-Punkte-Papier mit Iran verlangt laut der mexikanischen Zeitung La Jornada in seiner ersten Klausel den vollständigen Abzug Israels aus dem Libanon. Dem steht ein von Außenminister Marco Rubio forcierter Libanon-Rahmenvertrag gegenüber, der nach Darstellung des libanesischen Mediums Al-Jadeed eng mit israelischen Sicherheitsinteressen abgestimmt ist und der israelischen Armee in einem von The Times of Israel veröffentlichten Geheimanhang Handlungsfreiheit in einer Sicherheitszone sowie die Überwachung der Entwaffnung der Hisbollah zuspricht – von einem Rückzug ist dort nicht die Rede, sondern lediglich von einer „Neuaufstellung“.
In Beirut stößt das Rubio-Memorandum auf scharfe Ablehnung. Parlamentspräsident Nabih Berri, zugleich Vorsitzender der mit der Hisbollah verbündeten Amal-Bewegung, bezeichnete es laut L’Orient-Le Jour als „widersprüchlich und nicht umsetzbar“; der Libanon könne nicht die Konsequenzen israelischer oder amerikanischer Wahlkampfkalküle tragen, und es drohe eine „Balkanisierung“ des Landes. Die Hisbollah selbst wertet die Vereinbarung als Kapitulation der libanesischen Regierung vor amerikanischem Druck, die das Vance-Memorandum faktisch aushebele. Aus Teheraner Sicht verschärft sich der innenpolitische Druck: 68 Ajatollahs der mächtigen Expertenversammlung ermahnten die drei iranischen Unterhändler, sich strikt an die vom Obersten Führer definierten Punkte zu halten, wie La Jornada berichtet. Russische Stimmen warnen vor einer „Falle“, die Trump dem Iran gestellt habe; der belgische Analytiker Elijah Magnier sieht in dem Memorandum of Understanding ein Instrument, mit dem Washington Zeit gewinne, um das Schlachtfeld neu zu ordnen.
Das Weiße Haus bestreitet jeglichen Bruch und spricht von einem einzigen „Trump-Lager“. Dennoch bestätigen mit den Vorgängen vertraute Beamte gegenüber der Nachrichtenagentur AP, dass Rubio einer Leitung der Iran-Verhandlungen so skeptisch gegenüberstand, dass er die Delegationsführung ablehnte. Vance hingegen bat Trump zweimal um diese Aufgabe, um seine außenpolitischen Referenzen zu schärfen – ein ungewöhnlicher Schritt für einen Vizepräsidenten. Beiden wird Ehrgeiz für die Präsidentschaftswahl 2028 nachgesagt. Trumps halb scherzhafte Bemerkung, er werde Vance die Schuld geben, falls die Gespräche scheitern, deuten Beobachter in Washington als mögliches Bauernopfer. Während Vance israelische Aktionen im Libanon öffentlich kritisierte, weil sie Iran verärgerten und Verhandlungen erschwerten, hielt sich Rubio mit Kritik an Israel zurück und übernahm die Führung bei der Libanon-Vereinbarung, die israelischen Sicherheitskreisen entgegenkommt.
Die widersprüchlichen Signale aus Washington belasten die ohnehin fragile Waffenruhe, die durch wiederholten Beschuss zwischen den Konfliktparteien auf die Probe gestellt wird. Die Iran-Gespräche unter Vance’ Leitung gehen weiter, doch die Ermahnung der Expertenversammlung zeigt die engen Spielräume der iranischen Verhandlungsdelegation. Im Libanon bleibt die Umsetzung des Abkommens umstritten: Einem israelischen „Rückzug“ steht die im Geheimanhang festgeschriebene dauerhafte Sicherheitszone entgegen. Die nächsten Schritte hängen davon ab, ob Trump die konkurrierenden Linien seiner beiden wichtigsten außenpolitischen Akteure harmonisiert oder ihren Wettbewerb als strategisches Instrument nutzt.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der Bruch zwischen Vance und Rubio offenbart einen Machtkampf innerhalb der Trump-Administration, bei dem beide von einflussreichen externen Lobbyisten unterstützt werden. Vances Memorandum mit dem Iran und Rubios pro-israelisches Abkommen zeigen unvereinbare Strategien, die den Nahen Osten neu gestalten. Die Ironie: Während Musk Vance unterstützt, greift Rubios 'Patin' Adelson Trump an.
Zwei rivalisierende Lager innerhalb der US-Regierung konkurrieren um die Bearbeitung der Libanon- und Iran-Dossiers. Das Lager um Vance mit Witkoff und Kushner erzielte eine Teileinigung mit dem Iran und den Waffenstillstand in Gaza, während das Lager um Rubio in Abstimmung mit Israel ein Abkommen für den Libanon vorantrieb. Dieser interne Wettbewerb gestaltet die Nahostpolitik neu.
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