
Fenabrave erhöht Absatzprognose – Brasiliens Automarkt wächst im Halbjahr um 16 Prozent
Staatliche Anreize und der Vormarsch chinesischer Hersteller treiben die Neuzulassungen in Brasilien und Mexiko auf Rekordwerte, während US-Zölle die Exporte belasten.
Der brasilianische Händlerverband Fenabrave hat seine Prognose für das Gesamtjahr 2026 angehoben und erwartet nun einen Anstieg der Neuzulassungen um 8,6 Prozent auf über 5,2 Millionen Einheiten. Im ersten Halbjahr legten die Verkäufe aller Fahrzeugkategorien um 16,01 Prozent auf 2,72 Millionen zu. Besonders stark war der Zuwachs bei Pkw und leichten Nutzfahrzeugen mit einem Plus von 20,11 Prozent, während das Geschäft mit Lastwagen und Bussen um 9,09 Prozent schrumpfte. Die Revision begründete der Verband mit einem „über den Erwartungen liegenden Wachstum“, das vor allem von staatlichen Programmen und neuen Wettbewerbern getragen werde.
Als zentrale Treiber gelten das bis Dezember befristete Bundesprogramm „Carro Sustentável“, das die IPI-Steuer für leichtere und effizientere Modelle senkt, sowie der Markteintritt chinesischer Marken. Diese eröffneten nach Angaben der Fenabrave allein in diesem Jahr mehr als 200 neue Verkaufsstellen; die Zahl der angeschlossenen Händler stieg auf 8.401. Der Absatz rein elektrischer Fahrzeuge stieg im Halbjahr um 196 Prozent auf 90.400 Einheiten, Hybride legten um 85 Prozent zu. Für Lastwagen und Busse hingegen reichten die Mittel des Förderprogramms „Move Brasil“ nicht aus, um die anhaltende Nachfrageschwäche – auch bedingt durch niedrigere Agrarrohstoffpreise – zu drehen.
Auch in Mexiko verzeichnete der Inlandsmarkt im ersten Halbjahr mit 754.394 Einheiten einen Rekordabsatz, ein Plus von 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Verband AMDA sprach vom höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen. Einschließlich der nicht an das Statistikamt INEGI meldenden chinesischen Hersteller wie BYD und Chirey dürfte das Volumen sogar bei 668.928 Einheiten liegen. Während japanische und amerikanische Volumenmarken wie Nissan und General Motors nur verhalten zulegten oder leicht verloren, steigerten chinesische Anbieter ihre Verkäufe teils um dreistellige Raten. Luxusmarken verzeichneten dagegen fast durchweg Rückgänge.
Der Aufschwung auf den Binnenmärkten steht in scharfem Kontrast zu den Belastungen im Exportgeschäft. Der japanische Hersteller Nissan, der im vergangenen Jahr mehr als ein Drittel seiner US-Verkäufe mit in Mexiko gefertigten Modellen bestritt, arbeitet nach Aussage von Konzernchef Ivan Espinosa an Kostensenkungen, um die Auswirkungen der 25-prozentigen US-Zölle abzufedern. Diese schlagen pro Fahrzeug mit 2.500 bis 3.000 Dollar zu Buche und machen Einstiegsmodelle wie Sentra und Kicks auf dem amerikanischen Markt schwer verkäuflich. Die Verhandlungen über das T-MEC-Abkommen dauern über die Frist vom 1. Juli hinaus an.
Für die zweite Jahreshälfte richten sich die Blicke auf das Auslaufen der brasilianischen Förderprogramme zum Jahresende sowie auf die konjunkturelle Dämpfung durch den Wahlkampf. In Mexiko bleibt die Neuordnung des nordamerikanischen Handelsabkommens der entscheidende Faktor – mit unmittelbaren Folgen für die globale Zulieferkette, in der auch deutsche Hersteller stark engagiert sind.
Erweitere deinen Horizont
Trump fliegt erstmals mit von Katar geschenkter Präsidentenmaschine
10 Sprachen · 26 Quellen
Aus TechnologyIndien stoppt WhatsApps Nutzernamen-Funktion und weitet Prüfung auf Telegram und Signal aus
4 Sprachen · 16 Quellen
Aus Science & HealthBrasiliens Kinder besitzen erstmals weniger Handys – ein globales Umdenken bei digitalen Medien?
4 Sprachen · 5 Quellen