
Bluttest auf p-tau217 beziffert Alzheimer-Risiko Jahre vor Symptombeginn
Eine Langzeitstudie mit 2.684 Teilnehmern zeigt, dass erhöhte Werte des Markers bei gesunden Älteren mit einer 38-prozentigen Wahrscheinlichkeit für kognitive Einbußen binnen fünf Jahren einhergehen – binnen zehn Jahren steigt sie auf 78 Prozent.
Ein Bluttest, der eine spezifische Form des Tau-Proteins misst, kann bei kognitiv unauffälligen älteren Menschen das Risiko für eine spätere Alzheimer-Erkrankung quantifizieren. In einer auf der internationalen Konferenz der Alzheimer’s Association in London vorgestellten und im Fachblatt JAMA publizierten Analyse von 2.684 zunächst gesunden Erwachsenen wiesen jene mit sehr hohen p-tau217-Werten eine 38-prozentige Wahrscheinlichkeit auf, innerhalb von fünf Jahren eine kognitive Beeinträchtigung zu entwickeln; über zehn Jahre stieg das Risiko auf 78 Prozent. Die Arbeitsgruppe um Reisa Sperling vom Mass General Brigham Neuroscience Institute betont, dass der Test derzeit nicht für die individuelle Prognose gesunder Personen empfohlen wird, sondern vor allem der Rekrutierung für klinische Studien dienen soll, in denen präventive Therapien erprobt werden.
Der Marker p-tau217 korreliert eng mit der Amyloid-Plaque-Last im Gehirn und gibt Hinweise auf die Bildung toxischer Tau-Ablagerungen. Er markiert nach Darstellung der Forscher einen kritischen Punkt, an dem die jahrzehntelang still verlaufende Pathologie in Symptome umschlagen kann. Parallel dazu zeigt eine schottische Initiative namens BriDGe, dass der Einsatz solcher Bluttests – hier p-tau181 und p-tau217 von Roche Diagnostics – in der hausärztlichen Versorgung die diagnostische Treffsicherheit erheblich verbessert: In einer noch nicht begutachteten Studie stieg die Genauigkeit der Hausärzte bei der Abklärung kognitiver Symptome von 62 auf 88 Prozent, sobald ihnen die Testergebnisse vorlagen. Mehr als 50 Praxen in Mittel- und Nordschottland beteiligen sich an dem Programm, das bis zu 500 Patienten einbeziehen soll.
Die präzisere und frühere Diagnose gewinnt an Dringlichkeit, weil erstmals krankheitsmodifizierende Immuntherapien verfügbar sind. Auf einem von der Santa Sede in Rom ausgerichteten Fachtreffen verwiesen italienische Neurologen um Mario Zappia, Präsident der Società italiana di neurologia, auf Antikörper, die sich gegen Beta-Amyloid richten und in klinischen Studien das Fortschreiten der Erkrankung verzögern konnten. Zugleich machten sie auf die begrenzte Erstattung und die Notwendigkeit einer strengen Patientenselektion aufmerksam, da die Therapien nebenwirkungsbehaftet und kostenintensiv sind. Vincenzo Di Lazzaro vom Campus Bio-Medico in Rom ergänzte, dass sich durch die Korrektur vaskulärer Risikofaktoren, die Behandlung von Depressionen sowie von Seh- und Hörstörungen bis zu die Hälfte aller Demenzfälle verhindern oder hinauszögern ließen.
In der Frühphase der Forschung befindet sich ein von brasilianischen Wissenschaftlern entwickelter Sensor, der Dopamin in Tränenflüssigkeit nachweisen soll. Die in Pelotas durchgeführte Laborstudie mit künstlicher Tränenflüssigkeit erkannte den Botenstoff nahezu vollständig, wurde jedoch noch nicht an Patienten validiert. Die nächsten Schritte liegen in der breiteren klinischen Prüfung der Blutmarker für die Risikostratifizierung Gesunder sowie in regulatorischen Entscheidungen über die Kostenerstattung der neuen Antikörpertherapien, über die in Italien und anderen europäischen Ländern derzeit verhandelt wird.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | +0.20 | neutral |
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| Japanisch-koreanische Presse | −0.30 | critical |
| Lateinamerikanische Presse | +0.50 | aligned |
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