
Haftverlängerung für Briten in Iran – Berlin verweigert Teherans Drohliste die öffentliche Bühne
Während die Justiz der Islamischen Republik das Strafmaß für Craig Foreman wegen Medienkontakten erhöht, stuft die Bundesregierung die veröffentlichte „Vergeltungsliste“ nicht als offizielle Eskalation ein.
Ein iranisches Gericht hat die zehnjährige Haftstrafe des Briten Craig Foreman um zwei weitere Jahre verlängert. Nach Angaben seines Stiefsohns und Sprechers der Familie, Joe Bennett, wurde Foreman unter dem Vorwand eines Anwaltstermins einem Richter vorgeführt und dort ohne Rechtsbeistand, Dolmetscher oder Möglichkeit zur Verteidigung über die Zusatzstrafe informiert. Als Begründung sei angeführt worden, er habe mit Medien gesprochen. Foreman und seine Ehefrau Lindsay waren Anfang 2025 während einer Motorrad-Weltreise festgenommen und im Februar wegen Spionagevorwürfen, die sie zurückweisen, zu je zehn Jahren Haft verurteilt worden. Das britische Außenministerium bezeichnete die ursprünglichen Urteile als „vollkommen ungerechtfertigt“ und kündigte an, die nun gemeldete Strafverschärfung umgehend bei den iranischen Behörden zu verfolgen.
Das Paar befindet sich seit mehr als zwei Monaten in einem Hungerstreik, mit dem es gegen die Verweigerung von Telefonkontakten, gemeinsamen Besuchen und Anwaltszugang protestiert. Laut einer mit der Situation vertrauten Quelle, die Iran International zitiert, haben die Häftlinge trotz anhaltender Nahrungsverweigerung keinen Zugang zu regelmäßigen medizinischen Untersuchungen; Pflegekräften sei der Zutritt zu den Schlafräumen untersagt. Lindsays Gesundheitszustand verschlechtere sich demnach zunehmend, sie leide unter starkem Schwindel, Muskelschwäche und einer Lichtempfindlichkeit, die selbst normales Raumlicht schmerzhaft mache. Vom britischen Botschafter übergebene Medikamente und Hygieneartikel seien seit einem Monat nicht ausgehändigt worden. Zwei unabhängige UN-Experten hatten bereits im Juni erklärt, das Paar sei offenbar unrechtmäßig inhaftiert und in Verfahren verurteilt worden, die grundlegende Fairnessgarantien vermissen ließen.
Parallel zu diesem Fall hat die deutsche Bundesregierung auf die Veröffentlichung einer sogenannten „Vergeltungsliste“ in regimenahen iranischen Medien reagiert. Die Zeitung Hamshahri hatte eine Infografik mit Bildern von 13 ausländischen Staats- und Regierungschefs – darunter Bundeskanzler Friedrich Merz – unter dem Titel „Vergeltungsliste“ publiziert und später von der „Organisation von Vergeltungskommandos“ geschrieben. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums erklärte, die Sicherheitsbehörden werteten Hinweise auf Ausspähversuche, Spionage oder mögliche Anschlagsvorbereitungen auf deutschem Boden sorgfältig aus und stünden dazu im engen Austausch mit den Ländern und internationalen Partnern. Zugleich betonte Vize-Regierungssprecher Steffen Mair, die Bundesregierung werde sich zu dem Bericht nicht äußern, um ihm keine zusätzliche Bedeutung oder öffentliche Glaubwürdigkeit zu verleihen. Eine formelle Anhebung der ohnehin als hoch eingestuften Gefährdungslage sei durch die jüngste Zuspitzung des Konflikts zwischen den USA und Iran bislang nicht erfolgt.
Aus Sicht des Bundesinnenministeriums setzt die Islamische Republik zur Durchsetzung ihrer Ziele auf asymmetrische Methoden, darunter Spionage, Einschüchterung von Regimegegnern im Ausland und die Mobilisierung ihr nahestehender Kräfte wie der libanesischen Hisbollah, der Hamas und der jemenitischen Huthi-Miliz. Die Drohgebärden fallen in eine Phase, in der deutsche Gerichte bereits mehrere Verfahren zu gewalttätigen Auslandsoperationen mit Iran-Bezug geführt haben. Während London auf konsularischem Weg auf die Freilassung der Foremans drängt und die Familie vor einer weiteren Verschlechterung des Gesundheitszustands warnt, hält Berlin an einer Doppelstrategie fest: operative Wachsamkeit der Sicherheitsorgane bei gleichzeitiger öffentlicher Zurückhaltung, um der propagandistischen Inszenierung Teherans keine Plattform zu bieten. Der Fall der Foremans und die Drohliste bleiben getrennte Dossiers, die jedoch beide den Umgang westlicher Staaten mit der iranischen Praxis der Geiselnahme und der transnationalen Einschüchterung berühren.
| Atlantische / angloamerikanische Presse | −0.60 | critical |
|---|---|---|
| Israelische Presse | −0.40 | critical |
| Subsaharisch-afrikanische Presse | −0.40 | critical |
Das westliche Bündnis und die Medien der iranischen Diaspora verurteilen den Iran als repressiven Staat, der Dissens bestraft und Europa bedroht, und fordern Wachsamkeit.
Indem der Einzelfall des britischen Paares mit der von Deutschland überwachten 'Racheliste' verknüpft wird, entsteht eine Erzählung einer systemischen iranischen Bedrohung, die Alarm rechtfertigt.
Jede offizielle iranische Rechtfertigung für die Strafverlängerung fehlt, der Fokus liegt ausschließlich auf den Perspektiven der Familie und der westlichen Regierungen.
Die Familie des britischen Paares spricht über einen Sprecher, und der Bericht stellt sich auf die Seite der Opfer, indem er das erlittene Unrecht betont.
Durch die ausschließliche Konzentration auf das Zeugnis der Familie und das persönliche Leid wird die iranische Entscheidung als willkürlich und grausam dargestellt, ohne dass eine politische Analyse erforderlich ist.
Jede Erwähnung der deutschen 'Racheliste' oder breiterer iranischer Drohungen fehlt, wodurch die Geschichte auf einen Einzelfall reduziert wird.
Der Sohn des Paares gibt die Nachricht bekannt, und der Bericht nimmt einen neutralen, aber mitfühlenden Ton an, der die Strafverlängerung als ungerechte rechtliche Tatsache darstellt.
Indem die Aussage der Familie ohne zusätzliche Kommentare berichtet wird, wird impliziert, dass die Verlängerung ungerecht ist, ohne explizite Verurteilung, gestützt auf nackte Fakten.
Jeder Hinweis auf die deutsche 'Racheliste' oder den geopolitischen Kontext fehlt, wodurch die Geschichte streng rechtlich und humanitär bleibt.
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