Anmelden
Ausgabe von 20:00 CETSonntag, 21. Juni 2026
307 Quellen · 17 Sprachen0 Briefings heute
Wissenschaft & GesundheitMontag, 18. Mai 2026

Bluthochdruck: Globale Herausforderung und neue Initiativen zur Prävention

Trotz hoher Fallzahlen weltweit bleibt die Aufklärung über Bluthochdruck mangelhaft. Eine Stiftung fördert tausend Stipendien, um dem entgegenzuwirken.

Bluthochdruck gilt weiterhin als einer der größten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und fordert jährlich Millionen Todesopfer. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation waren allein im Jahr 2022 etwa 19,8 Millionen Todesfälle auf kardiovaskuläre Ursachen zurückzuführen – mehr als auf alle Krebserkrankungen zusammen. Aus Teheraner Sicht warnt der Kardiologe Fereydoun Nouhi, Leiter des Herzkrankenhauses Shahid Rajaei, dass etwa drei Viertel aller Herzpatienten unter erhöhtem Blutdruck leiden. Die Erkrankung könne zu Schlaganfällen, Nierenversagen und sogar Erblindung führen, wenn sie unbehandelt bleibe. In Deutschland, Österreich und der Schweiz zählt Hypertonie zu den häufigsten chronischen Leiden; die Deutsche Hochdruckliga schätzt, dass rund 30 Prozent der Erwachsenen betroffen sind – viele ohne es zu wissen.

Parallel dazu zeigen sich in verschiedenen Regionen der Welt unterschiedliche Herausforderungen. In Indonesien beklagt das Gesundheitsministerium eine geringe Bereitschaft der Bevölkerung, den Blutdruck messen zu lassen, aus Angst vor der Diagnose. „Hypertonie darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden“, betont Siti Nadia Tarmizi, Direktorin für Prävention und Kontrolle nicht übertragbarer Krankheiten. Ähnliche Hindernisse sind auch in westlichen Ländern bekannt: Viele Betroffene meiden den Arztbesuch, bis Komplikationen auftreten. Der kolumbianische Mediziner Carlos Jaramillo, Spezialist für funktionelle Medizin, weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Hälfte aller Herzinfarkte bei Patienten mit normalen oder niedrigen Cholesterinwerten auftreten – ein Hinweis darauf, dass die alleinige Fokussierung auf Cholesterin zu kurz greift.

Als Antwort auf diese globale Krise hat die Merck Foundation, der philanthropische Arm der Merck KGaA, anlässlich des Welt-Hypertonie-Tages fast tausend Stipendien für einjährige Online-Postgraduierten-Diplome in Kardiologie, Diabetes und Endokrinologie vergeben. Die Stipendien richten sich an junge Ärzte und Pflegekräfte aus 52 Ländern, vornehmlich in Afrika und Asien. Senatorin Dr. Rasha Kelej, CEO der Stiftung, betont die Bedeutung von Aufklärung und Kapazitätsaufbau. Daneben setzt die Stiftung auch auf kreative Kanäle: Ihre Initiative „Art and Fashion with Purpose“ nutzt Kunst und Mode, um in Afrika und darüber hinaus für Gesundheits- und Sozialthemen zu sensibilisieren – ein Ansatz, der vor allem jüngere Zielgruppen erreichen soll.

Die Vielfalt der nationalen und kulturellen Kontexte erfordert maßgeschneiderte Strategien. Während in Industrieländern die medikamentöse Therapie oft im Vordergrund steht, mangelt es in Entwicklungsländern an grundlegender Diagnostik und Versorgung. Aus Wiener oder Zürcher Perspektive wäre eine Stärkung der Primärprävention – etwa durch niederschwellige Blutdruckmessungen in Apotheken – ein wichtiger Schritt. Auch die digitale Gesundheit könnte hierzulande ausgebaut werden, etwa durch Apps zur Blutdruckselbstkontrolle. Der Erfolg langfristiger Maßnahmen hängt jedoch entscheidend von der Überwindung kultureller Barrieren ab, wie das indonesische Beispiel zeigt. Ohne ein gesellschaftliches Umdenken, das die regelmäßige Vorsorge als Selbstverständlichkeit betrachtet, werden medizinische Fortschritte nur begrenzte Wirkung entfalten.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 4 Sprachen

TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Stampa iraniana e affiniStampa indiana e sudasiatica
Stampa iraniana e affini/ regime
allarmepaternalismo

An Iranian health official warns about high blood pressure, calling it a 'silent killer' that can cause stroke, kidney failure, and blindness. The emphasis is on lack of control and severe public health consequences.

Stampa indiana e sudasiatica
trionfopaternalismo

The Merck Foundation marks World Hypertension Day by announcing scholarships to train experts in 52 countries, partnering with African and Asian first ladies. The initiative is portrayed as expanding access to quality care.

Verwandte Artikel

Mehr lesen
Aktuell
Explosion in Katars LNG-Komplex Ras Laffan – Widersprüchliche Angaben zu Verletzten·Kubas letzter Revolutionskommandant: Ramiro Valdés im Alter von 94 Jahren gestorben·Das Warten am Flughafen: Väter, die nicht mehr landen·Uruguay und Kap Verde: Ein richtungsweisendes Duell nach Spaniens Gala·Sensationelle Rückkehr mit 44: Serena Williams tritt in Wimbledon im Einzel an·Raphinha verletzt, Neymar zurück: Brasilien vor Gruppenfinale gegen Schottland·US-Sperre für Anthropic-KI: Europa sucht Ausweg aus der Abhängigkeit·„Busquen el gol, mis niños“: Vozinhas Mutter reist als emotionaler Verstärker nach Miami·Explosion in Katars LNG-Komplex Ras Laffan – Widersprüchliche Angaben zu Verletzten·Kubas letzter Revolutionskommandant: Ramiro Valdés im Alter von 94 Jahren gestorben·Das Warten am Flughafen: Väter, die nicht mehr landen·Uruguay und Kap Verde: Ein richtungsweisendes Duell nach Spaniens Gala·Sensationelle Rückkehr mit 44: Serena Williams tritt in Wimbledon im Einzel an·Raphinha verletzt, Neymar zurück: Brasilien vor Gruppenfinale gegen Schottland·US-Sperre für Anthropic-KI: Europa sucht Ausweg aus der Abhängigkeit·„Busquen el gol, mis niños“: Vozinhas Mutter reist als emotionaler Verstärker nach Miami·
Akt. 19:084 Sprachen · 5 Quellen
VorherigerWissenschaft & GesundheitNächster
5 Quellen|4 Sprachen|3 Min. Lesezeit
Montag, 18. Mai 2026

Bluthochdruck: Globale Herausforderung und neue Initiativen zur Prävention

Trotz hoher Fallzahlen weltweit bleibt die Aufklärung über Bluthochdruck mangelhaft. Eine Stiftung fördert tausend Stipendien, um dem entgegenzuwirken.

Bluthochdruck gilt weiterhin als einer der größten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und fordert jährlich Millionen Todesopfer. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation waren allein im Jahr 2022 etwa 19,8 Millionen Todesfälle auf kardiovaskuläre Ursachen zurückzuführen – mehr als auf alle Krebserkrankungen zusammen. Aus Teheraner Sicht warnt der Kardiologe Fereydoun Nouhi, Leiter des Herzkrankenhauses Shahid Rajaei, dass etwa drei Viertel aller Herzpatienten unter erhöhtem Blutdruck leiden. Die Erkrankung könne zu Schlaganfällen, Nierenversagen und sogar Erblindung führen, wenn sie unbehandelt bleibe. In Deutschland, Österreich und der Schweiz zählt Hypertonie zu den häufigsten chronischen Leiden; die Deutsche Hochdruckliga schätzt, dass rund 30 Prozent der Erwachsenen betroffen sind – viele ohne es zu wissen.

Parallel dazu zeigen sich in verschiedenen Regionen der Welt unterschiedliche Herausforderungen. In Indonesien beklagt das Gesundheitsministerium eine geringe Bereitschaft der Bevölkerung, den Blutdruck messen zu lassen, aus Angst vor der Diagnose. „Hypertonie darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden“, betont Siti Nadia Tarmizi, Direktorin für Prävention und Kontrolle nicht übertragbarer Krankheiten. Ähnliche Hindernisse sind auch in westlichen Ländern bekannt: Viele Betroffene meiden den Arztbesuch, bis Komplikationen auftreten. Der kolumbianische Mediziner Carlos Jaramillo, Spezialist für funktionelle Medizin, weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Hälfte aller Herzinfarkte bei Patienten mit normalen oder niedrigen Cholesterinwerten auftreten – ein Hinweis darauf, dass die alleinige Fokussierung auf Cholesterin zu kurz greift.

Als Antwort auf diese globale Krise hat die Merck Foundation, der philanthropische Arm der Merck KGaA, anlässlich des Welt-Hypertonie-Tages fast tausend Stipendien für einjährige Online-Postgraduierten-Diplome in Kardiologie, Diabetes und Endokrinologie vergeben. Die Stipendien richten sich an junge Ärzte und Pflegekräfte aus 52 Ländern, vornehmlich in Afrika und Asien. Senatorin Dr. Rasha Kelej, CEO der Stiftung, betont die Bedeutung von Aufklärung und Kapazitätsaufbau. Daneben setzt die Stiftung auch auf kreative Kanäle: Ihre Initiative „Art and Fashion with Purpose“ nutzt Kunst und Mode, um in Afrika und darüber hinaus für Gesundheits- und Sozialthemen zu sensibilisieren – ein Ansatz, der vor allem jüngere Zielgruppen erreichen soll.

Die Vielfalt der nationalen und kulturellen Kontexte erfordert maßgeschneiderte Strategien. Während in Industrieländern die medikamentöse Therapie oft im Vordergrund steht, mangelt es in Entwicklungsländern an grundlegender Diagnostik und Versorgung. Aus Wiener oder Zürcher Perspektive wäre eine Stärkung der Primärprävention – etwa durch niederschwellige Blutdruckmessungen in Apotheken – ein wichtiger Schritt. Auch die digitale Gesundheit könnte hierzulande ausgebaut werden, etwa durch Apps zur Blutdruckselbstkontrolle. Der Erfolg langfristiger Maßnahmen hängt jedoch entscheidend von der Überwindung kultureller Barrieren ab, wie das indonesische Beispiel zeigt. Ohne ein gesellschaftliches Umdenken, das die regelmäßige Vorsorge als Selbstverständlichkeit betrachtet, werden medizinische Fortschritte nur begrenzte Wirkung entfalten.

Divergenz der Quellen

Wissenschaft & Gesundheit · 5 Quellen · 4 Sprachen

0%Niedrig

Wie stark die Quellen die gleichen Fakten unterschiedlich darstellen.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 4 Sprachen

TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Stampa iraniana e affiniStampa indiana e sudasiatica
Stampa iraniana e affini/ regime
allarmepaternalismo

An Iranian health official warns about high blood pressure, calling it a 'silent killer' that can cause stroke, kidney failure, and blindness. The emphasis is on lack of control and severe public health consequences.

Stampa indiana e sudasiatica
trionfopaternalismo

The Merck Foundation marks World Hypertension Day by announcing scholarships to train experts in 52 countries, partnering with African and Asian first ladies. The initiative is portrayed as expanding access to quality care.

Diese Nachricht erschien in

5 Quellen · 4 Sprachen

Verwandte Artikel

Geopolitik & Politik

Unter dem Schatten von Ormuz: USA und Iran nehmen Friedensgespräche in der Schweiz auf

8 Sprachen · 30 Quellen

Sport

Sensationelle Rückkehr mit 44: Serena Williams tritt in Wimbledon im Einzel an

9 Sprachen · 20 Quellen

Geopolitik & Politik

Trump warnt Iran vor neuen Schlägen und Zugriff auf Hormus-Passage

6 Sprachen · 21 Quellen

Mehr lesen