
Bluthochdruck: Globale Herausforderung und neue Initiativen zur Prävention
Trotz hoher Fallzahlen weltweit bleibt die Aufklärung über Bluthochdruck mangelhaft. Eine Stiftung fördert tausend Stipendien, um dem entgegenzuwirken.
Bluthochdruck gilt weiterhin als einer der größten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und fordert jährlich Millionen Todesopfer. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation waren allein im Jahr 2022 etwa 19,8 Millionen Todesfälle auf kardiovaskuläre Ursachen zurückzuführen – mehr als auf alle Krebserkrankungen zusammen. Aus Teheraner Sicht warnt der Kardiologe Fereydoun Nouhi, Leiter des Herzkrankenhauses Shahid Rajaei, dass etwa drei Viertel aller Herzpatienten unter erhöhtem Blutdruck leiden. Die Erkrankung könne zu Schlaganfällen, Nierenversagen und sogar Erblindung führen, wenn sie unbehandelt bleibe. In Deutschland, Österreich und der Schweiz zählt Hypertonie zu den häufigsten chronischen Leiden; die Deutsche Hochdruckliga schätzt, dass rund 30 Prozent der Erwachsenen betroffen sind – viele ohne es zu wissen.
Parallel dazu zeigen sich in verschiedenen Regionen der Welt unterschiedliche Herausforderungen. In Indonesien beklagt das Gesundheitsministerium eine geringe Bereitschaft der Bevölkerung, den Blutdruck messen zu lassen, aus Angst vor der Diagnose. „Hypertonie darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden“, betont Siti Nadia Tarmizi, Direktorin für Prävention und Kontrolle nicht übertragbarer Krankheiten. Ähnliche Hindernisse sind auch in westlichen Ländern bekannt: Viele Betroffene meiden den Arztbesuch, bis Komplikationen auftreten. Der kolumbianische Mediziner Carlos Jaramillo, Spezialist für funktionelle Medizin, weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Hälfte aller Herzinfarkte bei Patienten mit normalen oder niedrigen Cholesterinwerten auftreten – ein Hinweis darauf, dass die alleinige Fokussierung auf Cholesterin zu kurz greift.
Als Antwort auf diese globale Krise hat die Merck Foundation, der philanthropische Arm der Merck KGaA, anlässlich des Welt-Hypertonie-Tages fast tausend Stipendien für einjährige Online-Postgraduierten-Diplome in Kardiologie, Diabetes und Endokrinologie vergeben. Die Stipendien richten sich an junge Ärzte und Pflegekräfte aus 52 Ländern, vornehmlich in Afrika und Asien. Senatorin Dr. Rasha Kelej, CEO der Stiftung, betont die Bedeutung von Aufklärung und Kapazitätsaufbau. Daneben setzt die Stiftung auch auf kreative Kanäle: Ihre Initiative „Art and Fashion with Purpose“ nutzt Kunst und Mode, um in Afrika und darüber hinaus für Gesundheits- und Sozialthemen zu sensibilisieren – ein Ansatz, der vor allem jüngere Zielgruppen erreichen soll.
Die Vielfalt der nationalen und kulturellen Kontexte erfordert maßgeschneiderte Strategien. Während in Industrieländern die medikamentöse Therapie oft im Vordergrund steht, mangelt es in Entwicklungsländern an grundlegender Diagnostik und Versorgung. Aus Wiener oder Zürcher Perspektive wäre eine Stärkung der Primärprävention – etwa durch niederschwellige Blutdruckmessungen in Apotheken – ein wichtiger Schritt. Auch die digitale Gesundheit könnte hierzulande ausgebaut werden, etwa durch Apps zur Blutdruckselbstkontrolle. Der Erfolg langfristiger Maßnahmen hängt jedoch entscheidend von der Überwindung kultureller Barrieren ab, wie das indonesische Beispiel zeigt. Ohne ein gesellschaftliches Umdenken, das die regelmäßige Vorsorge als Selbstverständlichkeit betrachtet, werden medizinische Fortschritte nur begrenzte Wirkung entfalten.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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An Iranian health official warns about high blood pressure, calling it a 'silent killer' that can cause stroke, kidney failure, and blindness. The emphasis is on lack of control and severe public health consequences.
The Merck Foundation marks World Hypertension Day by announcing scholarships to train experts in 52 countries, partnering with African and Asian first ladies. The initiative is portrayed as expanding access to quality care.
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