
Archimedes' Todesstrahl, ältestes Gedicht und Ilias-Fragment: Antikes Wissen neu entdeckt
Ein kanadischer Jugendlicher prüft die Legende von Archimedes’ Todesstrahl, ein Gedicht aus dem 7. Jahrhundert taucht in Rom auf, und in Ägypten findet man ein Homer-Fragment an einer Mumie.
In der ägyptischen Wüste, nahe der antiken Stadt Oxyrhynchus, haben Archäologen der Universität Barcelona einen ungewöhnlichen Fund gemacht: An einer Mumie aus römischer Zeit fanden sie Papyrusfragmente mit Versen aus Homers „Ilias“. Es ist das erste Mal, dass ein griechisches literarisches Werk in einem solchen Kontext entdeckt wurde; zuvor kannte man lediglich religiöse oder magische Texte. Offenbar sollte die Dichtung dem Verstorbenen, einem nichtköniglichen Mann, auf seiner Reise ins Jenseits helfen – ein unerwartetes Zeugnis für die kulturelle Bedeutung Homers auch in späthellenistischer Zeit.
In eine ganz andere Richtung weist ein Fund, den irische Forscher in einer römischen Bibliothek machten. Bei der Digitalisierung eines mittelalterlichen Manuskripts stießen sie auf „Cædmons Hymnus“, das älteste erhaltene altenglische Gedicht. Verfasst im siebten Jahrhundert von einem nordumbrischen Landarbeiter, war es bislang nur aus späteren Abschriften bekannt. Die Entdeckung in einem lateinischen Kodex – „wir trauten unseren Augen nicht“, so die beteiligte Wissenschaftlerin Elisabetta Magnanti – wirft ein neues Licht auf die Überlieferungswege frühmittelalterlicher Literatur.
Während diese Funde die schriftliche Überlieferung der Antike bereichern, hat ein 13-jähriger Kanadier eine andere Art der Annäherung gewählt. Brenden Sener aus London, Ontario, baute ein Modell des legendären „Todesstrahls“ des Archimedes nach: Mit vier konkaven Spiegeln und einer Wärmelampe gelang es ihm, die Temperatur einer Zielscheibe merklich zu erhöhen. Auf einer kleineren Skala bestätigt sein Experiment die grundsätzliche Plausibilität der antiken Idee – dass gebündelte Sonnenstrahlen Schiffe in Brand setzen könnten. Sein Projekt gewann eine Goldmedaille und befeuert die jahrhundertealte Debatte erneut.
Die drei Begebenheiten – der archäologische Fund, die philologische Sensation und das physikalische Experiment – zeigen auf je eigene Weise, wie das antike Erbe immer neu befragt wird. Was vor Jahrzehnten noch als Märchen oder verlorene Überlieferung galt, erweist sich dank moderner Methoden als greifbar: Sei es die Ilias, die einem Toten ins Grab gelegt wurde, das älteste englische Gedicht, das in einem römischen Codex überdauerte, oder die legendäre Waffe, die ein Teenager unter Laborbedingungen überprüft. Diese Geschichten fordern die Wissenschaft heraus, die Grenzen des Wissens und der Vorstellungskraft immer weiter zu stecken.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Für die kontinentaleuropäische Presse unterstreicht diese Entdeckung den kulturellen Austausch zwischen Griechenland und Ägypten in der Römerzeit. Der Fund eines Ilias-Fragments bei einer Mumie wird als Beleg für den hohen Status der griechischen Literatur unter der ägyptischen Elite gesehen. Der Bericht ist sachlich und konzentriert sich auf die archäologische Bedeutung.
Die lateinamerikanische Presse hebt die Geschichte eines 13-Jährigen hervor, der Archimedes' Todesstrahl nachbaute und eine Goldmedaille gewann. Der Ton ist feierlich, konzentriert sich auf den Einfallsreichtum der Jugend und die Wiedereröffnung einer alten Debatte. Die Erzählung betont die wissenschaftliche Neugier und den Erfolg.
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