
Drohnenangriff auf Moskau: Flughäfen geschlossen, Treibstoffkrise auf der Krim
In der Nacht zum Montag wehrten russische Kräfte 59 Drohnen über der Hauptstadt ab; die Krim setzt Treibstoffverkäufe aus, während Kiew und Moskau ihre Infrastrukturschläge ausweiten.
In der Nacht zum Montag haben ukrainische Drohnen in großer Zahl Ziele in Russland angegriffen. Die vier Moskauer Flughäfen – Scheremetjewo, Domodedowo, Wnukowo und Schukowski – wurden zwischen 2.39 Uhr und 5.16 Uhr Ortszeit vorübergehend geschlossen, nachdem nach Angaben des Bürgermeisters Sergei Sobjanin 59 unbemannte Flugzeuge über der Hauptstadt abgefangen und zerstört worden waren. Das russische Verteidigungsministerium meldete landesweit den Abschuss von 301 Drohnen, auch über den besetzten ukrainischen Gebieten. Die Flughäfen nahmen den Betrieb am frühen Morgen wieder auf.
Aus Moskauer Sicht unterstreicht der Angriff die Notwendigkeit, die eigenen Kriegsziele vollständig durchzusetzen. Kremlsprecher Juri Uschakow erklärte, Russland warte nicht auf die Umsetzung der in Anchorage erzielten Vereinbarungen, sondern auf den „Sieg“ und die Verwirklichung seiner Ziele; eine der Vertragsparteien sei dazu „nicht vollständig in der Lage“. Kiew hingegen reklamierte die Angriffe als Teil einer systematischen Kampagne gegen die russische Militärlogistik und Energieinfrastruktur. Präsident Wolodymyr Selenskyj zufolge trafen ukrainische Kräfte unter anderem Marineanlagen für den Öltransport in der Region Krasnodar, ein Öldepot in Kertsch sowie vier Radarstationen des Flugabwehrsystems S-400 und zwei Pantsir-Systeme beiderseits der Krim-Brücke.
Die Schläge zeitigen unmittelbare Folgen. Auf der 2014 von Russland annektierten Krim setzte der Gouverneur Sergei Aksjonow den Treibstoffverkauf an die Bevölkerung und private Unternehmen aus; Kraftstoff wird nur noch an Behörden abgegeben, die lebenswichtige Dienste und die Sicherheit gewährleisten. In Sewastopol wurden öffentliche Veranstaltungen im Freien abgesagt und die Straßenbeleuchtung abgeschaltet, um Strom zu sparen. Gleichzeitig trafen russische Drohnen im Schwarzen Meer den unter panamaischer Flagge fahrenden türkischen Frachter „Victress“; ein ägyptisches Besatzungsmitglied kam ums Leben, acht Seeleute retteten sich. Zwei weitere Schiffe unter den Flaggen von Palau und Belize wurden attackiert, blieben aber fahrtüchtig. In der Ukraine selbst starben bei russischen Angriffen auf die Regionen Sumy, Saporischschja und Odessa mindestens fünf Zivilisten.
Die wechselseitigen Angriffe auf Energieanlagen und Logistik haben in den vergangenen Wochen an Intensität gewonnen. Erst in der Vorwoche war die einzige Moskauer Ölraffinerie in Kapotnja zum wiederholten Mal getroffen worden, was zu Großbränden und Berichten über „Ölregen“ in angrenzenden Wohnvierteln führte. Aus Kiewer Sicht sind diese Operationen eine Antwort auf russische Luftschläge gegen die ukrainische Hauptstadt, bei denen unter anderem das historische Höhlenkloster Petschersk Lawra beschädigt wurde. In westlichen Hauptstädten wird die Eskalation als Versuch beider Kriegsparteien gedeutet, die jeweils andere Heimatfront zu destabilisieren und die Kosten des Krieges zu erhöhen. Die diplomatische Initiative von Anchorage bleibt nach Moskauer Bekunden ohne praktische Wirkung; konkrete Schritte zu einer Deeskalation sind nicht in Sicht.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Ein Drohnenschwarm nahm in der Nacht Moskau ins Visier, woraufhin die Behörden alle vier Flughäfen der Hauptstadt vorübergehend schlossen. Russische Stellen meldeten den Abschuss von 59 Drohnen, während auf der Krim die Treibstoffabgabe auf lebenswichtige Dienste beschränkt wurde. Die Vorfälle zeigen, wie der Krieg russisches Territorium erreicht.
Die russische Luftabwehr fing fast 60 auf Moskau zufliegende Drohnen ab, was zu einer kurzen Unterbrechung des Flugbetriebs an den Flughäfen der Stadt führte. Der Betrieb normalisierte sich rasch, und das Verteidigungsministerium meldete insgesamt 301 in der Nacht abgeschossene Drohnen, auch über besetzten Gebieten. Der Vorfall wird als erfolgreiche Verteidigungsmaßnahme dargestellt.
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