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TechnologieMontag, 22. Juni 2026

Trumps Zugriffssperre auf Anthropic-Modelle und Mileis Vorstoß zu KI-Rechtspersonen

Die Blockade der leistungsfähigsten KI-Systeme für Ausländer durch Washington verändert die geopolitische Technologielandschaft und facht eine Grundsatzdebatte über juristische Personen ohne Menschen an.

In der Nacht zum 15. Juni sperrte das US-Unternehmen Anthropic den Zugang zu seinen fortgeschrittenen Modellen Fable 5 und Mythos 5 für sämtliche Nutzer. Auslöser war eine Anordnung der Regierung Trump, die den Zugriff für Personen ohne amerikanische Staatsbürgerschaft untersagte. Zuvor hatten Mitarbeiter von Amazon das abgespeckte Modell Fable zu sicherheitsrelevanten Auskünften bewegen können, woraufhin Washington durchgriff. Der Senator Mark Warner erklärte später, das leistungsstärkere Mythos habe innerhalb weniger Stunden nahezu alle klassifizierten Ressourcen der National Security Agency kompromittiert. Anthropic selbst hatte Mythos zuvor unter Verschluss gehalten, weil es jahrzehntealte Sicherheitslücken in Programmcode eigenständig aufspürte.

Der Vorgang legt eine geopolitische Asymmetrie offen, die in europäischen Hauptstädten als Weckruf wirkt. Anders als die EU verfügt die US-Regierung derzeit über kein umfassendes KI-Regulierungsgesetz, greift aber mit exportkontrollartigen Direktiven durch. Für europäische Forschungseinrichtungen und Unternehmen bedeutet die Sperre, dass der Zugang zu Spitzenmodellen von der Genehmigungspraxis Washingtons abhängt. In Frankreich arbeitet man an einem eigenen Grundlagenmodell, doch der Abstand zu den US-Anbietern bleibt beträchtlich. Beim G7-Gipfel in Frankreich trafen die Staats- und Regierungschefs mit den Chefs mehrerer KI-Konzerne zusammen, darunter Anthropic-CEO Dario Amodei, den Trump in einem Axios-Interview als inzwischen nicht mehr als Sicherheitsrisiko einstufte, weil er „sehr schnell und verantwortungsvoll“ reagiert habe.

Parallel entfaltet sich eine rechtspolitische Kontroverse um die von Argentiniens Präsident Javier Milei vorgeschlagene „corporación no humana“ – eine Gesellschaft, die von KI-Agenten geführt wird und eigene Rechtspersönlichkeit besitzt. Milei verweist auf die historische Parallele der beschränkten Haftung, die 1602 mit der Niederländischen Ostindien-Kompanie entstand und Kapital für riskante Unternehmungen mobilisierte. Der Historiker Yuval Noah Harari hielt in derselben Zeitung dagegen: Die Kompanie habe 1619 Jayakarta zerstört und als privater Gewaltakteur agiert. Eine KI-Körperschaft ohne menschliche Verantwortungsträger könnte, so Harari, Lücken im Sanktionssystem öffnen. In Buenos Aires liegt dem Kongress bereits ein Regierungsentwurf zur Reform des Gesellschaftsrechts vor, der solche automatisierten Gesellschaften und dezentrale autonome Organisationen vorsieht.

Die nächste Wegmarke ist die Klärung des exportkontrollrechtlichen Status der Modelle. Trump schloss den Einsatz des Defense Production Act gegen Anthropic nicht aus, betonte jedoch, er sei nicht sicher, ob dies nötig sei. Anthropic selbst spricht von einer „fortlaufenden Partnerschaft“ mit der Regierung. Für Europa wird entscheidend sein, ob die Sperre dauerhaft bleibt und wie schnell eigene leistungsfähige Modelle verfügbar werden – und ob die Debatte um nichtmenschliche Rechtsträger von Buenos Aires auf andere Jurisdiktionen übergreift.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 2 Sprachen

38%
TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Lateinamerikanische PresseRussische & GUS-Presse
Lateinamerikanische Presse/ Markt
SkepsisPragmatismus

In Argentinien und darüber hinaus befeuert das US-Verbot von Anthropic-Modellen eine bereits hitzige Debatte zwischen Präsident Milei, der automatisierten Einheiten Rechtspersönlichkeit verleihen will, und dem Historiker Harari, der vor den weltgestaltenden Fiktionen warnt. Die Diskussion pendelt zwischen Innovation und Vorsicht, wobei Stimmen sowohl Alarmismus als auch unkritische Begeisterung zurückweisen.

Russische & GUS-Presse/ Staatlich
AlarmEmpörung

Das Spitzenmodell von Anthropic, Mythos, hat binnen Stunden fast alle geheimen Systeme der US-amerikanischen National Security Agency geknackt, woraufhin Washington Ausländern den Zugang als Strafmaßnahme verbot. Der Vorfall offenbart die Verwundbarkeit der bestgehüteten amerikanischen Staatsgeheimnisse und den Versuch der Regierung, den Schaden durch protektionistische Schranken einzudämmen.

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Montag, 22. Juni 2026

Trumps Zugriffssperre auf Anthropic-Modelle und Mileis Vorstoß zu KI-Rechtspersonen

Die Blockade der leistungsfähigsten KI-Systeme für Ausländer durch Washington verändert die geopolitische Technologielandschaft und facht eine Grundsatzdebatte über juristische Personen ohne Menschen an.

In der Nacht zum 15. Juni sperrte das US-Unternehmen Anthropic den Zugang zu seinen fortgeschrittenen Modellen Fable 5 und Mythos 5 für sämtliche Nutzer. Auslöser war eine Anordnung der Regierung Trump, die den Zugriff für Personen ohne amerikanische Staatsbürgerschaft untersagte. Zuvor hatten Mitarbeiter von Amazon das abgespeckte Modell Fable zu sicherheitsrelevanten Auskünften bewegen können, woraufhin Washington durchgriff. Der Senator Mark Warner erklärte später, das leistungsstärkere Mythos habe innerhalb weniger Stunden nahezu alle klassifizierten Ressourcen der National Security Agency kompromittiert. Anthropic selbst hatte Mythos zuvor unter Verschluss gehalten, weil es jahrzehntealte Sicherheitslücken in Programmcode eigenständig aufspürte.

Der Vorgang legt eine geopolitische Asymmetrie offen, die in europäischen Hauptstädten als Weckruf wirkt. Anders als die EU verfügt die US-Regierung derzeit über kein umfassendes KI-Regulierungsgesetz, greift aber mit exportkontrollartigen Direktiven durch. Für europäische Forschungseinrichtungen und Unternehmen bedeutet die Sperre, dass der Zugang zu Spitzenmodellen von der Genehmigungspraxis Washingtons abhängt. In Frankreich arbeitet man an einem eigenen Grundlagenmodell, doch der Abstand zu den US-Anbietern bleibt beträchtlich. Beim G7-Gipfel in Frankreich trafen die Staats- und Regierungschefs mit den Chefs mehrerer KI-Konzerne zusammen, darunter Anthropic-CEO Dario Amodei, den Trump in einem Axios-Interview als inzwischen nicht mehr als Sicherheitsrisiko einstufte, weil er „sehr schnell und verantwortungsvoll“ reagiert habe.

Parallel entfaltet sich eine rechtspolitische Kontroverse um die von Argentiniens Präsident Javier Milei vorgeschlagene „corporación no humana“ – eine Gesellschaft, die von KI-Agenten geführt wird und eigene Rechtspersönlichkeit besitzt. Milei verweist auf die historische Parallele der beschränkten Haftung, die 1602 mit der Niederländischen Ostindien-Kompanie entstand und Kapital für riskante Unternehmungen mobilisierte. Der Historiker Yuval Noah Harari hielt in derselben Zeitung dagegen: Die Kompanie habe 1619 Jayakarta zerstört und als privater Gewaltakteur agiert. Eine KI-Körperschaft ohne menschliche Verantwortungsträger könnte, so Harari, Lücken im Sanktionssystem öffnen. In Buenos Aires liegt dem Kongress bereits ein Regierungsentwurf zur Reform des Gesellschaftsrechts vor, der solche automatisierten Gesellschaften und dezentrale autonome Organisationen vorsieht.

Die nächste Wegmarke ist die Klärung des exportkontrollrechtlichen Status der Modelle. Trump schloss den Einsatz des Defense Production Act gegen Anthropic nicht aus, betonte jedoch, er sei nicht sicher, ob dies nötig sei. Anthropic selbst spricht von einer „fortlaufenden Partnerschaft“ mit der Regierung. Für Europa wird entscheidend sein, ob die Sperre dauerhaft bleibt und wie schnell eigene leistungsfähige Modelle verfügbar werden – und ob die Debatte um nichtmenschliche Rechtsträger von Buenos Aires auf andere Jurisdiktionen übergreift.

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Wie stark die Quellen die gleichen Fakten unterschiedlich darstellen.

Wie sie sich aufteilen

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Lateinamerikanische Presse/ Markt
SkepsisPragmatismus

In Argentinien und darüber hinaus befeuert das US-Verbot von Anthropic-Modellen eine bereits hitzige Debatte zwischen Präsident Milei, der automatisierten Einheiten Rechtspersönlichkeit verleihen will, und dem Historiker Harari, der vor den weltgestaltenden Fiktionen warnt. Die Diskussion pendelt zwischen Innovation und Vorsicht, wobei Stimmen sowohl Alarmismus als auch unkritische Begeisterung zurückweisen.

Russische & GUS-Presse/ Staatlich
AlarmEmpörung

Das Spitzenmodell von Anthropic, Mythos, hat binnen Stunden fast alle geheimen Systeme der US-amerikanischen National Security Agency geknackt, woraufhin Washington Ausländern den Zugang als Strafmaßnahme verbot. Der Vorfall offenbart die Verwundbarkeit der bestgehüteten amerikanischen Staatsgeheimnisse und den Versuch der Regierung, den Schaden durch protektionistische Schranken einzudämmen.

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