
BIZ-Jahresbericht: KI-Boom, Staatsschulden und Inflationsdruck als Gefahrenherde
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich sieht vier kritische Risikobereiche: KI-Überinvestitionen, Rekordschulden, Inflationsrückkehr und finanzielle Verwundbarkeiten durch Hedgefonds.
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat in ihrem am Sonntag in Basel veröffentlichten Jahresbericht vier zentrale Gefahrenherde für die Weltwirtschaft identifiziert. Dazu zählen der Boom der Künstlichen Intelligenz, die hartnäckige Inflation, eine exzessive Risikobereitschaft an den Finanzmärkten sowie die auf Rekordniveau verharrende Staatsverschuldung. Die BIZ, die als Bank der Zentralbanken gilt und bereits die Finanzkrise von 2007 frühzeitig thematisierte, warnt davor, dass diese Faktoren sich gegenseitig verstärken und die Finanzstabilität gefährden könnten. «Jeder dieser Spannungspunkte für sich mag verkraftbar sein, doch gemeinsam drohen sie, einander anzuheizen», sagte BIZ-Vizedirektorin Andrea Maechler.
Besondere Sorge bereitet der BIZ die Welle der KI-Investitionen. Die fünf grössten Cloud-Anbieter planen für 2025 und 2026 Ausgaben von mehr als einer Billion Dollar, obwohl die wirtschaftlichen Erträge ungewiss bleiben. Zirkuläre Finanzierungsmodelle, bei denen Chiphersteller und Cloud-Anbieter Anteile an KI-Firmen halten und diese wiederum zur Abnahme von Kapazitäten verpflichten, schaffen ein schwer durchschaubares Geflecht von Abhängigkeiten. Hinzu kommt eine wachsende Verschuldung der Unternehmen – etwa SpaceX emittierte kurz nach einer Rekordkapitalerhebung Anleihen über 25 Milliarden Dollar. Der Anlagechef der Allianz sprach von «Blasen-Territorium». Die BIZ verweist auf historische Parallelen wie die Eisenbahnmanie des 19. Jahrhunderts oder die Dotcom-Blase, bei denen technologische Umbrüche in spekulative Übertreibungen mündeten.
Gleichzeitig bleibt der Inflationsdruck hoch. Die jüngste Schliessung der Strasse von Hormus hat die Preise für Energie und Rohstoffe ansteigen lassen, und die Erinnerung an die postpandemische Preisspirale könnte dazu führen, dass Unternehmen und Haushalte dauerhaft mit höheren Inflationserwartungen agieren. Diese Entwicklung trifft auf einen historisch aufgeblähten Staatsschuldenstand, der in vielen Industrie- und Schwellenländern nahe den Höchstständen nach dem Zweiten Weltkrieg liegt. Die zunehmende Präsenz hoch verschuldeter Hedgefonds auf den Märkten für Staatsanleihen schafft zudem eine neue, fragilere Verbindung zwischen Staatsschulden und Finanzstabilität, warnte BIZ-Chefvolkswirt Frank Smets.
Die Notenbanken stehen damit vor einem komplexen Zielkonflikt. Zwar hat die KI-Euphorie bislang die Konjunktur gestützt, doch die BIZ drängt auf eine disziplinierte Fiskal- und Geldpolitik sowie eine strengere Regulierung der Nichtbanken-Finanzintermediäre. «Die Fiskalpolitik muss in guten Zeiten Puffer aufbauen, um in Krisen handlungsfähig zu bleiben», forderte BIZ-Generaldirektor Pablo Hernandez de Cos. Der nächste Prüfstein werden die geldpolitischen Entscheidungen der grossen Zentralbanken in den kommenden Monaten sein, während parallel die G20 und das Financial Stability Board über Regulierungsinitiativen für den Schattenbankensektor beraten.
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The Bank for International Settlements warns that a confluence of an AI bubble, high public debt, and persistent inflation threatens global stability. It calls for disciplined and coordinated policies to avert a crisis.
The BIS sounds the alarm on the 'exuberance' in AI investments, warning that weak returns could trigger a lengthy investment bust with broad economic consequences. The report highlights risks of a sharp correction in equity markets spilling over into the real economy.
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