
Berlusconis Villa Certosa für 350 Millionen Euro an katarischen Scheich verkauft
Der Verkauf der legendären Sardinien-Residenz an Hamad bin Jassim Al Thani ist eine der größten Immobilientransaktionen Italiens und erweitert die katarische Präsenz im Luxussegment.
Die Erben des 2023 verstorbenen früheren italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi haben dessen Sommersitz Villa Certosa auf Sardinien für 350 Millionen Euro veräußert. Käufer ist Hamad bin Jassim bin Jaber Al Thani, ehemaliger Premierminister und Außenminister Katars, der die Transaktion über eine Luxemburger Investmentgesellschaft abwickelt. Ursprünglich hatten die Erben einen Preis von einer halben Milliarde Euro angestrebt. Mit einem Volumen von 350 Millionen Euro zählt der Verkauf zu den bedeutendsten Einzeltransaktionen im italienischen Wohnimmobilienmarkt.
Die 4.500 Quadratmeter große Anlage mit 126 Zimmern, sieben Schwimmbädern, einem künstlichen Vulkan und einem Amphitheater diente Berlusconi über zwei Jahrzehnte als inoffizieller Regierungssitz während der Sommerpause. Dort empfing er Staats- und Regierungschefs wie George W. Bush, Tony Blair und Wladimir Putin. Zugleich war die Villa Schauplatz der sogenannten Bunga-Bunga-Partys, die Ermittlungen wegen Förderung der Prostitution Minderjähriger nach sich zogen. Die italienische Regierung stufte das Anwesen 2004 als „alternative Hochsicherheitsresidenz“ ein und verhängte zeitweise das Staatsgeheimnis, um baurechtliche Inspektionen zu unterbinden.
Für den Käufer ist der Erwerb Teil einer breit angelegten Investitionsstrategie in italienische Luxusimmobilien. Die katarische Herrscherfamilie Al Thani und der von ihr kontrollierte Staatsfonds Qatar Investment Authority besitzen bereits die Vier-Sterne-Hotels Cala di Volpe, Romazzino, Pitrizza und Cervo an der Costa Smeralda, das Mailänder Stadtviertel Porta Nuova mit dem Bosco Verticale sowie Spitzenhotels in Mailand, Venedig, Rom und Florenz. Hinzu kommt eine Beteiligung am Krankenhaus Mater Olbia. Aus römischer Sicht festigt der Zuschlag die Rolle katars als strategischen Investor im hochpreisigen Bestandssegment.
Der Verkauf regelt zugleich einen Teil des Nachlasses: Berlusconi hatte seiner früheren Lebensgefährtin Marta Fascina und seinem Bruder Paolo jeweils 100 Millionen Euro vermacht. Mit dem Eigentümerwechsel endet die Ära einer Immobilie, die wie kaum eine zweite die Verquickung von Politik, Geschäft und Privatleben symbolisierte. Der nächste sichtbare Schritt dürfte die offizielle Bestätigung des Kaufpreises durch die beteiligten Parteien sein, während der Markt beobachtet, ob weitere italienische Prestigeobjekte den Besitzer wechseln.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der Verkauf von Berlusconis Villa Certosa an einen katarischen Scheich für 350 Millionen Euro, weithin als Schnäppchen betrachtet, schließt ein Kapitel skandalöser Partys und politischer Gipfel. Die für ihre 'Bunga Bunga'-Abende berüchtigte Villa geht nun an einen Golf-Investor über und symbolisiert das Ende einer Ära der Exzesse und der Spitzendiplomatie.
Die sardische Villa des ehemaligen Ministerpräsidenten Berlusconi wurde für 350 Millionen Euro an die katarische Königsfamilie verkauft, eines der größten privaten Immobiliengeschäfte. Der Abschluss erfolgte etwa ein Jahr, nachdem die Erben sie auf den Markt gebracht hatten.
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