
Flugzeugabsturz auf den Bahamas: Zehn Tote am Unabhängigkeitstag
Eine Cessna 402 der Flamingo Air stürzte auf dem Weg nach San Andros ab; die Behörden setzten den Flugbetrieb der Gesellschaft vorsorglich aus.
Auf den Bahamas sind am Freitag zehn Menschen beim Absturz eines Kleinflugzeugs ums Leben gekommen. Die Maschine vom Typ Cessna 402, betrieben von der einheimischen Fluggesellschaft Flamingo Air, verunglückte nach Behördenangaben in der Region North Andros westlich der Hauptstadt Nassau. An Bord befanden sich neun Passagiere und ein Pilot. Wie die Polizeikommissarin Shanta Knowles mitteilte, wurde zunächst eine überlebende Person aus den Trümmern geborgen, die jedoch später ihren Verletzungen erlag.
Das Flugzeug war vom Lynden Pindling International Airport in Nassau gestartet und befand sich auf einem kurzen Inlandsflug zum Flughafen San Andros. Nach ersten Erkenntnissen der bahamaischen Untersuchungsbehörde für Flugunfälle (Aircraft Accident Investigation Authority) meldete die Besatzung Schwierigkeiten, bevor die Maschine vor der Landung in Buschwerk stürzte. Die Regierung der Bahamas entzog Flamingo Air noch am selben Tag vorsorglich das Luftverkehrsbetreiberzeugnis. Das Ministerium für Energie, Versorgung und Luftfahrt erklärte, die Maßnahme sei eine reine Sicherheitsvorkehrung und keine disziplinarische Sanktion. Hintergrund sind zwei sicherheitsrelevante Vorfälle am Freitag: Bereits am Morgen war ein anderes Flugzeug der Gesellschaft auf dem Weg nach Mayaguana wegen eines vom Piloten gemeldeten Problems nach Nassau umgekehrt und nach der Evakuierung der Passagiere in Brand geraten.
Die Identität der Opfer wurde von den Behörden bislang nicht öffentlich gemacht. Ein von CBS News eingesehenes Flugmanifest legt nahe, dass Mitglieder der Musikgruppe Da Pond Band an Bord hätten sein sollen; eine offizielle Bestätigung steht aus. Die Polizei hat Ermittler auf die Insel Andros entsandt, um die Unfallursache zu klären. Geprüft werden unter anderem technische Faktoren, Wetterbedingungen und die Wartungshistorie der Maschine.
Das Unglück ereignete sich am 53. Jahrestag der Unabhängigkeit des Inselstaats. Premierminister Philip Brave Davis sprach von einer tiefen Trauer, die die Feierlichkeiten überschatte, und drückte den Angehörigen sein Beileid aus. Die für den Abend geplante Unabhängigkeitsfeier in Clifford Park wurde in eine Gedenkveranstaltung für die Opfer umgewandelt. Die Untersuchung der Absturzursache dauert an.
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Die Regierung der Bahamas setzt die Flüge von Flamingo Air aus und trauert um die Opfer, während die Identitäten der Opfer bis zur Benachrichtigung zurückgehalten werden.
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