
US-Senator Lindsey Graham gestorben: Trauer in Israel, Sorgen vor den Folgen in Washington
Der republikanische Senator und unnachgiebige Israel-Unterstützer Lindsey Graham erlag überraschend einem Herzstillstand – sein Tod kompliziert die knappe Mehrheit im Kongress und reißt eine Lücke in der Nahostpolitik.
Der republikanische US-Senator Lindsey Graham aus South Carolina ist am Samstag, dem 11. Juli, im Alter von 71 Jahren an den Folgen einer plötzlichen Erkrankung gestorben. Nach Angaben seines Büros erlitt er am Abend einen Herzstillstand, kurz nach seiner Rückkehr von einem Besuch in der Ukraine. Präsident Donald Trump würdigte ihn auf seiner Plattform Truth Social als „einen der größten Menschen und Senatoren, die ich je kannte“, und beklagte den Verlust eines „wahren amerikanischen Patrioten“. Aus Israel meldeten sich sogleich Spitzenpolitiker zu Wort: Ministerpräsident Benjamin Netanyahu erklärte, Graham habe verstanden, dass die Sicherheit Israels und Amerikas untrennbar sei; Staatspräsident Isaac Herzog nannte ihn ein „Leuchtfeuer moralischer Klarheit“. In israelischen Stellungnahmen erschien Graham als der zuverlässigste Fürsprecher im Kongress, der auch nach dem Hamas-Angriff vom Oktober 2023 uneingeschränkt zu militärischer Unterstützung für Israel stand.
Für Washington bedeutet der plötzliche Tod eine Verschärfung des politischen Kalküls. Der Senat verliert mit Graham nicht nur den Vorsitzenden des Haushaltsausschusses, sondern auch eine verlässliche konservative Stimme in Außen- und Verteidigungsfragen. Da die Republikaner bislang 53 der 100 Sitze hielten, schrumpft ihre effektive Mehrheit vorübergehend auf 52 Stimmen, was die Planbarkeit von Trumps Gesetzesvorhaben und die Bestätigung von Spitzenbeamten erschwert. Der Gouverneur von South Carolina wird einen Nachfolger ernennen, voraussichtlich einen Parteifreund, sodass der Sitz kaum langfristig in Gefahr ist. Doch Beobachtern in Washington zufolge ist Grahams individuelles Gewicht als informeller außenpolitischer Berater Trumps und als Brückenbauer zwischen Weißem Haus und Kapitol nicht kurzfristig zu ersetzen.
Regionalpolitisch ordnet sich Grahams Tod in eine Phase verschärfter Spannungen im Nahen Osten ein. Aus Teheraner und verbündeter Sicht galt der Senator als einer der treibenden Kräfte hinter einer konfrontativen Iran-Politik und als kompromissloser Befürworter militärischer Schläge. In arabischen Medien wie dem algerischen El Khabar wurde er als „einer der größten Unterstützer der Vernichtung in Gaza“ bezeichnet – eine Einschätzung, die von israelischer Seite kontrastiert wird durch die Einordnung, Graham habe „in den schwersten Stunden an der Seite Israels gestanden“. Sein Tod könnte, so die Analyse aus Kairoer und Ammaner Diplomatenkreisen, kurzfristig Bewegung in festgefahrene Fronten bringen, weil ein profilierter Scharfmacher im Kongress fehlt, der bis zuletzt mit Initiativen für eine bedingungslose Militärhilfe an Israel auf sich aufmerksam machte.
Grahams politische Biografie spiegelt die Entwicklung der republikanischen Außenpolitik wider: Einst ein scharfer Trump-Kritiker, wurde er zu dessen engstem senatorischen Verbündeten. Als erfahrener Jurist mit Karriereanfängen als Militärstaatsanwalt der US Air Force und langjähriger Freund des verstorbenen Senators John McCain galt er als verlässlicher Transatlantiker und Anhänger einer wertebasierten Interventionspolitik. Sein unerwarteter Tod zum jetzigen Zeitpunkt wirft für die Regierung in Kiew ebenso Fragen auf, hatte Graham doch erst vor wenigen Tagen Präsident Selenskyj besucht und weitere Unterstützung zugesichert. Mit der Ernennung eines Nachfolgers durch den republikanischen Gouverneur von South Carolina wird in den kommenden Wochen gerechnet; bis dahin wird der Senat die Vakanz in Kauf nehmen müssen.
| Israelische Presse | +0.70 | aligned |
|---|---|---|
| Arabische Levante-Maghreb-Presse | −0.80 | critical |
| Iranische & verwandte Presse | −0.30 | critical |
The Israeli press mourns the sudden loss of a steadfast ally, highlighting his unwavering support for Israel's security and his close friendship with Prime Minister Netanyahu. The coverage emphasizes the personal bond and the strategic importance of his advocacy in the U.S. Congress.
The Arab Levant and Maghreb press frames Graham as a key enabler of Israeli oppression and genocide in Gaza, with his death seen as the passing of a notorious figure. Articles highlight his vocal support for Israel and downplay any positive legacy, focusing instead on his role in perpetuating violence.
The Iranian press reports the death of Lindsey Graham with a tone of detached observation, noting the condolences from Trump and Netanyahu while implicitly criticizing his pro-Israel stance. The coverage is factual but framed within the context of Iran's adversarial relationship with the U.S. and Israel.
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