
Vance: Iran lässt IAEA-Inspektoren wieder ins Land – Teheran spricht von blossem Positionsaustausch
Während der US-Vizepräsident einen Durchbruch bei den Atomkontrollen verkündet, betont die iranische Seite, dass formelle Verhandlungen noch nicht begonnen haben.
US-Vizepräsident J.D. Vance hat am Montag nach der ersten Gesprächsrunde im schweizerischen Bürgenstock erklärt, Iran habe sich bereit erklärt, Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) wieder ins Land zu lassen. Die Gespräche über die Modalitäten könnten noch in dieser Woche beginnen. Vance bezeichnete dies als „wichtigen Meilenstein“ und ersten Schritt zur dauerhaften Beendigung des iranischen Atomwaffenprogramms. Eine Bestätigung aus Teheran blieb zunächst aus; der iranische Außenamtssprecher Esmaeil Baqaei stellte die Begegnung hingegen als blossen Austausch von Positionen dar und betonte, formelle Verhandlungen über ein Nuklearabkommen könnten erst nach Umsetzung des vorläufigen Memorandums beginnen.
Aus Washingtoner Sicht markiert die angebliche Zusage einen Durchbruch. Vance zufolge ist die Strasse von Hormus wieder geöffnet, die Öl- und Gaspreise seien gesunken. Zugleich hatte Präsident Donald Trump am Sonntag auf Truth Social mit massiven Angriffen gedroht, falls Iran seine „Stellvertreter“ nicht sofort zügele. Laut Teheraner Darstellung führte diese Drohung dazu, dass die iranische Delegation die Viererrunde verliess, der Austausch über die Vermittler Pakistan und Katar aber fortgesetzt wurde. Der iranische Aussenminister Abbas Araghchi warnte die amerikanische Seite vor „exzessiven und unvernünftigen“ Forderungen. Die Vermittlerstaaten teilten mit, beide Seiten hätten sich auf einen Fahrplan für ein endgültiges Abkommen binnen 60 Tagen sowie auf einen Konfliktmanagement-Mechanismus für die Waffenruhe im Libanon geeinigt. Technische Gespräche sollen die Woche über am selben Ort weitergehen.
Eine Rückkehr der IAEA-Inspektoren würde erstmals seit den israelisch-amerikanischen Angriffen im Juni 2025 eine Überprüfung der iranischen Uranbestände ermöglichen. Die Behörde schätzt, dass Iran über 440 Kilogramm auf 60 Prozent angereichertes Uran verfügt – nahe an der Waffentauglichkeit. Das vorläufige Abkommen sieht vor, dass Iran diese Bestände unter IAEA-Aufsicht verdünnt. Parallel hat das US-Finanzministerium Iran bis zum 21. August den Export von Rohöl und petrochemischen Produkten gestattet, was die wirtschaftlichen Spannungen mindern soll. In Deutschland fiel der Dieselpreis am Wochenende unter das Vorkriegsniveau, ein Indiz für die globale Entlastung durch die beruhigte Lage am Hormus.
Der Krieg war am 28. Februar mit amerikanisch-israelischen Angriffen auf iranische Atomanlagen ausgebrochen; Iran reagierte mit Raketenschlägen und der Blockade der Strasse von Hormus. Das vergangene Woche unterzeichnete Memorandum of Understanding setzte einen 60-tägigen Verhandlungsrahmen – eine knappe Frist, gemessen an den zwei Jahren, die das Abkommen von 2015 benötigte. Im Libanon, wo die Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah brüchig bleibt, sollen vom 23. bis 25. Juni in Washington bilaterale Gespräche zwischen Libanon und Israel stattfinden. IAEA-Chef Rafael Grossi traf am Sonntag in Bürgenstock den Schweizer Aussenminister Ignazio Cassis. Die technischen Gespräche zwischen den USA und Iran werden in den kommenden Tagen fortgesetzt; ein endgültiges Abkommen steht noch aus.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der US-Vizepräsident feiert die Zustimmung Irans zur Rückkehr der IAEA-Inspektoren als wichtigen Meilenstein und ersten Schritt zur dauerhaften Denuklearisierung, doch Teheran hat noch nicht bestätigt, und die Ankündigung wird als diplomatischer Erfolg der USA mit unterschwelliger Skepsis gegenüber den iranischen Absichten dargestellt.
Lateinamerikanische Medien berichten über die US-Behauptung, Iran habe IAEA-Inspektionen zugestimmt, als Schritt zur Beendigung des Nahostkriegs, heben die Wiedereröffnung der Straße von Hormus und fallende Ölpreise hervor und weisen darauf hin, dass Iran noch nicht bestätigt hat.
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