
Mexiko will Öllieferungen an Kuba über Privatfirmen wiederaufnehmen – Druck auf kanadische Bergbaukonzerne wächst
Präsidentin Sheinbaum kündigt einen kommerziellen Mechanismus unter Nutzung der neuen kubanischen Wirtschaftsreformen an und übermittelt Ottawa eine Liste von Umweltverstößen.
Die mexikanische Regierung strebt eine baldige Wiederaufnahme der Erdöllieferungen an Kuba an, jedoch nicht mehr über den Staatskonzern Pemex, sondern auf kommerziellem Weg durch private Unternehmen. Präsidentin Claudia Sheinbaum erklärte am Montag, man wolle die jüngst von Havanna verabschiedeten Wirtschaftsreformen nutzen, die private Investitionen erleichtern. Humanitäre Hilfe werde fortgesetzt. Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund der von Washington ausgesprochenen Drohung, jeden Staat mit Zöllen zu belegen, der Treibstoff an die Insel liefert. Nach der US-Offensive gegen Venezuela und der Festnahme von Nicolás Maduro im Januar waren die mexikanischen Lieferungen, die zuvor eine wichtige Stütze der kubanischen Energieversorgung bildeten, zum Erliegen gekommen. Seither erreichte nur ein russischer Tanker die Insel; Kuba produziert nach Regierungsangaben lediglich 40 Prozent seines Bedarfs, was zu langen Stromausfällen und Versorgungsengpässen führt.
Parallel dazu übermittelte die mexikanische Regierung Ottawa eine Liste von Umweltverstößen kanadischer Bergbaukonzerne. Sheinbaum berichtete, Umweltministerin Alicia Bárcena habe Premierminister Mark Carney Projekte mit ausstehenden Auflagen bei Sanierung, Folgenminderung und ökologischen Pflichten vorgelegt. Konkret verwies sie auf die von Equinox Gold betriebene Mine Los Filos im Bundesstaat Guerrero, wo Behörden nach Inspektionen Teilbereiche stilllegten. „Sie halten die Vorschriften in Kanada ein, in Mexiko aber oft nicht“, sagte Sheinbaum. Zu Vorwürfen, Bergbauunternehmen könnten mit organisierter Kriminalität verflochten sein, erklärte sie, es gebe keine gesicherten Erkenntnisse; das Sicherheitskabinett untersuche jedoch zwei in Medien erhobene Fälle.
Die beiden Vorstöße sind in die breitere Debatte über Rohstoffsouveränität und die anstehende Überprüfung des nordamerikanischen Handelsabkommens T-MEC eingebettet. Sheinbaum bekräftigte, Mexiko werde seine Erdöl- und Gasvorkommen nicht transnationalen Konzernen überlassen. Zugleich ließ sie mitteilen, eine Expertengruppe habe ihre Arbeit zur Bewertung unkonventioneller Gasförderung weitgehend abgeschlossen; eine erste Empfehlung werde demnächst vorgestellt. Aus Sicht von Umweltorganisationen bleibt die Fracking-Technologie umstritten; die Regierung betont, jede Entscheidung werde nach Konsultationen mit betroffenen Gemeinden getroffen.
Die angekündigte Wiederaufnahme der Öllieferungen an Kuba hängt nun von der konkreten Ausgestaltung der privaten Handelswege ab; ein Zeitpunkt wurde nicht genannt. Die Liste der Umweltbeanstandungen liegt bei der Regierung in Ottawa, eine Reaktion steht noch aus. Der Bericht der Wissenschaftlergruppe zum Fracking soll in den kommenden Tagen öffentlich präsentiert werden. In allen drei Dossiers bleibt die weitere Entwicklung vor dem Hintergrund der T-MEC-Gespräche und der angespannten Beziehungen zu Washington abzuwarten.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Mexiko verfolgt einen entschlossenen, aber pragmatischen Kurs: Es verlangt von kanadischen Bergbauunternehmen die Einhaltung von Umweltgesetzen und die Wiedergutmachung von Schäden und bemüht sich gleichzeitig, Öllieferungen nach Kuba über private Firmen als humanitäre Geste wieder aufzunehmen. Die Regierung betont ihr souveränes Recht, ausländische Rohstoffindustrien zu regulieren und einem Nachbarn in Not zu helfen – ungeachtet externen Drucks.
Mexikos Präsidentin kündigte Pläne an, Öllieferungen nach Kuba über kommerzielle und private Kanäle wieder aufzunehmen – ein Schritt, der die sich verschärfende Energiekrise der Insel lindern könnte. Der Bericht vermerkt den Wechsel von staatlichen zu privaten Liefermechanismen ohne redaktionellen Kommentar.
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