
Ehemaliger Aeroflot-Chef Polubojarinow in Moskau verhaftet – Vorwurf des Amtsmissbrauchs
Der frühere CEO der staatlichen Fluggesellschaft wurde am 19. Juni festgenommen; die Ermittlungen könnten mit seiner früheren Tätigkeit bei der Staatsbank VEB.RF zusammenhängen.
Das Tverskoi-Bezirksgericht in Moskau hat den ehemaligen Generaldirektor der staatlichen Fluggesellschaft Aeroflot, Michail Polubojarinow, am 19. Juni in Untersuchungshaft genommen. Ihm wird Amtsmissbrauch nach Teil 3 des Artikels 285 des russischen Strafgesetzbuchs vorgeworfen, worauf eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren steht. Die Entscheidung fiel laut übereinstimmenden Berichten russischer Medien bereits vor mehreren Tagen, wurde jedoch erst jetzt öffentlich. Polubojarinow, der zuletzt eine Führungsposition in der Staatsholding Rostec bekleidete, befindet sich seither in Haft; sein genauer Verfahrensstatus ist nicht offiziell mitgeteilt worden.
Aus Moskauer Ermittlerkreisen verlautete, der Fall stehe mutmaßlich im Zusammenhang mit Polubojarinows früherer Tätigkeit bei der staatlichen Entwicklungsbank VEB.RF, deren Vorstand er von 2012 bis 2020 angehörte. Konkret richte sich das Interesse der Strafverfolger auf Vorgänge aus dem Jahr 2016, als die Bank mit der Sanierung des angeschlagenen Swjas-Bank betraut war. Polubojarinow hatte damals den Vorsitz im Verwaltungsrat dieses Instituts inne. Bereits im Mai war der amtierende stellvertretende Vorsitzende von VEB.RF, Artjom Dowlatow, unter demselben Straftatbestand unter Hausarrest gestellt worden; auch dieses Verfahren wird mit der Bankensanierung von 2016 in Verbindung gebracht. Die Pressestelle von Rostec erklärte auf Anfrage lediglich, man könne den Vorgang nicht kommentieren.
Polubojarinow hatte die Leitung von Aeroflot im November 2020 übernommen und das Unternehmen im März 2022 verlassen – unmittelbar nachdem die Europäische Union personenbezogene Sanktionen gegen ihn verhängt hatte. Der damalige russische Verkehrsminister Witali Saweljew begründete den Abgang mit der Unfähigkeit des Managers, unter den „stressigen Bedingungen“ zu arbeiten. Im Jahr 2023 wechselte Polubojarinow zu Rostec, wo er nach Angaben der Wirtschaftszeitung RBK für die finanzielle Absicherung der gesamten Unternehmensgruppe zuständig war. Westliche Beobachter verweisen darauf, dass die Verhaftung in eine Reihe von Verfahren gegen ehemalige und aktive Führungskräfte staatlicher Konzerne fällt, die teils mit der Aufarbeitung früherer Finanzoperationen, teils mit der Neuordnung von Eliten unter den Bedingungen des Krieges und der Sanktionen in Verbindung gebracht werden.
Für deutsche und europäische Adressaten ist der Fall insofern von Belang, als Aeroflot vor den Sanktionen ein bedeutender Akteur im internationalen Luftverkehr war und die EU die Fluggesellschaft wie auch ihren damaligen Chef gezielt mit Strafmaßnahmen belegte. Die nun bekannt gewordene Inhaftierung Polubojarinows wirft ein Schlaglicht auf die internen Kontroll- und Säuberungsmechanismen innerhalb der russischen Staatskonzerne, deren finanzielle Stabilität auch für verbliebene Geschäftsbeziehungen mit westlichen Partnern von Bedeutung ist. Die genauen Vorwürfe sind bislang nicht veröffentlicht; das Dossier dürfte sich parallel zum Fall Dowlatow weiterentwickeln. Ein Termin für eine Hauptverhandlung steht noch nicht fest.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Der ehemalige Aeroflot-Chef Michail Polubojarinow wurde von einem Moskauer Gericht wegen Amtsmissbrauchs verhaftet. Die Ermittlungen gehen auf seine frühere Tätigkeit bei VEB.RF während der Bankenrettung 2016 zurück. Das Gericht ordnete Untersuchungshaft gemäß Artikel 285 Teil 3 des Strafgesetzbuchs an.
Der ehemalige Chef der russischen Fluggesellschaft Aeroflot wurde wegen Korruption festgenommen; der Fall steht Berichten zufolge im Zusammenhang mit einer staatlichen Bankenrettung von 2016. Er trat kurz nach seiner Sanktionierung durch die EU zurück, und die genauen Vorwürfe bleiben unklar, was Spekulationen über eine Säuberung oder interne Machtkämpfe nährt.
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