
Saudi-Arabien öffnet Immobilienmarkt für Ausländer – digitales Portal nimmt Anträge an
Das Königreich vollendet mit geografischen Zonen und Ausführungsbestimmungen die gesetzliche Grundlage für ausländischen Grunderwerb und schaltet das offizielle Antragsportal frei.
Die saudische Regierung hat am 23. Juni 2026 die geografischen Geltungsbereiche und die Ausführungsbestimmungen zum Gesetz über den Immobilienerwerb durch Nicht-Saudis verabschiedet. Damit ist die im Juli 2025 per königlichem Dekret eingeleitete und im Januar 2026 in Kraft getretene Neuordnung des ausländischen Eigentumsrechts vollständig umgesetzt. Zeitgleich hat die Immobilienaufsichtsbehörde REGA das Portal „Saudi Properties“ freigeschaltet, über das natürliche und juristische Personen aus dem Ausland nun elektronisch Anträge auf Eigentumserwerb stellen können. Der Schritt beendet eine jahrzehntelange Phase strikter Abschottung und stellt den saudischen Immobilienmarkt auf eine regulierte, aber gezielt geöffnete Grundlage.
Das neue Regime erlaubt Eigentum in zuvor vom Kabinett festgelegten geografischen Zonen, die Großstädte wie Riad, Dschidda und weitere Gouvernements umfassen. Für die heiligen Städte Mekka und Medina gilt eine Sonderregelung: Eigentum ist dort ausschließlich muslimischen natürlichen Personen sowie saudischen Gesellschaften mit ausländischer Beteiligung vorbehalten. Nicht-muslimische Ausländer bleiben in diesen beiden Städten vollständig ausgeschlossen. Auf alle Transaktionen wird neben der üblichen Grunderwerbsteuer von fünf Prozent eine zusätzliche Abgabe der REGA von bis zu fünf Prozent erhoben. Verstöße und Umgehungshandlungen können mit Geldbußen von bis zu zehn Millionen Riyal – rund 2,7 Millionen US-Dollar – sowie der Zwangsversteigerung der Immobilie geahndet werden.
Die Öffnung des Immobilienmarktes ist Teil der wirtschaftspolitischen Agenda „Vision 2030“, die auf eine Diversifizierung jenseits des Ölsektors und die Anziehung ausländischer Direktinvestitionen zielt. Parallel dazu verdichten sich die Anzeichen einer wachsenden Nachfrage nach gehobenen Wohn- und Hotelangeboten. So hat die britische Cheval Collection den Abschluss der Konzeptphase für ein Serviced-Apartment-Haus mit 134 Einheiten in Riad vermeldet, während der lokale Entwickler Blacksand mit Marriott International einen Rahmenvertrag über zehn Hotels mit mehr als 1.300 Zimmern unterzeichnete – darunter Marken wie St. Regis, Autograph Collection und Residence Inn. Beide Vorhaben unterstreichen die Erwartung, dass Geschäftsreisen, Umsiedlungen und mehrgenerationale Aufenthalte die Nachfrage nach flexiblen, hotelnahen Wohnformen antreiben werden.
Über den Immobiliensektor hinaus setzt Riad auf technologische und geopolitische Partnerschaften. Das Kabinett billigte ein gemeinsames Satellitenprojekt mit Ägypten – das erste dieser Art zwischen beiden Ländern – und genehmigte Abkommen zur Arbeitskräftekooperation mit Nepal und Nigeria, ein Energie-Memorandum mit Deutschland sowie ein Luftverkehrsabkommen mit Pakistan. Zudem intensiviert der Saudi Fund for Development die Gespräche mit Guatemala über Infrastruktur-, Agrar- und Solarenergieprojekte. Aus Sicht europäischer Beobachter fügen sich diese Schritte in eine Strategie, die das Königreich als Knotenpunkt für Kapital, Technologie und Fachkräfte positionieren soll.
Die nächsten konkreten Meilensteine sind die ersten Eigentumsregistrierungen über das Portal sowie der Baubeginn der Hotelprojekte, der für das erste Quartal 2027 angekündigt ist. Die Umsetzung des Immobiliengesetzes wird zeigen, in welchem Umfang internationale Investoren die neuen Spielräume nutzen und wie sich das Zusammenspiel von Regulierung, Gebühren und religiös begründeten Ausschlusszonen auf die Marktentwicklung auswirkt.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die Golfpresse feiert die Öffnung als triumphierenden Meilenstein des saudischen Wirtschaftsumbaus, der ausländisches Kapital und Know-how in den Immobiliensektor lenkt. Bereits begonnene Großprojekte im Gastgewerbe belegen das Vertrauen der Investoren und den Aufstieg des Königreichs zu einem globalen Luxus- und Geschäftsziel.
Lateinamerikanische Medien sehen Saudi-Arabien als globalen Partner, der Kapital und Spitzentechnologie in der Region einsetzt. Das Abkommen mit Guatemala wird als Kooperationsmodell dargestellt, das ein Land zur Weltmacht machen und eine neue Ära bilateraler Chancen einleiten kann.
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