
SpaceX-Aktie fällt erstmals unter Eröffnungskurs – 600 Milliarden Dollar Börsenwert vernichtet
Nach einem dreitägigen Kursrutsch notierte das Papier am Dienstag kurzzeitig unter 150 Dollar, erholte sich aber leicht; der Börsenwert schrumpfte von 2,9 auf rund 2 Billionen Dollar.
Die Aktie des von Elon Musk geführten Raumfahrt- und KI-Konzerns SpaceX ist am Dienstag im frühen Handel erstmals unter ihren Eröffnungskurs von 150 Dollar gefallen. Mit einem Tagestief von 149 Dollar notierte das Papier kurzzeitig im Minus, erholte sich jedoch im Verlauf und schloss bei rund 156 Dollar. Die dreitägige Verlustserie zuvor hatte mehr als 600 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung ausgelöscht; vom Höchststand am 16. Juni bei 225,64 Dollar und einer Bewertung von knapp 2,9 Billionen Dollar fiel das Unternehmen auf rund 2 Billionen Dollar zurück.
Auslöser der Korrektur waren Gewinnmitnahmen nach der kräftigen Rally der ersten Handelstage. Der Börsengang am 12. Juni, der mit über 75 Milliarden Dollar als einer der größten der Geschichte gilt, hatte eine spekulative Dynamik entfacht, die durch den geringen Streubesitz – nur 4,2 Prozent der Aktien waren frei handelbar – zusätzlich verstärkt wurde. Nach einem Anstieg von mehr als 50 Prozent innerhalb von vier Tagen setzten Anleger zum Verkauf an. Hinzu kamen konkrete Unternehmensankündigungen: SpaceX plant eine erste Investment-Grade-Anleihe über mindestens 20 Milliarden Dollar und hat einen milliardenschweren Vertrag zur Bereitstellung von Rechenleistung für das KI-Start-up Reflection AI geschlossen. Diese Schritte nährten an der Wall Street Sorgen vor einer aggressiven Fremdkapitalaufnahme und einer zu starken Fokussierung auf das KI-Geschäft.
Die Kursbewegungen trafen auch das Vermögen von Elon Musk, das laut Forbes-Schätzungen zeitweise um 41,7 Milliarden Dollar schrumpfte. SpaceX rutschte in der Rangliste der weltweit wertvollsten Unternehmen vom vierten auf den siebten Platz ab. Privatanleger, die in den ersten Tagen netto 405 Millionen Dollar in die Aktie investiert hatten, wurden von der abrupten Kehrtwende überrascht. Marktbeobachter in den USA verwiesen zudem auf strukturelle Risiken: Morningstar kritisierte die 60 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Cursor in einem reinen Aktientausch, und der Indexanbieter MSCI stufte SpaceX mit der niedrigsten Nachhaltigkeitsnote CCC ein, da das Unternehmen bei Umwelt-, Sozial- und Governance-Risiken hinter der Branche zurückbleibe. Auch die konzentrierte Stimmrechtsmacht von Musk, die Aktionären faktisch jeden Einfluss nehme, wurde von Juristen als Problem benannt.
Die Stabilisierung am Dienstag fiel in ein weltweit schwaches Technologieumfeld. Der Nasdaq-Index gab um 1,3 Prozent nach, belastet von Kursverlusten bei Micron, Tesla und Nvidia. Analysten der Bank JPMorgan sprachen von einer «Angst» vor dem Micron-Quartalsbericht am Mittwoch, der als Gradmesser für die KI-Nachfrage gilt. Für SpaceX bleibt die geringe Free-Float-Quote ein Treiber hoher Volatilität. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Erholung trägt; die geplante Anleiheemission und der Micron-Bericht gelten als nächste Belastungsproben für den Sektor.
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Die SpaceX-Aktie erlebte nach dem Rekord-Börsengang einen scharfen Rücksetzer, fiel kurz unter den Ausgabepreis von 150 Dollar und machte frühe Gewinne zunichte. Der dreitägige Ausverkauf löschte 600 Milliarden Dollar an Marktwert aus, doch der Kurs stabilisierte sich später über dem Angebotspreis. Im Mittelpunkt steht eine normale Korrektur nach der IPO-Euphorie, nicht Alarm.
Der Absturz der SpaceX-Aktie ließ innerhalb weniger Tage 600 Milliarden Dollar verdampfen und schürt die Angst, dass die KI-Blase platzt. Elon Musk verlor auf dem Papier 300 Milliarden, bleibt aber der reichste Mensch der Welt. Experten mahnen Kleinanleger zur Vorsicht vor der Hype, während steigende Zinsen und Zweifel an himmelhohen Tech-Bewertungen den Sektor erschüttern.
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