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Energie & KlimaMontag, 22. Juni 2026

Kernkraft-Rückkehr in Italien und Kanada – Deutschland hadert mit Reformversprechen

Italien verabschiedet ein Gesetz für neue Kernkraftwerke, Kanada plant bis zu zehn Reaktoren – in Deutschland stößt die Koalition mit ihren Reformankündigungen auf breite Skepsis.

Die italienische Abgeordnetenkammer hat am 4. Juni ein Gesetz zum „nucleare sostenibile“ verabschiedet und damit den Weg für neue Kernkraftwerke geebnet. Die Regierung in Rom strebt an, innerhalb von zehn Jahren erste Reaktoren zu errichten, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und die EU-Klimaziele zu erreichen. Zeitgleich legte die kanadische Bundesregierung eine Nuklearstrategie vor, die den Bau von bis zu zehn großen Reaktoren bis 2050 vorsieht – zwei davon bereits bis 2035. Beide Länder begründen den Schritt mit der Notwendigkeit einer stabilen, emissionsarmen Grundlaststromerzeugung angesichts eines stark steigenden Elektrizitätsbedarfs.

In Italien definiert das Gesetz die Handlungsfelder für künftige Regierungsdekrete: von Bau- und Betriebsgenehmigungen über die Wasserstoffproduktion mittels Kernenergie bis zur Entsorgung abgebrannter Brennelemente. Kanada wiederum will seine CANDU-Reaktortechnologie modernisieren, die Uranexporte bis 2040 verdoppeln und die Genehmigungsverfahren unter der Aufsicht der nuklearen Sicherheitskommission straffen. Aus Ottawa heißt es, die Strategie solle eine „globale nukleare Renaissance“ nutzen; die Beschäftigung in der Branche könne sich auf 180.000 Arbeitsplätze verdoppeln. Die Kosten für den Reaktorbau werden auf über 100 Milliarden kanadische Dollar geschätzt, die Finanzierung bleibt jedoch offen.

In Rom formiert sich Widerstand: Gegner verweisen auf lange Bauzeiten, hohe Kosten, Sicherheitsrisiken in einem dicht besiedelten Land und das Fehlen eines nationalen Endlagers. Befürworter halten dagegen, dass moderne Reaktoren und Small Modular Reactors (SMR) mit passiven Sicherheitssystemen das Unfallrisiko minimierten. In Kanada äußerte der konservative Oppositionsführer Pierre Poilievre Zweifel an der Umsetzbarkeit: „Eine Ankündigung allein baut noch nichts.“ Währenddessen offenbart sich in Deutschland ein grundsätzliches Glaubwürdigkeitsproblem politischer Reformversprechen. Wie die „Neue Zürcher Zeitung“ berichtet, erwarten 85 Prozent der Deutschen von der schwarz-roten Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz nichts. Der Begriff „Reform“ sei von einer Verheißung zu einer Drohung geworden, die Skepsis gegenüber großen Ankündigungen in der Energie- und Sozialpolitik sitze tief.

Die nächsten Schritte sind in beiden Ländern konkret: Italien muss die Durchführungsdekrete ausarbeiten und die Frage des Endlagers klären. Kanada will bis April 2027 eine neue Finanzierungspolitik vorlegen und die Projektprüfungen beschleunigen. Für Deutschland bleibt abzuwarten, ob die Koalition über die als phrasenhaft kritisierte Reformrhetorik hinaus zu belastbaren Maßnahmen findet – nicht nur in der Energiepolitik, sondern auch bei Rente, Pflege und Steuern.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 4 Sprachen

57%
TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Atlantische / angloamerikanische PresseKontinentaleuropäische Presse
Atlantische / angloamerikanische Presse/ Wirtschaftlich
PragmatismusDringlichkeit

Kanada setzt auf Kernkraft als Motor für Wirtschaftswachstum und Energiesicherheit und plant bis 2050 bis zu zehn neue Reaktoren. Die Bundesstrategie spricht von einer globalen nuklearen Renaissance, mit dem Ziel, die Stromproduktion zu verdoppeln und Exportchancen zu nutzen.

Kontinentaleuropäische Presse/ Mediterran
DringlichkeitAlarm

Italien läuft die Zeit davon, um die Kernkraft in seinen Energiemix zurückzubringen, mit dem Ziel erster Kraftwerke innerhalb eines Jahrzehnts. Der neue Rechtsrahmen wird als vernünftige Wahl dargestellt, um nahezu emissionsfreien Strom, Netzstabilität und Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und deren geopolitischer Erpressung zu gewährleisten.

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Montag, 22. Juni 2026

Kernkraft-Rückkehr in Italien und Kanada – Deutschland hadert mit Reformversprechen

Italien verabschiedet ein Gesetz für neue Kernkraftwerke, Kanada plant bis zu zehn Reaktoren – in Deutschland stößt die Koalition mit ihren Reformankündigungen auf breite Skepsis.

Die italienische Abgeordnetenkammer hat am 4. Juni ein Gesetz zum „nucleare sostenibile“ verabschiedet und damit den Weg für neue Kernkraftwerke geebnet. Die Regierung in Rom strebt an, innerhalb von zehn Jahren erste Reaktoren zu errichten, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und die EU-Klimaziele zu erreichen. Zeitgleich legte die kanadische Bundesregierung eine Nuklearstrategie vor, die den Bau von bis zu zehn großen Reaktoren bis 2050 vorsieht – zwei davon bereits bis 2035. Beide Länder begründen den Schritt mit der Notwendigkeit einer stabilen, emissionsarmen Grundlaststromerzeugung angesichts eines stark steigenden Elektrizitätsbedarfs.

In Italien definiert das Gesetz die Handlungsfelder für künftige Regierungsdekrete: von Bau- und Betriebsgenehmigungen über die Wasserstoffproduktion mittels Kernenergie bis zur Entsorgung abgebrannter Brennelemente. Kanada wiederum will seine CANDU-Reaktortechnologie modernisieren, die Uranexporte bis 2040 verdoppeln und die Genehmigungsverfahren unter der Aufsicht der nuklearen Sicherheitskommission straffen. Aus Ottawa heißt es, die Strategie solle eine „globale nukleare Renaissance“ nutzen; die Beschäftigung in der Branche könne sich auf 180.000 Arbeitsplätze verdoppeln. Die Kosten für den Reaktorbau werden auf über 100 Milliarden kanadische Dollar geschätzt, die Finanzierung bleibt jedoch offen.

In Rom formiert sich Widerstand: Gegner verweisen auf lange Bauzeiten, hohe Kosten, Sicherheitsrisiken in einem dicht besiedelten Land und das Fehlen eines nationalen Endlagers. Befürworter halten dagegen, dass moderne Reaktoren und Small Modular Reactors (SMR) mit passiven Sicherheitssystemen das Unfallrisiko minimierten. In Kanada äußerte der konservative Oppositionsführer Pierre Poilievre Zweifel an der Umsetzbarkeit: „Eine Ankündigung allein baut noch nichts.“ Währenddessen offenbart sich in Deutschland ein grundsätzliches Glaubwürdigkeitsproblem politischer Reformversprechen. Wie die „Neue Zürcher Zeitung“ berichtet, erwarten 85 Prozent der Deutschen von der schwarz-roten Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz nichts. Der Begriff „Reform“ sei von einer Verheißung zu einer Drohung geworden, die Skepsis gegenüber großen Ankündigungen in der Energie- und Sozialpolitik sitze tief.

Die nächsten Schritte sind in beiden Ländern konkret: Italien muss die Durchführungsdekrete ausarbeiten und die Frage des Endlagers klären. Kanada will bis April 2027 eine neue Finanzierungspolitik vorlegen und die Projektprüfungen beschleunigen. Für Deutschland bleibt abzuwarten, ob die Koalition über die als phrasenhaft kritisierte Reformrhetorik hinaus zu belastbaren Maßnahmen findet – nicht nur in der Energiepolitik, sondern auch bei Rente, Pflege und Steuern.

Divergenz der Quellen

Energie & Klima · 4 Quellen · 4 Sprachen

57%Hoch

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Wie sie sich aufteilen

Gunstig56%
Neutral11%
Kritisch33%

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

2 Mediengruppen · 4 Sprachen

TonTemperaturFokusPositionierungHorizont
Atlantische / angloamerikanische PresseKontinentaleuropäische Presse
Atlantische / angloamerikanische Presse/ Wirtschaftlich
PragmatismusDringlichkeit

Kanada setzt auf Kernkraft als Motor für Wirtschaftswachstum und Energiesicherheit und plant bis 2050 bis zu zehn neue Reaktoren. Die Bundesstrategie spricht von einer globalen nuklearen Renaissance, mit dem Ziel, die Stromproduktion zu verdoppeln und Exportchancen zu nutzen.

Kontinentaleuropäische Presse/ Mediterran
DringlichkeitAlarm

Italien läuft die Zeit davon, um die Kernkraft in seinen Energiemix zurückzubringen, mit dem Ziel erster Kraftwerke innerhalb eines Jahrzehnts. Der neue Rechtsrahmen wird als vernünftige Wahl dargestellt, um nahezu emissionsfreien Strom, Netzstabilität und Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und deren geopolitischer Erpressung zu gewährleisten.

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