
Amazon stößt Altman-Film ab, während Google bei A24 einsteigt
Die Tech-Konzerne Amazon und Google setzen gegensätzliche Akzente im Spannungsfeld zwischen Hollywood und KI – mit Folgen für ein brisantes Biopic und die Debatte um generative Technologien.
Die Verteilung eines Spielfilms über den OpenAI-Mitgründer Sam Altman ist ins Stocken geraten, nachdem Amazon überraschend von dem Projekt zurückgetreten ist. Das Biopic mit dem Titel „Artificial“ unter der Regie von Luca Guadagnino galt in Branchenkreisen als potenziell unvorteilhaft für Altman; es schildert die Führungskrise bei OpenAI im November 2023, bei der Mitgründer Ilja Sutskever als Held der Erzählung gezeichnet wird. Amazon, dessen Eigentümer Jeff Bezos persönlich mit Altman bekannt ist und dessen Konzern milliardenschwere Cloud- und Investitionsvereinbarungen mit OpenAI geschlossen hat, erklärte, der Film sei „besser bei einem anderen Studio aufgehoben“. Auch Netflix und Focus Features haben das Projekt laut Puck abgelehnt, womit die Suche nach einem Verleih neu beginnt.
Parallel dazu hat Google über seine KI-Tochter DeepMind eine strategische Partnerschaft mit dem renommierten Independent-Studio A24 bekanntgegeben. Der Technologiekonzern investiert rund 75 Millionen Dollar und erhält im Gegenzug Zugang zu den kreativen Prozessen des Studios, um gemeinsam Werkzeuge für Filmproduktion und -vertrieb zu entwickeln – ausdrücklich nicht, um eigene Modelle mit A24-Inhalten zu trainieren. A24, bekannt für Filme wie „Everything Everywhere All At Once“ und das virale Horror-Phänomen „Backrooms“, betreibt bereits ein internes KI-Forschungsteam. Die Vereinbarung sieht vor, dass Filmschaffende des Studios, darunter namhafte Regisseure, die neuen Technologien testen und mitgestalten.
Die Ankündigung hat in der Filmwelt heftige Kritik ausgelöst. Regisseure und Schauspieler wie Justine Bateman warfen A24 vor, den Ruf des Studios als Hort künstlerischer Integrität zu beschädigen. In sozialen Netzwerken wurde auf den Widerspruch hingewiesen, dass A24 mit „Backrooms“ gerade einen Film vertreibt, dessen Macher sich explizit gegen generative KI positioniert haben. Aus Hollywood-Kreisen verlautet, die Sorge vor Kontrollverlust und der Aushöhlung kreativer Berufe treibe den Widerstand an. Zugleich betont Google DeepMind, die Zusammenarbeit solle Künstler befähigen, nicht ersetzen, und verweist auf ähnliche Projekte mit Darren Aronofskys Produktionsfirma.
Für das Altman-Biopic rückt A24 nun in eine doppelte Rolle: Das Studio gilt als einer der verbliebenen Kandidaten für den Verleih, nachdem Führungskräfte den Film bereits gesichtet haben. Ob A24 das Risiko eingeht, einen der mächtigsten Akteure der Tech-Branche zu verprellen, ist offen. Die nächste greifbare Etappe ist die Entscheidung eines Distributors, die über eine breite Kinoauswertung, einen limitierten Start oder eine reine Streaming-Veröffentlichung bestimmen wird. Gleichzeitig wird die konkrete Ausgestaltung der Google-A24-Werkzeuge beobachtet – ein Feld, auf dem sich die Debatte über KI im Film von abstrakten Befürchtungen zu angewandten Ergebnissen verschiebt.
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Die Vereinbarung zwischen Google und A24 hat bei Filmemachern und Fans scharfe Kritik ausgelöst; sie wird als 'enttäuschend' bezeichnet und man befürchtet, dass der Einzug von KI ins Kino die künstlerische Integrität untergräbt. Die Investition von 75 Millionen Dollar gilt als Schritt zur Kommerzialisierung von Technologien, die kreative Arbeit bedrohen könnten.
Google DeepMind und das Studio A24 haben eine Forschungspartnerschaft angekündigt, die Künstlern helfen soll, neue Arbeitsabläufe und Techniken zu entwickeln. Die als tiefgehende Zusammenarbeit über mehrere Projekte beschriebene Vereinbarung sieht keine Nutzung von A24-Inhalten für das Modelltraining vor.
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