
Madonna und das gescheiterte Biopic: „Vielleicht glaubten sie einfach nicht an mich“
Nach jahrelangen Verhandlungen mit Universal Pictures scheiterte der Film am Budget; nun erscheint ein neues Album – und ein Video, in dem die Geister des Projekts kurz aufblitzen.
Es war ein Satz, der die ganze Misere zusammenfasste. „Wir glauben nicht, dass Sie länger als vier Tage in Serbien bleiben würden“, soll ein Vertreter von Universal Pictures zu Madonna gesagt haben, als sie vorschlug, das Biopic über ihr Leben kostengünstiger in Belgrad zu drehen. Die Sängerin, die zwei Jahre am Drehbuch gearbeitet und zwei weitere mit der Budgetierung verbracht hatte, konterte trocken: „Haben Sie das Drehbuch gelesen?“ Es war der Moment, in dem ein jahrelanges Ringen um die Verfilmung ihrer „außergewöhnlichen Lebensgeschichte“ endgültig zerbrach.
Das Projekt, das 2021 nach einem Bieterwettstreit an Universal ging, sollte Madonnas Weg von der Kindheit in Michigan über den künstlerischen Durchbruch im New York der Achtzigerjahre bis zum Album „Ray of Light“ von 1998 nachzeichnen. Die Pop-Ikone selbst führte Regie und schrieb gemeinsam mit Diablo Cody und Erin Cressida Wilson am Skript; für die Hauptrolle war Julia Garner vorgesehen. Doch die Vorstellungen vom nötigen Budget klafften auseinander. Aus Sicht des Studios war der von Madonna geforderte Rahmen nicht zu rechtfertigen, während die Künstlerin darauf beharrte, dass nur ein großer Etat ihrem „intensiven Leben“ gerecht werden könne. Der Vorschlag, die Kosten durch eine Produktion in Serbien zu senken, stieß auf Skepsis – und auf jenen Satz, der das gegenseitige Misstrauen offenlegte.
Nach dem Scheitern bei Universal trat Netflix an Madonna heran, um aus dem Stoff eine biografische Serie zu entwickeln. Doch der Übergang erwies sich als kompliziert: Das bestehende Drehbuch gehörte dem Studio und hätte zu einem, wie Madonna sagte, „wucherischen Preis“ zurückgekauft werden müssen – obwohl sie es selbst verfasst hatte. Ein neuer Anlauf mit anderen Autoren und der Suche nach einem Showrunner zog sich über acht, neun Monate hin, ohne dass die richtige kreative Konstellation gefunden wurde. Auch dieses Vorhaben versandete. „Gut, dass ich noch einen anderen Beruf habe“, kommentierte die 67-Jährige lakonisch, „ich muss arbeiten, erschaffen, das tun, wofür ich auf die Welt gekommen bin.“
So verlagerte sich die Energie zurück zur Musik. Am 3. Juli erscheint „Confessions on a Dance Floor: Part II“, eine Fortsetzung ihres Dance-Albums von 2005. Die erste Auskopplung, „Bring Your Love“, entstand gemeinsam mit Sabrina Carpenter; das Video, inszeniert vom Kollektiv Torso, zeigt die beiden in einer Diskothek, umgeben von Tänzern und einer langen, ins Licht führenden Bahn. In einer der letzten Einstellungen taucht Julia Garner auf – in einem Achtzigerjahre-Look, als flüchtige Erscheinung jenes Films, der nie gedreht wurde. Es ist ein Bild, das die verschlungenen Wege der Pop-Mythologie wie in einem Spiegelkabinett einfängt: Die Darstellerin, die Madonna hätte verkörpern sollen, wird zur Statistin in einem Musikvideo, das seinerseits eine Biografie in Tanz übersetzt.
Madonna selbst beschrieb den Impuls für das Album als Reaktion auf eine Welt, die „in einer schwierigen Phase“ stecke und „tanzen müsse“. Nach familiären Verlusten und dem Limbo der gescheiterten Filmprojekte fand sie im Londoner Studio von Stuart Price jene Chemie wieder, die schon „Confessions on a Dance Floor“ getragen hatte. Was als filmische Selbstbefragung begonnen hatte, mündete in eine Choreografie des Überlebens – nicht auf der Leinwand, sondern auf dem Dancefloor, wo die Vergangenheit als Basslinie weiterpocht.
Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.
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Die Pop-Ikone hat den Vorschlag ihrer Tochter, gemeinsam ein Lied zur Versöhnung zu schreiben, als kreativen Wendepunkt genutzt. Aus der familiären Geste entwickelte sich ein ganzes Album, das eine persönlichere und heilende Phase ihrer Karriere einläutet.
Das geplante Biopic scheiterte an Budgetstreitigkeiten mit dem Studio. Die Sängerin sprach von einer lähmenden Schwebe, nachdem das Projekt trotz jahrelanger Drehbucharbeit und Besetzung eingestellt wurde. Der Fall zeigt, wie schwer es ist, ein außergewöhnliches Leben unter Studiobedingungen zu verfilmen.
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