
Trump attackiert Nato-Partner: «Sie waren nicht für uns da»
Wenige Tage vor dem Gipfel in Ankara verschärft der US-Präsident seine Kritik an den Verteidigungsausgaben der Verbündeten und verweist auf den Iran-Krieg.
Wenige Tage vor dem Nato-Gipfel in Ankara hat US-Präsident Donald Trump die Unterstützung der Vereinigten Staaten für das Bündnis als «lächerlich» bezeichnet und den Verbündeten mangelnde Gegenseitigkeit vorgeworfen. In Beiträgen auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump, die Beziehung zur Nato sei «einseitig» und «nicht reziprok», und fügte hinzu: «Sie waren nicht für uns da!!!» Ein veröffentlichtes Diagramm bezifferte die US-Verteidigungsausgaben auf 999 Milliarden Dollar, während das Vereinigte Königreich mit 90,5 Milliarden, Frankreich mit 66,5 Milliarden, Italien mit 48,8 Milliarden und Polen mit 44,3 Milliarden Dollar folgten. Die Ausgaben Deutschlands bezeichnete Trump als «viel niedriger» und «lächerlich». Der Gipfel in der türkischen Hauptstadt am 7. und 8. Juli wird damit zum Schauplatz einer zugespitzten transatlantischen Belastungsprobe.
Aus Washingtoner Sicht ist die Kritik Teil einer grundsätzlichen Neuausrichtung der Lastenteilung. Die Regierung Trump verlangt, dass Europa die Hauptverantwortung für die eigene Verteidigung übernimmt, und hat bereits mit der Reduzierung von Verpflichtungen begonnen. Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigte eine bis zu sechsmonatige Überprüfung der US-Truppenpräsenz in Europa an; laut dem «Wall Street Journal» hatte Hegseth ursprünglich weitreichende Kürzungen verkünden wollen, wurde jedoch von Außenminister Marco Rubio gebremst. Als zentraler Auslöser der Verstimmung gilt der Iran-Krieg, in dessen Verlauf mehrere europäische Verbündete die Nutzung von Stützpunkten für US-Offensivoperationen einschränkten. Trump nannte die Nato daraufhin einen «Papiertiger», Hegseth sprach von einem «beschämenden» Verhalten, das amerikanische Soldaten gefährdet habe.
In Berlin wies Bundeskanzler Friedrich Merz die Vorwürfe zurück. Deutschland verdoppele seinen Verteidigungshaushalt innerhalb von vier Jahren und habe keinen Grund, sich vor irgendjemandem zu verstecken. Merz kündigte an, das auf dem Haager Gipfel vereinbarte Ziel von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Kernverteidigungsausgaben bereits 2029 zu erreichen – sechs Jahre früher als vorgesehen. Zugleich verwies er auf die Verantwortung Deutschlands als grösster EU-Mitgliedstaat. Nato-Daten zufolge stiegen die Verteidigungsausgaben der europäischen Verbündeten und Kanadas im Jahr 2025 inflationsbereinigt um 19,6 Prozent auf 574 Milliarden Dollar. Unter dem Druck Trumps hatten die Staats- und Regierungschefs im vergangenen Jahr beschlossen, die Verteidigungsausgaben bis 2035 auf fünf Prozent des BIP anzuheben.
Nato-Generalsekretär Mark Rutte hatte bei einem Besuch im Weissen Haus versucht, die Wogen zu glätten, und Trump Schaubilder über gestiegene Ausgaben der Verbündeten vorgelegt. Er räumte Enttäuschungen über einzelne Mitglieder ein, bezeichnete diese jedoch als Einzelfälle. In der Allianz wächst dennoch die Sorge, dass die Überprüfung der US-Truppenpräsenz zu einem dauerhaften Abzug führen und die Sicherheitsarchitektur Europas grundlegend verändern könnte. Der Gipfel in Ankara wird zeigen, ob die 32 Mitgliedstaaten eine gemeinsame Linie finden oder die von Trump forcierte Neuvermessung des Bündnisses die Gräben weiter vertieft.
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Wenige Tage vor dem Gipfel in Ankara greift Trump die NATO scharf an und nennt das einseitige Engagement der USA lächerlich. Hinter den Kulissen berichten Quellen von Machtkämpfen in der US-Regierung, wobei der Verteidigungsminister auf weitere Truppenkürzungen in Europa drängt, aber vom Außenminister gestoppt wird. Der Vorfall verstärkt in europäischen Hauptstädten die Alarmstimmung über die Zukunft des transatlantischen Bündnisses.
Präsident Trump hat erneut die NATO-Verbündeten attackiert, nannte das derzeitige US-Unterstützungsniveau 'lächerlich' und forderte mehr Gegenseitigkeit. Seine Äußerungen, die ohne Konsultation der Partner erfolgten, kommen kurz vor dem Ankara-Gipfel und unterstreichen seinen langjährigen Frust über die europäischen Verteidigungsausgaben. Der Ton ist von mäßiger Sorge um den Zusammenhalt des Bündnisses geprägt, jedoch ohne Alarmismus.
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