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Geopolitik & PolitikFreitag, 3. Juli 2026

Nato-Gipfel in Ankara: Bekenntnis zur Beistandspflicht und neue Ukraine-Hilfen

Die 32 Mitgliedstaaten wollen in der kommenden Woche die transatlantischen Spannungen überwinden und ein Zeichen der Geschlossenheit setzen.

Die Staats- und Regierungschefs der Nato werden auf ihrem Gipfel am 7. und 8. Juli in Ankara ein „unerschütterliches Bekenntnis“ zur kollektiven Verteidigung nach Artikel 5 des Washingtoner Vertrags bekräftigen. Dies geht aus einem Entwurf der Abschlusserklärung hervor, den die Botschafter der Mitgliedstaaten am Freitag gebilligt haben und der noch der endgültigen Zustimmung der Gipfelteilnehmer bedarf. Darin verpflichten sich die Verbündeten zudem, der Ukraine im Jahr 2026 Militärhilfen in Höhe von 70 Milliarden Euro bereitzustellen und 2027 mindestens ein gleichwertiges Unterstützungsniveau aufrechtzuerhalten. Es ist das erste Gipfeltreffen des Bündnisses seit dem Krieg der USA und Israels gegen Iran sowie dem Streit um Grönland, die das transatlantische Verhältnis in den vergangenen Monaten schwer belastet haben.

Aus Washingtoner Sicht hat Präsident Donald Trump die Allianz wiederholt als „Papiertiger“ bezeichnet und die einseitige Lastenverteilung kritisiert. Noch am Donnerstag beklagte er auf seiner Plattform Truth Social, die Vereinigten Staaten gäben Geld für den Schutz der Nato-Mitglieder aus, „ohne irgendeinen Nutzen daraus zu ziehen“. Dass der von allen 32 Botschaftern – einschließlich des amerikanischen Vertreters – gebilligte Text nun eine klare Bekräftigung der Beistandspflicht enthält, werten europäische Diplomaten als Signal, dass Trump seine Rückzugsdrohungen zumindest vorerst zurückstellt. Nato-Generalsekretär Mark Rutte betonte in Berlin, der Gipfel werde zeigen, wie die europäischen Verbündeten und Kanada ihre Verteidigungsausgaben steigern und mehr Verantwortung für die konventionelle Verteidigung Europas übernehmen. Nach Bündnisangaben gaben die europäischen Mitglieder und Kanada 2025 real 90 Milliarden Dollar mehr für Verteidigung aus als im Vorjahr, womit die Gesamtsumme auf über 570 Milliarden Dollar stieg.

Die Erklärung greift auch die Spannungen mit Iran auf. Die Verbündeten werden Teheran auffordern, die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus vollständig zu respektieren, und bekräftigen, dass Iran niemals in den Besitz von Atomwaffen gelangen dürfe. Der Krieg gegen Iran hatte persönliche Beziehungen zwischen Trump und europäischen Regierungschefs wie der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni oder dem scheidenden britischen Premier Keir Starmer beschädigt, nachdem mehrere Verbündete den USA die Nutzung von Luftraum und Stützpunkten verweigert hatten. Der amerikanische Nato-Botschafter Matthew Whitaker erklärte jedoch, diese Spannungen seien überwunden und die Allianz gehe geschlossener in das Treffen. Gleichzeitig hat Washington mit dem Abzug von Truppen aus Europa begonnen, die für Nato-Verteidigungspläne vorgesehenen Kräfte reduziert und eine sechsmonatige Überprüfung der Militärpräsenz auf dem Kontinent eingeleitet.

Vor diesem Hintergrund soll der Gipfel auch industriepolitische Weichen stellen. Es werden Rüstungsverträge im Umfang von mehreren zehn Milliarden Dollar erwartet, um die erhöhten Verteidigungsbudgets in einsatzfähige Fähigkeiten umzumünzen. Der Entwurf bezeichnet Russland als „langfristige Bedrohung“ für die euro-atlantische Sicherheit und unterstreicht, dass die europäischen Verbündeten und Kanada die auf dem Haager Gipfel 2025 eingegangene Verpflichtung umsetzen, bis 2035 insgesamt fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung und verteidigungsnahe Bereiche aufzuwenden. Erstmals wird es zudem eine Sondersitzung zur Südflanke geben, an der Vertreter arabischer Partnerstaaten der Istanbuler Kooperationsinitiative teilnehmen. Ob es gelingt, die im Text formulierte Geschlossenheit auch im persönlichen Umgang der Gipfelteilnehmer zu wahren, bleibt angesichts der Unberechenbarkeit Trumps und des fragilen Waffenstillstands mit Iran eine offene Frage. Die endgültige Verabschiedung der Erklärung durch die Staats- und Regierungschefs steht noch aus.

Wie dieselbe Geschichte anderswo erzählt wird.

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Kontinentaleuropäische PresseArabische Golfpresse
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AlarmSkepsis

The NATO summit in Ankara is marked by uncertainties in transatlantic relations. While the US under Trump adopts a transactional approach and threatens retaliation, Europe finds itself alone in supporting Ukraine. The confirmation of Article 5 and the 70 billion euros are overshadowed by the risk of American disengagement.

Arabische Golfpresse
DistanzPragmatismus

The NATO summit in Ankara focuses on concrete commitments: confirmation of Article 5 and 70 billion euros in military aid to Ukraine for 2026. Leaders, including Trump, reaffirm their commitment to collective defense. The news is reported factually, without emphasis on internal tensions.

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Freitag, 3. Juli 2026

Nato-Gipfel in Ankara: Bekenntnis zur Beistandspflicht und neue Ukraine-Hilfen

Die 32 Mitgliedstaaten wollen in der kommenden Woche die transatlantischen Spannungen überwinden und ein Zeichen der Geschlossenheit setzen.

Die Staats- und Regierungschefs der Nato werden auf ihrem Gipfel am 7. und 8. Juli in Ankara ein „unerschütterliches Bekenntnis“ zur kollektiven Verteidigung nach Artikel 5 des Washingtoner Vertrags bekräftigen. Dies geht aus einem Entwurf der Abschlusserklärung hervor, den die Botschafter der Mitgliedstaaten am Freitag gebilligt haben und der noch der endgültigen Zustimmung der Gipfelteilnehmer bedarf. Darin verpflichten sich die Verbündeten zudem, der Ukraine im Jahr 2026 Militärhilfen in Höhe von 70 Milliarden Euro bereitzustellen und 2027 mindestens ein gleichwertiges Unterstützungsniveau aufrechtzuerhalten. Es ist das erste Gipfeltreffen des Bündnisses seit dem Krieg der USA und Israels gegen Iran sowie dem Streit um Grönland, die das transatlantische Verhältnis in den vergangenen Monaten schwer belastet haben.

Aus Washingtoner Sicht hat Präsident Donald Trump die Allianz wiederholt als „Papiertiger“ bezeichnet und die einseitige Lastenverteilung kritisiert. Noch am Donnerstag beklagte er auf seiner Plattform Truth Social, die Vereinigten Staaten gäben Geld für den Schutz der Nato-Mitglieder aus, „ohne irgendeinen Nutzen daraus zu ziehen“. Dass der von allen 32 Botschaftern – einschließlich des amerikanischen Vertreters – gebilligte Text nun eine klare Bekräftigung der Beistandspflicht enthält, werten europäische Diplomaten als Signal, dass Trump seine Rückzugsdrohungen zumindest vorerst zurückstellt. Nato-Generalsekretär Mark Rutte betonte in Berlin, der Gipfel werde zeigen, wie die europäischen Verbündeten und Kanada ihre Verteidigungsausgaben steigern und mehr Verantwortung für die konventionelle Verteidigung Europas übernehmen. Nach Bündnisangaben gaben die europäischen Mitglieder und Kanada 2025 real 90 Milliarden Dollar mehr für Verteidigung aus als im Vorjahr, womit die Gesamtsumme auf über 570 Milliarden Dollar stieg.

Die Erklärung greift auch die Spannungen mit Iran auf. Die Verbündeten werden Teheran auffordern, die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus vollständig zu respektieren, und bekräftigen, dass Iran niemals in den Besitz von Atomwaffen gelangen dürfe. Der Krieg gegen Iran hatte persönliche Beziehungen zwischen Trump und europäischen Regierungschefs wie der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni oder dem scheidenden britischen Premier Keir Starmer beschädigt, nachdem mehrere Verbündete den USA die Nutzung von Luftraum und Stützpunkten verweigert hatten. Der amerikanische Nato-Botschafter Matthew Whitaker erklärte jedoch, diese Spannungen seien überwunden und die Allianz gehe geschlossener in das Treffen. Gleichzeitig hat Washington mit dem Abzug von Truppen aus Europa begonnen, die für Nato-Verteidigungspläne vorgesehenen Kräfte reduziert und eine sechsmonatige Überprüfung der Militärpräsenz auf dem Kontinent eingeleitet.

Vor diesem Hintergrund soll der Gipfel auch industriepolitische Weichen stellen. Es werden Rüstungsverträge im Umfang von mehreren zehn Milliarden Dollar erwartet, um die erhöhten Verteidigungsbudgets in einsatzfähige Fähigkeiten umzumünzen. Der Entwurf bezeichnet Russland als „langfristige Bedrohung“ für die euro-atlantische Sicherheit und unterstreicht, dass die europäischen Verbündeten und Kanada die auf dem Haager Gipfel 2025 eingegangene Verpflichtung umsetzen, bis 2035 insgesamt fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung und verteidigungsnahe Bereiche aufzuwenden. Erstmals wird es zudem eine Sondersitzung zur Südflanke geben, an der Vertreter arabischer Partnerstaaten der Istanbuler Kooperationsinitiative teilnehmen. Ob es gelingt, die im Text formulierte Geschlossenheit auch im persönlichen Umgang der Gipfelteilnehmer zu wahren, bleibt angesichts der Unberechenbarkeit Trumps und des fragilen Waffenstillstands mit Iran eine offene Frage. Die endgültige Verabschiedung der Erklärung durch die Staats- und Regierungschefs steht noch aus.

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Arabische Golfpresse
DistanzPragmatismus

The NATO summit in Ankara focuses on concrete commitments: confirmation of Article 5 and 70 billion euros in military aid to Ukraine for 2026. Leaders, including Trump, reaffirm their commitment to collective defense. The news is reported factually, without emphasis on internal tensions.

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