
Schwangerschaft als Kündigungsgrund: Sportgerichtshof verurteilt Lazio Women zu Schadensersatz
Das CAS-Urteil stärkt den Mutterschutz im Profifußball und verpflichtet den italienischen Klub zur Zahlung von rund 69.000 Euro an die schwedische Spielerin Maja Göthberg.
Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne hat den italienischen Erstligisten Lazio Women zur Zahlung einer Entschädigung an die schwedische Mittelfeldspielerin Maja Göthberg verurteilt. Das Gericht stellte fest, dass der Klub die Vertragsverhandlungen im Sommer 2024 unrechtmäßig abgebrochen hatte, nachdem Göthberg ihre Schwangerschaft offengelegt hatte. Der CAS sprach der 28-Jährigen eine Gehaltsentschädigung sowie Schadensersatz wegen der Verletzung ihrer Persönlichkeitsrechte zu – insgesamt 69.333 Euro. Es ist die erste Entscheidung des Gerichts, die formell einen Verstoß gegen die Mutterschutzbestimmungen des Weltfußballverbands FIFA durch einen Verein feststellt.
Aus Sicht der Spielerin und der internationalen Spielergewerkschaft FIFPRO sendet das Urteil ein deutliches Signal. Göthberg erklärte, es sei ihr um Fairness und Respekt in einem bedeutenden Lebensabschnitt gegangen; eine Schwangerschaft dürfe niemals als Problem oder Grund betrachtet werden, einer Spielerin berufliche Chancen zu verwehren. Die FIFPRO-Rechtsdirektorin Alexandra Gomez Bruinewoud betonte, der Fall beweise, dass die FIFA-Mutterschutzregeln nicht nur auf dem Papier stünden, sondern echten Schutz böten. Das Urteil bestätige, dass Klubs ein Arbeitsverhältnis nicht einfach beenden könnten, sobald sie von einer Schwangerschaft erführen – selbst wenn dieses noch nicht vollständig formalisiert sei.
Der Klub aus Rom erkannte das Urteil an, verwies jedoch auf die besonderen Umstände des Falls. In einer Stellungnahme hob Lazio Women hervor, das Schiedsgericht habe die außergewöhnliche Natur der Angelegenheit bestätigt und von der Verhängung weiterer Sanktionen abgesehen, da kein böser Glaube vorgelegen habe. Der Verein habe auf Basis einer rechtlichen Bewertung gehandelt, die das Gericht später als unzutreffend einstufte. Zudem sei der gesamte Austausch ausschließlich über den Spieleragenten gelaufen; eine direkte Kommunikation oder die Rücksendung eines unterschriebenen Vertrags habe es nie gegeben. Diese Konstellation habe zu Missverständnissen und abweichenden Einschätzungen geführt.
Göthberg hatte Lazio in der Saison 2023/24 zum Aufstieg in die Serie A verholfen. Über eine mündliche Einigung zur Vertragsverlängerung hinaus fehlte nur noch die Unterschrift, als sie den Klub über die frühe Schwangerschaft informierte und um Vertraulichkeit bat. Nach Darstellung des CAS bestritt der Verein die Gültigkeit des Vertrags genau in dem Moment, als er von der Schwangerschaft erfuhr. WhatsApp-Nachrichten belegten zudem, dass ein Mitglied des Trainerstabs die Nachricht ohne Einwilligung an Mitspielerinnen weitergab. Der Fall war zunächst vor der FIFA-Streitbeilegungskammer zugunsten des Klubs entschieden worden, bevor der CAS die Entscheidung korrigierte. Für die Zukunft erwarten Beobachter eine richtungsweisende Wirkung des Urteils auf die Durchsetzung von Schutzrechten für Fußballerinnen weltweit.
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Das Urteil gegen Lazio Women ist ein Wendepunkt für den Mutterschutz im Profifußball. Der Verein hat den Vertrag der schwedischen Spielerin nach Bekanntwerden der Schwangerschaft unrechtmäßig beendet und damit grundlegende Fairnessprinzipien verletzt. Die Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs schafft einen klaren Präzedenzfall: Eine Schwangerschaft darf niemals zum Verlust beruflicher Chancen führen.
Der Fall der wegen Schwangerschaft entlassenen schwedischen Fußballerin ist ein Weckruf für den weltweiten Frauenfußball. Die Sportjustiz hat Lazio zur Zahlung einer Entschädigung verpflichtet und die Rechtswidrigkeit der Vertragsauflösung anerkannt. Der Vorfall unterstreicht die Dringlichkeit, den Schutz vor Geschlechterdiskriminierung im Profisport zu stärken.
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